Dynasty Warriors

Review
Plattform
Sony PlayStation Portable
Vertrieb
Koei
Entwickler
Koei
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
-
Dynasty Warriors [PSP , looki.de]

Gesamtwertung

64%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Dynasty Warriors

Dreh- und Angelpunkt der Schlachten ist der auch in der PSP-Version immer noch anhaltende Krieg zwischen den drei Königreichen Wei, Wu und Shu im 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung auf größtmögliche territoriale und materielle Macht. Dass das natürlich ordentlich Zündstoff für gepflegte Massenschlachten ist, dürfte jedem klar sein. Nach dem kurzen, aber netten Intro geht’s dann auch schon direkt ab ins Hauptmenü von Dynasty Warriors, in dem man neben dem Musou-Modus, das ist der Hauptspielmodus, auch den freien Modus sowie den Menüpunkt Offiziere anwählen kann. Der freie Modus ist - wie der Name schon sagt -eine Art Skirmish für schnelle Kämpfe für Zwischendurch. Bei 'Offiziere' kann man die Beschreibungen sowie Biographien von Offizieren lesen und diejenigen mit anderen PSP-Geräten tauschen, die unter dem eigenen Kommando stehen.

Das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem Musou-Modus: wählt Ihr diesen, gelangt Ihr zuerst zur Kämpferauswahl. Anfangs könnt Ihr aus insgesamt fünf Charakteren der drei Parteien wählen. Mit steigender Erfolgsrate wächst die Gesamtanzahl der verfügbaren Kämpfer, die sich übrigens unter anderem hinsichtlich ihrer Führungsqualitäten, Angriffs- und Verteidungsstärke unterscheiden, auf beachtliche 42. Insgesamt gesehen sind die Differenzen zwischen den einzelnen Charakteren aber so marginal, dass man diese eigentlich nicht bemerkt, denn jede Figur lässt sich auf die gleiche Weise stärken, zum Beispiel durch Kampferfahrung. Habt Ihr Euch dann für einen der anfangs 15 Charaktere entschieden, informieren Euch einige Textboxen über den Werdegang der Geschichte.

Liegt dies hinter Euch, gehts dann schon allmählich ans Eingemachte, denn nun steht die Wahl Eurer Offiziere an. Maximal vier der zahlreichen Figuren dürft Ihr Euch davon auswählen. Jedoch habt Ihr nur 25 Verteilungspunkte, mit denen Ihr Eure Offiziere besetzen dürft. Da fällt einem die Wahl schon mal schwer, wenn man sich nicht entscheiden kann, ob man drei 7-Punkte- oder zwei 12-Punkte-Offiziere nimmt. Und dabei ist es verdammt wichtig, wen Ihr an die Spitze setzt, denn entweder kämpfen diese auf den Schlachtfeldern in denen man selbst gerade nicht befindet, oder ziehen mit Euch in den Kampf. Jeder der Offiziere hat dabei spezielle Fähigkeiten, die auch Euch zugute kommen können. So sattelt Ihr beispielsweise durch einen Ranghohen am Anfang einer Mission auf einem Pferd, mit dem Ihr leicht durch einfache Infanterie durchpreschen könnt, aber auch von selbigem geschlagen werden könnt. Passiert dies, geht’s per pedes weiter.

Seid ihr auf dem Schlachtfeld, präsentiert sich das Geschehen aus der Third-Person-Perspektive: so müsst Ihr immer größer werdende Gegnerströme platt machen und dabei vor allem auf feindliche Offiziere und Generäle aufpassen, die Euch schnell mehr als ein blaues Auge verpassen können. Steckt Ihr in der Enge, hilft da nur ein Druck auf die Kreis-Taste.

Dann nämlich haut Euer Charakter wie ein Berserker um sich und schickt gleich mal gerne 10-15 Feinde gleichzeitig über den Jordan. Geregelt werden diese Spezialaktionen über einen Balken, der sich ständig auffüllt wenn Ihr jemanden getroffen habt. Ist die Leiste dann am Anschlag, könnt Ihr Eure, bei jeder Figur individuelle, Aktion ausführen.

Ziel einer jeden Mission ist es, die Armeen des Feindes zu demoralisieren. Dies erreicht Ihr unter anderem und vor allem hauptsächlich damit, dass Ihr die hohen Führer der jeweiligen Einheiten ausschaltet. Ist dies der Fall, rennen die Truppen um ihr Leben, Ihr habt Euer Ziel erreicht und könnt auf der Landkarte weiter zum nächsten Auftrag gehen. Mag dies noch einige Stunden Spaß machen, macht sich auf längerer Spielzeit aber eher Langeweile breit, denn auf jeder Karte habt Ihr einzig und allein die Aufgabe, den Feind zum Aufgeben zu bewegen. Egal welche Figur Ihr wählt: echte, variierende Missionsziele gibt es nicht und das sorgt schon sehr bald für eine müde Einheitsklopperei, zumal sich die einzelnen Charaktere auch nicht sehr voneinander unterscheiden. Da hilft auch nicht die nette Idee, die Geschichte aus drei Fraktionen erleben zu dürfen. Löblich allerdings die enorme Anzahl der Combos, die jeder Kämpfer von Anfang an drauf hat. Zumindest hier kann man sich dann selbst mit coolen Moves übertreffen, die erfreulicherweise nicht sehr kompliziert sind. An sich haben die Entwickler die Steuerung vom Gamepad auf die PlayStation Portable recht ordentlich hinbekommen: die Kreuz-Taste fürs Springen, die Dreiecks-, Quadrats- und Kreistaste für verschiedene Angriffe und die beiden Schultertasten dienen dem Zielen sowie der Abwehr.

Was jedoch enorm stört ist die auf den eigenen Kämpfer fixierte Kamera: hier geht oft die Übersicht verloren, da diese nicht frei dreh- oder justierbar ist. Und vor allem in Gefechten mit mehreren Gegnern gleichzeitig kann dies schnell zum unbeabsichtigten Exitus führen.

Grafisch zeigt sich leider, dass die Entwickler die PSP bei weitem noch nicht im Griff haben und längst nicht ausgereizt haben: die Areale wirken erschreckend leer und abwechslungsarm, außerdem stört der dichte Nebel extrem in den Gefechten. Auch plötzliche Objekt- oder sogar Figuren-Popups sind keine Seltenheit. Wenigstens sehen die Kämpfe gut und mit fortschreitender Entwicklung des Charakters sogar richtig effektvoll aus. Schade nur, dass Dynasty Warriors bei größeren Gegneraufkommen zuweilen stark ruckelt und manche Passsagen in regelrechter Zeitlupe ablaufen. An den nicht immer perfekten Animationen werden jedoch nur Puristen meckern, die sehen manchmal sogar richtig gut aus.

Präsentationstechnisch hätte Koei aber durchaus noch einiges machen können: die Übersichtskarten wirken gerade mal zweckmäßig und auch die simplen Menüs hätten peppiger in Szene gesetzt werden können. Auch akustisch ist Dynasty Warriors nicht gerade das Gelbe vom sprichwörtlichen Ei: während das Gekloppe und das Kampfgeschrei noch Atmosphäre aufkommen lassen, nervt die ständig gleiche Hintergrundmusik mit der Zeit dann schon heftig.

Fazit

Dynasty Warriors ist der erste PSP-Titel, den ich testen durfte. Dementsprechend enttäuscht bin ich leider etwas von den verpatzten Möglichkeiten der Konvertierung. Sowohl beim Gameplay, als auch auf der technischen Seite gibt es einige gravierende Mängel, die den Weg zu höheren Wertungsregionen versperren. Positiv fallen die unterhaltsamen Fights, die gut umgesetzte Steuerung sowie die enorme Anzahl an verfügbaren Charakteren aus verschiedenen Lagern auf. Fans der PS2-Vorgänger und Leute, die auf Kloppereien á la Tekken stehen, können auf jeden Fall mit einem Kauf liebäugeln. Andere sollten vorher unbedingt probespielen.

Dynasty Warriors [PSP , looki.de]

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