Fired Up
Kann Republik Sünde sein?
Die von der bösen Eisernen Lady angeführte Republik okkupiert ihren kleinen und kaum bedeutenden Nachbarstaat. Weil die Führungskraft der großen Republik gute Beziehung in den Westen Europas pflegt und es sich die Westeuropäer mit der Lady nicht verscherzen wollen, bleibt das Überrollen des kleinen Landes ohne Folgen. Lediglich einige Aufständische rebellieren unter der Führung von Addo, dem Sohn eines ghanaischen Ölmagnaten.Die erste Begegnung mit dem Story-Modus sorgt für Verwirrung. Gibt es tatsächlich nur vier Level? In der Tat ist nach ca. drei bis vier Stunden und dem vierten durchkämmten Gebiet schon wieder Schluss. Ernüchternd ist außerdem, dass in jedem Level immer die gleichen Ziele warten: 50 Plünderungsgegenstände einsammeln, um nach und nach neue Waffen freizuschalten oder drei Fired Up-Herausforderungen annehmen, die innerhalb einer bestimmten Zeit nach einer steigenden Zahl vernichteter Gegner verlangen. Außerdem verfügt jedes Gebiet über zwei Orte, an denen man sich mit insgesamt fünf Missionen versorgen kann.
Fired Up (7 Bilder)
Diese dauern nur wenige Minuten, bestehen meist aus Töte dies und töte den oder Liefere das und das dort und dort hin und werden je nach Abschluss mit Gold, Silber oder Bronze belohnt. Zum Weiterkommen reicht Bronze, wer die im Hauptmenü befindliche Fortschrittsanzeige auf 100% treiben möchte, muss sich seine Missionsabschlüsse aber mit Gold bestätigen lassen. Sind diese fünf Aufgaben erledigt, wartet noch eine so genannte Boss-Mission auf die Erledigung. Wer die 50 Gegenstände, drei Fired Up-Herausforderungen und sechs Missionen erledigt hat, ist auch schon mit einem Level durch. Ist man nämlich ganz ohne Mission oder Fired Up-Zielvorgabe unterwegs, lohnt sich das Erledigen der vielen patrouillierenden feindlichen Jeeps und Panzer leider überhaupt nicht.
Insgesamt fünf spielbare Charaktere werden geboten. Jeder verfügt dabei - wie auch bei anderen Titeln üblich - über ein eigenes, spezielles Fahrzeug, das sich von den anderen allerdings nur in der Höchstgeschwindigkeit und Panzerung unterscheidet. Neben Jeep, Buggy und Friedensstifter-Lkw steht auch ein Panzer zur Verfügung. Die größte Gemeinsamkeit der Protagonisten ist wohl, dass sie allesamt kaum etwas mit dem kleinen Staat, für dessen Rebellen sie kämpferisch einstehen, gemein haben. Lediglich die Liebe zu Freiheit und Gerechtigkeit scheint sie in den Kampf und die Geschosse aus ihren Rohren zu treiben. Liebe Leute eben.
Mehrspielers Liebling
Der Unterhaltungswert eines jeden Multiplayermodes ist natürlich stark von der Anzahl der Mitspielenden abhängig. Capture the Flag macht zu zweit eher weniger Spaß, die Modi King of the Hill oder Deathmatch, die sich auch Teamweise spielen lassen, klappen zur Not aber auch in trauter Zweisamkeit. Erstaunlicherweise griff man bei der Kartenwahl nicht auf die Singleplayermaps zurück, sondern integrierte fünf ganz eigene und ebenfalls recht große Mehrspielerkarten. Auch ist die Fahrzeugauswahl nicht nur auf die Karren der fünf im Einzelspielermodus spielbaren Figuren beschränkt, die sonst feindlich gesinnten Einheiten dürfen ebenfalls gelenkt werden.Wer das Car-Combat-Spiel in größerer Runde spielen will, muss sich keine Gedanken darüber machen, ob der potentielle Mitspieler auch im Besitz einer Fired Up-UMD ist. Die gehobene Position als Multiplayertitel unterstreicht nämlich die Tatsache, dass Fired Up auch mit nur einer UMD gespielt werden kann. Bevor es aber via Game-Sharing los gehen kann, muss der Titel auf jede einzelne, mitspielende PSP heruntergeladen werden. Das geht nach Anwahl der entsprechenden Menüpunkte aber recht flott und unkompliziert.
Leider lässt sich eine Wireless-Verbindung nur über den Adhoc-Modus erstellen. Das gemeinsame Spiel über das Internet, also den Infrastruktur-Modus, hätte das Mehrspielervergnügen wie bei Twisted Metal: Head on noch einmal aufgewertet, ist aber bedauerlicherweise nicht vorhanden.
Kein schöner Land
Hässliche, kantige Gebäude und trister, gräulicher Untergrund bilden den Großteil der weitläufigen Gebiete. Warum für dieses Land also als virtueller Rebell das virtuelle Leben riskieren? Ganz einfach: Die Modelle der eigenen Fahrzeuge sind recht hübsch und detailliert gemacht, die Spielphysik sorgt zudem dafür, dass leichtere Gegner wie Jeeps oder Buggys bei glücklichem Raketenbeschuss auch meterweit durch die Luft wirbeln. Das wirkt erst etwas albern, macht aber durchaus Laune, wenn der getroffene Gegner im Mehrspielermodus am gleichen Kneipentisch sitzt.
Umständlich ist die Spielstandspeicherei. Statt das aktuelle Savegame unter dem angelegten Profil selbstständig zu hinterlegen, fragt Fired Up lieber noch einmal nach. Wer bei der Frage, ob der vorhandene Spielstand überschrieben werden soll, aus Versehen das standardmäßig ausgewählte Nein bestätigt, steht auch schnell einmal ohne aktuellen Spielstand da.
Auf der Fired Up-UMD befindet sich neben einer non-interaktiven Video-Demo zu Medievil: Resurrection auch eine spielbare Probierversion von WipEout Pure. Letztere kann genau so wie das Hauptprogramm per Game-Sharing auf andere PlayStation Portables geladen werden.Sony wird im Laufe der Zeit auch noch weitere Mehrspielerkarten auf der PSP-Seite http://www.yourpsp.com zur Verfügung stellen. Um die Maps ins Spiel zu integrieren, muss die PSP an den heimischen Rechner angeschlossen werden. Der direkte Download über das Wifi-Feature ist leider nicht möglich.
Fazit
Der Fokus von Fired Up liegt auf dem guten Multiplayermodus. Eigentlich ist das Spiel auch nur für Mehrspielerschlachten geeignet, ist das Einzelspielererlebnis doch sehr kurz und recht eintönig. Abgesehen von der schlichtweg mauen Optik der in den Levels stehenden Gebäude, schauen die Fahrzeuge und Animationen Fired Ups immerhin noch recht ansprechend aus.
Im Großen und Ganzen haut Fired Up keinen vom Hocker, weiß aber zumindest als spaßiger Multiplayertitel zu überzeugen. Dank des Game-Sharing-Features kann sich auch ein größerer PSP-Freundeskreis die Investition in das Spiel teilen. Dann schlägt Fired Up auch nur noch mit zehn oder noch weniger Euronen zu Buche. Stände der Multiplayermodus einzeln zur Wertung, wäre die Spielspaßwertung wohl noch einige Punkte höher, so begnügt sich Fired Up lediglich mit 68%.
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