Gesamtwertung82%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Der Start der Bundesligasaison 2005/2006 ist noch gar nicht mal so lange her und schon zeichnen sich zwei Dinge mal wieder glasklar als nahezu traditionelle Ereignisse ab: Bayern München lässt mal wieder alles und jeden hinter sich und Electronic Arts bzw. sein Studio EA Sports wirft einen brandneuen Ableger seiner Fußballsimulation auf den Markt: FIFA 06.
Der Umfang ist - Fifa-typisch - gewohnt riesig, obwohl im Gegensatz zu den Konsolen- und PC-Versionen der Karrieremodus bei der PlayStation Portable wegfiel. Aber nun gut, heisst ja längst nicht, dass PSP-Spieler nun traurig sein müssen. Neben dem schnellen Spiel für zwischendurch, besteht desweiteren noch die Auswahl aus verschiedenen Herausforderungen, in denen in verbleibenden Spielminuten noch das Ruder herumgerissen oder einfach nur das Golden Goal geschossen werden muss um die jeweilige Challenge zu schaffen. Weiterhin gibt es noch einen Turniermodus, bei dem um mehrere Pokale in verschiedenen Ländern gespielt wird. Zu guter Letzt kann schliesslich noch der Saisonmodus angewählt werden, bei dem - wie der Name schon sagt - eine komplette Saison um den ersten Tabellenplatz wettgeeifert wird.
Besteht zwischendurch mal keine Lust auf ein Spiel, obwohl man weiterkommen will, können die Spiele auch simuliert werden lassen, wobei immer vorsichtig damit umgegangen werden sollte, um so die Position nicht in Gefahr zu bringen.
Hat man schliesslich eine der genannten Spielmodi in irgendeiner Form erfolgreich hinter sich gebracht, bekommt man Punkte. Diese Punkte können dann in das Bonusmaterial investiert werden, was aus vorher gesperrten Songs des Soundtracks, neuen Stadien - auch zu verschiedenen Tageszeiten - sowie zu anderen Auswärtstrikots der jeweiligen Mannschaften und noch nicht gesehenen Spielbällen besteht.
Einzige nennenswerte Neuerung bei FIFA 06 ist die so genannte Teamchemie. Nun ist es eigentlich fast egal, ob die teuersten Fussballer der Welt im Kader sind, denn wenn die sich nicht mögen, dann kann das Spiel zuweilen ganz böse enden. Ein klassisches Beispiel für Teamchemie ist ein Rückstand. Hat die Mannschaft die Kraft und vor allem den Willen, den Ausgleich zu machen oder gar das Spiel zu drehen?
Holt man sich beispielsweise einen Superstar als Stürmer in eine eingespielte Mannschaft, kann es schnell passieren, dass die Sturmkollegen ob der übermächtigen Konkurrenz massiv an Moral verlieren und dem Geschehen nur noch hinterhertrotten. Auch Niederlagen gegen vermeintlich schwächere Mannschaften trüben die Teamchemie, während der Sieg gegen den amtierenden Meister und Tabellenersten das Wir-Gefühl festigt.
In den eigentlichen Spielen transferiert der 06er-Ableger die gleichen Kinderkrankheiten auf die PSP, die auch schon in der PC- sowie den Konsolenversionen für Ungemach sorgten: eine unglaubwürdige Ballphysik, ein statischer Spielabflauf und Tore im Minutentakt. Hinzu kommt, dass auch die Steuerung mit dem Analog-Stick der PSP mit fortschreitender Spieldauer noch schwerer von der Hand geht als mit PS2-Pads: Fehlpässe und ungenaue Schüsse sind die Folge. Überhaupt kann sich Fifa 06 nicht entscheiden, ob es eine Fussballsimulation oder ein Arcade-Kicker sein will. Für eine Simulation ist die Trefferwahrscheinlichkeit zu hoch, für ein Arcadegame sind die Matches zu träge, obwohl dies relativ zu sehen ist.
Grafisch muss sich FFA 06, als mit eines der ersten Fussballspiele auf der PSP nicht mit anderen Soccer-Games messen. Den Start für eine Reihe von Spielen um das runde Leder beginnt EA´s jährlicher Evergreen in optischer Hinsicht aber fabulös: die Animationen der Spieler wirken bis auf wenige Ausnahmen butterweich, die Gesichter der Fussballer sind recht detailliert und wesentliche Merkmale der Spieler erkennt man meistens sofort. So zum Beispiel die unverwechselbare Gesichtsform von Oliver Kahn oder Jens Jeremies. Schade, dass die Entwickler aber Abstriche bei der Darstellung des Publikums gemacht haben. Denn dieses sieht wie ein wahrer Pixelbrei aus und trägt nicht wirklich zur Atmosphäre bei.
Bei der Soundausgabe ist ebenfalls nicht alles Gold was glänzt: die Spiele werden zwar stets von den professionellen Kommentatoren Patrick Wasserziehr und Thomas Herrmann begleitet, nur kommen deren mehr oder weniger geistreiche Bemerkungen manchmal zeitversetzt zur eigentlichen Handlung. Dass da dann am Ende nicht jeder Deckel seinen Topf findet, ist wohl klar. Dennoch vermögen die Sprecher eben durch ihre Professionalität eine gehörige Portion TV-Stimmung miteinzubringen.
Verschenkt wurde jedoch der musikalisch untermalende Teil: sicher, die Musik spielt in Fifa 06 keine so große Rolle wie zum Beispiel in Need for Speed: Underground, aber die gewählte Auswahl dürfte den hiesigen Ohren wohl nicht gefallen, da sie einfach viel zu exotisch ist und neben den Größen Oasis, Jamiroquai und Paul Oakenfold eigentlich fast nichts mehr bietet, was das Trommelfell des Spielers streicheln könnte.