Gesamtwertung86 %/10 |
Grafik9 Sound8 |
Lanzeitspaß9 Spieleinstieg7 |
Bedienung8 |
Mit leichter Nervosität und doch großer Vorfreude blicken wir auf das kleine Wörtchen "Lade…", das sich auf unserem PSP-Display spiegelt. Einen Moment später schreiten wir als Cloud in die gigantische Kampfarena, in der uns niemand anderes als dessen größter Widersacher, Sephiroth, zum finalen Kampf bittet. Wie lange haben wir darauf gewartet! Endlich können wir diesem üblen Schurken einmal mehr ordentlich in den Hintern treten. Nach einem kurzen Countdown geht es auch schon los. Schnell ist der Feind anvisiert und die ersten Schwertschläge donnern auf ihn ein. Doch wie wir Sephiroth kennen, lässt er sich davon nicht wirklich einschüchtern, weicht kurz aus und schlägt dann zurück. Erstmals sinken unsere Health-Points. Wir ziehen uns zunächst zurück, um seinen Angriffen zu entkommen.
An einer Wand, an der wir während unserer kurzen Flucht vorbei laufen, sammeln wir so genannte EX-Kugeln, die uns einem Trance ähnlichen Zustand näher bringen, feuern dabei einige Zauber auf den Bösewicht ab, die er allerdings allesamt lässig pariert. Durch einen kleinen magischen Kniff teleportieren wir uns hinter ihn.
Bis er sich klar wird, was gerade passiert ist, haben wir genügend Zeit, um ihn einige Mutpunkte zu entziehen und das Schwert einmal mehr gegen ihn zu richten. Unsere Attacken richten nun mehr schaden an und unsere EX-Anzeige füllt sich immer weiter.
Mit letzter Kraft löst sich Sephiroth aus unserer schmerzhaften "Umklammerung" und flieht nun seinerseits in eine Ecke der großen Kampfarena. Bleibt uns genügend Zeit einige Summon-Kristalle, die wir zuvor erbeuten konnten, einzusetzen, um eines der mächtigsten Wesen im Final Fantasy-Universum zu Hilfe zu rufen. Augenblicke später steht uns Ifrit auch schon zur Seite und unterstützt unseren erneuten Angriff. Sephiroth weiß kaum, wie ihm geschieht. Seine Health-Points purzeln, als wären es reife Früchte. Mit letzter Kraft schafft er es jedoch einen mächtigen Zauber zu beschwören und uns bedrohlich nah an den Rand eines K.O. zu drängen.
Doch plötzlich greifen unsere EX-Punkte. Clouds Schwert wird gegen die mächtigste schneidende Waffe, gegen Ultima Weapon, ausgetauscht und wir prügeln in Form eines Quick-Time-Events meditativ auf Sephiroth ein, bis dieser nicht nur in die Knie geht, sondern vollkommen vernichtet ist. Einmal mehr haben wir die Welt vor dem Bösen gerettet. Wir lehnen uns mit einem zufriedenen Lächeln zurück und wissen, dass wir dieses aufregende Szenario noch mindestens zehn Mal durchmachen dürfen.
Final Fantasy hat Geburtstag! Und wir feiern mit der weltberühmten Serie ein sehr rundes Jubiläum. Nicht nur, dass die Franchise satte 20 Jahre alt wird, nach vielen eher schwachen SpinOffs dürfen wir uns mit Dissidia: Final Fantasy auch über ein mehr als gelungenes Spiel freuen.
Und das obwohl der Genre-Mix den Square-Enix anstrebte durchaus für Komplikationen hätte sorgen können. Doch die Rollenspielelemente passen gut zum Beat'em-Up-Kampfsystem und schaffen eine spielerische Tiefe, die man so auf der PSP in eben jenem Bereich noch nicht kennt. Dabei fängt alles recht simpel an.
Die Geschichte von Dissidia lässt nämlich, wie bei den meisten Kampfspielen, sehr zu wünschen übrig. Die beiden Götter, die jeweils entweder für das Gute oder das Böse zuständig sind, namentlich Cosmos und Chaos, rufen jeweils 11 der bekanntesten Final Fantasy-Helden und -Schergen auf den Plan, um den ewigen Kampf endlich zu beenden und die Welt entweder ins Licht oder in die Dunkelheit zu stürzen. Dabei gesellen sich wirkliche Kracher, wie Squall, Cloud, Titus, Sephiroth und Kuja zur Riege der Streitenden.
Ebenso wird man Charakter- und Spielspezifische Zauber, Ausrüstungsgegenstände und Items finden, mit denen man seine Kämpfer ausstatten kann. So ist eine Vielzahl an verschiedenen Ausrüstungsmöglichkeiten garantiert. Doch damit nicht genug. Man kann sogar die Moveliste jedes einzelnen Charakters bearbeiten, Zauber, Spezialangriffe und andere Dinge hinzufügen und entfernen. Das bringt nicht nur enorme taktische Tiefe ins Spiel, sondern weiß auch vor den kleinen Bildschirm zu fesseln. Wir verbrachten mindestens die Hälfte der Spielzeit in den Menüs, um unsere Fighter noch effektiver auf den jeweiligen Gegner abzustimmen. Und mit zunehmendem Level ist das auch bitter nötig. Zur Erklärung: Hat man sich für einen Kämpfer entschieden, gelangt man zunächst auf eine Art Spielbrett. Hier stehen die einzelnen Felder entweder für Items, Skills, Ausrüstungsgegenstände oder aber für Gegner. Wenn man sich über alle Felder hinweggekämpft hat, erwartet einen der Endgegner für den jeweilig gewählten Protagonisten. Im Falle von Cloud ist dies natürlich Sephiroth gewesen.
Dabei wird die Geschichte immer in kurzen Zwischensequenzen weitergesponnen, die ebenso farbenfroh und bombastisch daherkommen, wie die Kämpfe selbst. Die FX-Engine zaubert eine Pracht auf den Bildschirm, die seit Crisis Core seines Gleichen sucht. Leider gibt es hier und da einige Schlampereien in Sachen Arenadesign zu vermelden, die Charaktere selbst sind aber unglaublich detailliert gestaltet worden und auch die verschiedenen Angriffe und Zauber reizen mit bombastischem Aussehen.
Hat man sich für Waffen, Zauber, Ausrüstungsgegenstände und Items entschieden, kann es dann endlich in den Kampf gehen. Die Auseinandersetzungen wissen sofort zu fesseln.
Nicht zu leicht, nicht zu schwer, kämpft man so gut wie immer am Rand einer Niederlage, hat dabei aber immer auch alle Chancen in der Hand. Die Effekte, die sich uns dabei präsentieren sind wie schon angesprochen exzellent. Die Fights lassen sich jedoch nicht nur gut ansehen, sondern wissen auch zu fordern und zu motivieren.
Es macht einen Heidenspaß gegen altbekannte Gesichter zu kämpfen und durch die vielen Möglichkeiten, seinen Charakter auszurüsten, bahnt sich der Spielspaß in den ersten Stunden und auch später seine Bahn in ungeahnte Höhen. Taktik wechselt sich hier mit schönem Draufhauen ab. Dabei greift der Phrasenschwein-Spruch: Leicht zu erlernen, schwer zu meistern.
Denn gerade wenn man seine Freunde zum Kampf herausfordert oder sich an einer eSports-Liga, die mit Sicherheit kommen wird, beteiligt, dann ist Aufpassen und geschicktes Vorgehen gefragt. Die 22 Kämpfer nehmen sich dabei nicht viel, es kommt eben auf die Ausrüstung und die verwendeten Spezialattacken und Zauber an.
Zudem muss man einen guten Rhythmus zwischen Angriff und dem Einsammeln von Power-Ups finden, um möglichst effizient zu sein. Ist beispielsweise die EX-Anzeige, die man durch Einsammeln Selbiger und durchs einfache Draufhauen aufbaut, voll, so verwandelt sich der Charakter oder bekommt eine noch mächtigere Waffe an die Hand. Meist kann man dann durch Quick-Time-Events mächtigen Schaden anrichten. Hinzu kommt noch, dass man durch das Einsammeln von Summon-Kristallen die überaus starken Bestien, wie Ifrit und Shiva auf das Schlachtfeld ordern kann, die einem dann entweder im Angriff oder in der Verteidigung behilflich sind. So rüstet man sich immer wieder aufs Neue, sammelt Erfahrung, virtuell und im Geiste, und kämpft sich durch alle Stages, bis die Geschichte jedes einzelnen Charakters und die des gesamten Kampfes Gut gegen Böse erzählt ist, verbringt dabei gut 20-50 Stunden vor dem kleinen Bildschirm und darf sich danach beruhigt und zufrieden zurücklehnen.
Dissidia: Final Fantasy hat mich ungemein überrascht. An schlechte SpinOffs der Serie gewohnt, hatte ich wenig Hoffnung ein vernünftiges Spiel in Händen zu halten. Doch ich wurde Gott sei Dank bekehrt und kann diesen Prügel-Kracher, der durch seine gelungen eingebundenen Rollenspielelemente zu wahrer Blüte findet, fast uneingeschränkt empfehlen. Einzig Hardliner der Final Fantasy Reihe sollten vielleicht ein wenig Abstand halten und erst einmal Probe spielen, denn in Sachen Story wird doch einiges auf den Kopf gestellt. Alle anderen aber dürfen ob der grandiosen grafischen Präsentation, des guten Sounds und der tollen Spielmechanik ohne Bedenken zugreifen.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Dissidia: Final Fantasy im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von Square Enix?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.