Gesamtwertung77 %/10 |
GrafikUngenügend SoundUngenügend |
Lanzeitspaß7 Spieleinstieg7 |
Bedienung7 |
Neben den Standardfunktionen "Laufen", "Springen" und "Kämpfen" kommen mit Strike Force einige Neuerungen. Zum einen könnt ihr eurem Charakter eine praktisch beliebige Zweitwaffe spendieren. Zum anderen sind die Sprintattacken jetzt über Dreieck unabhängig von den normalen Attacken benutzbar. Praktisch ist die Lock-on-Funktion. Einmal anvisiert, könnt ihr mit der rechten Schultertaste um die Gegner "dashen", um so deren Angriffen zu entkommen oder eigene Treffer zu landen.
Strike Force legt als speziell für die PSP entwickelter Titel das Augenmerk auf schnelle, schwere Multiplayerkämpfe anstatt auf Einzelspielermassenschlachten. Unterteilt in mehrere Missionen - wiederum gegliedert nach Story- und Nebenmissionen - bedient sich der neueste Dynasty Warriors-Ableger eines beschaulichen Dorfes als Ausgangsbasis für eure Unternehmungen. Ihr wählt eines der drei Königreiche Shu, Wei oder Wu und einen aus (freispielbare einberechnet) 41 Charaktere. Modifizieren könnt ihr allerhand. Neben den Waffen - neuerdings mit Zweitwaffe - dürft ihr euch mit Ki, Orbs und diversen Gegenständen ausrüsten. Ki individualisiert euren Charakter, Orbs die Waffen, während Gegenstände üblicherweise zum Heilen und dergleichen taugen. Geld für derlei Spielzeug sammelt ihr in den Missionen. Zusätzlich werden diverse Materialien benötigt, die ihr nach dem "Lassen Gegner mit Glück fallen"-Prinzip sammelt. Pechvögel dürfen seltene Rohstoffe an der Börse tauschen. Neu sind die Fury-Transformationen. Neben stärkeren Attacken verlängert sich so vor allem die Zeit, die ihr mit Luftkämpfen - und damit wehrlosen Gegner - verbringen könnt.
So schön das Gameplay, so funktionell ist die Optik. Die Umgebungen variieren zwar vom Stil, tragen aber deutliche Zeichen mehrfach verwendeter Abschnitte. Gerade im Fury-Modus kommen einige hübsche Lichteffekte zu, grafische Referenz wird Strike Force damit aber nicht. Ebenfalls weit weg von optimal ist die Kamera, die sich gerne in diversen Texturen verfängt und das Spielgeschehen nur ungenügend einfängt. Wer 300 MB auf seinem Stick frei hat, darf durch eine Installationsfunktion die Ladezeiten extrem verkürzen.
Leichte Kost ist das Setting um die drei Königreiche in keinem Dynasty Warrior-Titel. Strike Force legt jedoch wesentlich weniger Wert auf Storyelemnte, sondern setzt auf die flotten, fordernden Kämpfe. Kleine Textfetzen erklären zwar die Funktionen der einzelnen Händler im Dorf, viel zu Schlucken bleibt es aber dennoch - wer Tiefgang möchte, muss dafür eben etwas tun! Auffälligste Neuerung im Gameplay ist neben den benannten Dingen der neuerdings extrem hohe Schwierigkeitsgrad. Die Gegner warten nicht mehr hilflos auf ihr ableben, während ihr munter durch ihre Reihen stampft. Besonders die Offiziere, von denen gerne auch mehrere auf einmal angreifen, sind harte Brocken und ohne Taktik und klugen Einsatz der Bewegungsmöglichkeiten nicht zu bezwingen.
Der Sound bewegt sich auf demselben Niveau wie die Optik. Ziemlich durchschnittliche Sprachausgabe paart sich mit den allseits bekannten "östlichen" Melodien und standardmäßigen Soundeffekten blutiger Kämpfe zur bekannten Dynasty Warriors-Kulisse.
Glanzstück ist ohne Zweifel der Multiplayermodus für bis zu vier Spieler. Ohne im Menü herumwurschteln zu müssen wählt ihr aus den Optionen eine beliebige Lobby und trefft dort mit etwas Glück willige Spieler, die euch auf der nächsten Mission begleiten. Zu viert gegen die teilweise übergroßen (und schweren) Endgegner habt man dann auch realistische Chancen. Verbindungsprobleme gibt es zwar sporadisch, stören das Spiel aber nicht merklich. Bereits angekündigt ist zusätzlicher Content, damit auch Singles ohne Multiplayerambitionen etwas vom Onlinemodus haben.
Lange ist es her, dass ich ein so schweres Spiel gespielt habe. Dachte ich bei den ersten Missionen noch, dass es ein bisschen Training und das ein oder andere Waffenupgrade schon schaukeln wird, wurde ich bei den Kämpfen gegen mehrere Offiziere eines besseren belehrt. Umso erfreulicher, dass mit dem Vier-Spieler-Multiplayermodus gleich die Abhilfe mit an Bord ist. Für schwache Nerven ist Strike Force ebenso wenig wie für Grafikfetischisten. Dynasty Warrior-Fans und alle, die es werden wollen, dürfen aber getrost einen Blick riskieren.
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