Everybody's Golf

Review
Plattform
Sony PlayStation Portable
Vertrieb
Sony
Entwickler
Sony
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
0
Everybody's Golf [PSP , looki.de]

Gesamtwertung

85%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Sehr gut

Everybody's Golf

Einem Einzelspieler offenbaren sich gleich vier Modi. “Schlagspiel” führt den ausgewählten Charakter auf einen der bisher freigeschalteten Plätze. Hier kann und muss er sich ganz allein beweisen und am besten auch gleich noch den Platzrekord brechen. Beim “Putt-Golf” konzentriert sich alles - der Name verrät es schon - auf die kleine Fläche rund ums Loch. Wer vorher nicht putten konnte, lernt es hier. Gelernt wird aber auch beim “Training”, bei dem sich verschiedene Faktoren wie Witterung und Windrichtung ändern und zur Not auch Schläge beliebig oft wiederholen lassen. Da die Lernkurve aber sehr moderat verläuft, darf man sich ruhig auch gleich im eigentlichem Spiel, also dem “Herausforderungsmodus” von Everybody‘s Golf, der den eigentlichen Dreh- und Angelpunkt des Spieles bildet, versuchen. In diesem tritt man über mehrere Turniere und Partien gegen andere, CPU-gesteuerte Spielkameraden, an. Wie auch bei allen älteren Titeln der Everybody‘s Golf-Reihe, die schon seit der PSOne auf den Sony-Konsolen vertreten ist, erwarten einen nach dem hoffentlich siegreichen Auftreten lediglich ein paar neue Outfits, Modeaccessoires oder neue, spielbare Charaktere. Letztere unterscheiden sich zwar allesamt in einer Auswahl von Eigenschaften, einen großartigen Einfluss haben ihre speziellen Eigenheiten jedoch nicht, sodass sich Everybody‘s Golf auch bequem mit einer Spielfigur durchspielen lässt.

Viel Aufwand ist nicht zu betreiben, will man einen der kleinen weißen Bälle durch die Luft oder nur ein Stück auf dem Rasen bewegen. Ist der passende Schläger erst einmal mit den Schultertasten ausgewählt, lässt sich ein Golfball schon mit dreimaligem Drücken des Kreis-Buttons bewegen. Der erste Tastendruck verursacht das Wandern der Kraft-Markierung vom rechten zum linken Rand der Kraftanzeige, der zweite Druck legt die Kraftstufe fest, das dritte Pressen der Kreis-Taste löst schließlich den Schlag aus. Dabei ist lediglich zu beachten, dass zum einen die gewünschte Stärke der Kraftentfaltung richtig abgepasst wurde, zum anderen beim Rückschnellen der Kraftmarkierung auch eine sogenannte “Perfekter Abschlag”-Markierung erwischt wird. Optional lässt sich auch ein automatischer Schlagmodus aktivieren, der den letzten Schritt automatisiert und meist ganz annehmbare Ergebnisse liefert.

Sobald der virtuelle Golfer den Schläger schwingt und damit die Golfkuller berührt, kann mittels des D-Pads auch noch beeinflusst werden, wie weit der Ball nach dem Auftreffen auf dem Grün rollt, ob er schnell zur Ruhe kommt oder ob er mit einer leicht gekrümmten Flugbahn durch die luftige Natur schnellt.

Sind alle Dinge optimal getroffen, wird auch das Resultat meist erfreulich sein, doch bleibt ein “Albatross”, also das Einlochen mit nur einem Schlag, doch eine absolute Seltenheit.

Genau wie solche Raritäten wie die “One-Hit-Wonder” (Albatross), können auch stinknormale Abschläge oder Putts für die Nachwelt aufgehoben und als Video aufgezeichnet werden. Im Falle besonders spektakulärer Schläge geschieht das sogar automatisch, ansonsten kann während des Replays, das einem jeden Abschlag folgen kann, auch manuell aufgenommen werden.

Mit bis zu sieben Compagnons über die Adhoc-Wireless-Verbindung der PSP verbunden, kann man sich auch zu acht über die Plätze schlagen. Da Golf - wenn man es überhaupt so sagen kann - traditionell ein rundenbasiertes Spiel ist, wird selbstredend nacheinander gespielt. Hat der letzte eingelocht, gibt eine Übersicht Aufschluss über den Zwischenstand. Um sich die Wartezeit bis zum nächsten Schlag zu verkürzen, müssen die wartenden Mit- beziehungsweise Gegenspieler nicht nur Däumchen drehen. Mit sämtlichen Tasten lassen sich spöttische und abfällige Bemerkungen machen. Der Spieler, der sich dadurch ablenken lässt und einen Schlag versaut, wird es einem danken.

Nach einer erfreulich kurzen Ladezeit ist jeder der insgesamt sechs Golfplätze schnell auf dem Bildschirm. Übermäßig detailliert sind die Örtlichkeiten zwar nicht, passen jedoch zum comicartigen Stil des Spiels und erfüllen somit auch optisch ihren Zweck.

Als besonders schön empfanden wir stets die Streifen, die ein durch die Luft schnellender Golfball am Himmel zieht. Die sind freilich nur Spielerei, vermitteln aber das Gefühl, einen schönen Abschlag geleistet zu haben - auch wenn der Kuller nach dem Aufschlag tauchen geht oder im Sand steckt.

Trotz der eher kindlich-fröhlichen und comicartigen Optik steckt hinter Everybody‘s Golf eine knallharte und nicht immer einfach zu bestreitende Golfsimulation. Die Windrichtung, die mittels eines Pfeiles in der oberen rechten Bildschirmecke angezeigt wird, ist noch das kleinste Übel. Die Auswahl des richtigen Schlägers ist der nächste Trick, den man als guter Golfer beherrschen muss. Und so einfach wie das Putten meist aussieht, ist es leider auch nicht. Nur mit viel Gefühl und Erfahrung lässt sich der Ball auch auf relativ kurzer Distanz gefühlvoll ins Loch bewegen. Nicht selten sind es die letzten drei bis zehn Meter, die einem das größte Kopfzerbrechen und Ärgernis bereiten. Trotzdem bleibt der Schwierigkeitsgrad immer fair. Mit der leichten und eingängigen Steuerung können auch blutige Anfänger nach sehr kurzer Zeit ansehnliche Ergebnisse vorweisen, wer jedoch zum Profi aufsteigen will, muss mehr Zeit und Mühe investieren.

Handbuch und Bildschirmtext sind komplett eingedeutscht, die Sprachausgabe von Everybody‘s Golf verbleibt jedoch komplett in der englischen Sprache. Vermutlich ist das aber gar nicht so schlecht, schließlich hätten es die jugendlichen Piepsstimmen der Spielfiguren und Caddys wohl kaum durch die deutsche Synchronisation geschafft

Fazit

Das macht everybody Spaß. Der Besitz des Spieles ist für unbedarfte Antisportler zwar sicherlich kein Muss und wird wohl auch nicht als Zugangsberechtigung für deutsche Golfplätze anerkannt, dennoch weiß Everybody’s Golf, wie es auch dem durchschnittlichen PSP-Jünger den sonst eher unspektakulären Ballsport näher bringt. Das lockere Spielprinzip sorgt im Zusammenspiel mit der einfachen Steuerung und den zuschaltbaren Hilfestellungen für einen raschen Einstieg. Wer sich eingehender mit dem Spiel beschäftigen will, findet aber auch genügend Gelegenheit, als Profi über die Plätze zu ziehen.

Everybody's Golf [PSP , looki.de]

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