Gesamtwertung66%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Wer meint, dass grausame Gangs und zwielichte Untergrundorganisationen nur in Amerika operieren, hat sich gewaltig geschnitten. Zumindest in Gangs of London machen waschechte Banden auch die englische Haupstadt und damit eine europäischen Metropole unsicher. Auch wenn dieses Szenario nicht unbedingt der Realität entspricht, so bildet es doch eine gute Grundlage für ein Gangsterspiel im Stil der GTA-Reihe.
Sechs Gangs kämpfen in London um die Vorherrschaft in der Großstadt. Der Spieler schlägt sich auf die Seite einer der Parteien, um diese bei diversen üblen Machenschaften zu unterstützen. Die Banden grenzen sich jedoch nicht nur optisch voneinander ab, auch in Bezug auf die bevorzugten Waffen und das für die Gang spezifische Fahrzeug gibt es Unterschiede. Im Gegensatz zu den Spielen der GTA-Reihe, darf der Spieler die Stadt im Storymodus nicht selbstständig erkunden und nach Aufträgen abgrasen. Stattdessen werden die Missionen auf einer Übersichtskarte ausgewählt. Jeder Job wird im Übrigen mit kurzen Videos eingeleitet und abgeschlossen. Diese sind in einem sehr netten Comicstil gehalten und verfügen allesamt über eine zwar englische aber sehr gute Sprachausgabe. Die Palette an Aufgaben umfasst unter anderem simple Killermissionen, Fluchten und das Verteidigen von Positionen. Etwas ausgefallener ist ein Auftrag, in dem eine Gefriertruhe transportiert werden soll. Diese darf nicht von der Ladefläche des Transporters fallen, wobei Schläger einer anderen Gang das ein oder andere Rammmanöver versuchen. Leider sind die Missionen inhaltlich zusammenhanglos und bilden keine Gesamtgeschichte zur Crew oder deren Übernahme Londons.
Achtung, Linksverkehr!
Nur selten ist man in den Missionen auf sich allein gestellt. Meistens wird der vom Spieler gesteuerte Gangster von bis zu drei Kollegen begleitet. Diese stehen ihm schlag- und schusskräftig zur Seite. Auch reagieren sie auf Befehle und können auf Wunsch vorstürmen, zurückbleiben oder sich sammeln. Letzteres ist besonders sinnvoll, wenn einer der Mitstreiter verletzt ist. So lange sich der Knabe auskuriert, können die anderen weiter ihre Ziele verfolgen. Ein Waffenwechsel ist im herkömmlichen Sinne nicht möglich, stattdessen kann man jederzeit zwischen den verfügbaren Gangmitgliedern wechseln und somit auf deren Repertoire zurückgreifen. Die Schläger, egal ob Freund oder Feind, handeln jedoch sehr eintönig. So gehen die vom Computer gesteuerten Charaktere nicht in Deckung oder ziehen sich zurück, sondern schießen blind auf alle Widersacher.
Eine ausgefeilte KI sucht man in Gangs of London vergebens. Ein weiteres Manko ist die Steuerung des Spiels. Zwar haben die Entwickler viel Wert auf eine simple Verteilung der Knöpfe gelegt und die Bedienung ist leicht zu erlernen, doch ist sie meist recht ungenau. Ein schneller Dreher ist kaum möglich und die Feinde werden durch einen einfachen Knopfdruck zielgenau anvisiert. Dadurch ist das Bestehen in einem Feuergefecht keine große Herausforderung.
Darts, Billiard und ein frisches Ale!
Neben dem Storymodus bietet Gangs of London eine Vielzahl an weiteren Spieloptionen. So bestehen unter anderem die Möglichkeiten die Stadt frei zu erkunden, als Tourist die Stadt zu bereisen und Schnappschüsse von den Sehenswürdigkeiten zu machen, die Stadt von Zombies zu befreien, sich als Taxifahrer zu beweisen oder als Polizist Randalierer zu zähmen. In manchen von diesen Modi wird auch erstmals deutlich, dass das im Spiel dargestellte London im Grunde genommen aus einem Guss besteht und sehr detailliert nachgebildet wurde. Angesichts dieser Tatsache ist es kaum nachvollziehbar, dass man die Stadt nicht auch im Storymodus frei erkunden darf. Eine sehr spaßige Ergänzung ist das Pub. Hinter diesem Menüpunkt verbergen sich fünf nette Minispiele. Darunter ist ein Dartspiel, ein Billiardspiel und der so genannte 'Nostalgomat'. Bei lezterem handelt es sich um eine Abart des Klassikers Snake. Alle fünf Spiele können im Übrigen mit nur einer PSP gegeneinander gespielt werden. Des Weiteren ist es möglich, über das drahtlose Netzwerk eine Demoversion des Spiels an andere PSP-Systeme zu schicken.
Im Gegensatz zu dem stylischen Look der Zwischensequenzen ist die grafische Darstellung im Spiel etwas langweilig. Die Fahrzeuge wirken eckig und auch die Modelle der Charaktere sind ein wenig detailarm. Ebenso ähneln sich die unterschiedlichen Stadtbereiche sehr stark, nur einige besondere Bauwerke unterbrechen das eintönige Bild. Auch in Bezug auf den Sound sind die Cutscenes qualitativ ausgereifter als die restliche Geräuschkulisse. Die Hintergrundmusik untermalt das Geschehen zwar passend, jedoch wenig abwechslungsreich. Die Geräusche sind von mittelmäßiger Güte.
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