Gesamtwertung51%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Die PC-, PS3- und Xbox 360-Fassungen von Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 waren einsame Spitze und setzten die Qualität der Reihe einen Schritt nach vorn. Ein vor allem auf dem PC hoher taktischer Anspruch, spannende Missionen, eine überzeugende Technik und vor allem ein unterhaltsamer Mehrspielermodus sorgten nicht nur bei uns für Höchstwertungen. Heimlich, still und leise hat sich vor kurzem die PlayStation Portable-Fassung des Taktik-Shooters in die Händlerregale eingefunden. Ein mögliches Indiz dafür, dass die Handheld-Version mächtig versemmelt wurde?
Alter Bekannter...
'Ein gottverdammter Auftrag wie jeder andere auch ...' Das dachte sich bestimmt Protagonist Scott Mitchell - immerhin schon seit Ghost Recon 2 mit dabei - als er bereits kurz nach den Ereignissen des ersten Advanced Warfighter-Teils seinen neuen Auftrag annimmt. Geheime Waffen sollen angeblich von Mexico City nach Kolumbien transportiert werden, wir sollen der ominösen Sache nachgehen. Nur dumm, dass der Helikopter, in dem wir und unser Team sitzen beschossen wird und abstürzt.
Na, jetzt ratet einmal, wer von nun an auf sich allein gestellt ist. Randbemerkung: Die Konsolen- und Rechenknecht-Fassungen des Spiels beginnen knapp 24 Stunden nach dem ersten GRAW und basieren auf einer anderen Story. Hat Mitchell seinen PSP-Auftrag also wirklich noch kurz dazwischen geschoben, nur um einige Stunden später die Aufträge all anderer Versionen anzufangen!? Klingt im ersten Moment unlogisch, scheint angesichts der Kürze des vorliegenden Spiels aber dann doch realistisch. Mit den 22 Missionen werdet Ihr je eine Viertelstunde - und da sind wir in unserer Rechnung noch großzügig! - beschäftigt sein. Mehr als maximal fünf bis sechs Stunden dürfte man also eigentlich nicht benötigen, sofern man nicht vorher noch nie einen Shooter gespielt hat.
Das Dilemma geht weiter: Mitchell ist größtenteils auf sich allein gestellt, das Spiel lässt daher die originalen Ghost Recon-Tugenden - außer das hilfreiche Crosscom - schmerzlich vermissen. Nur recht selten wird Euch mal ein Verbündeter zur Seite gestellt und selbst dann darf man den ganzen Mist auch noch alleine machen, den nicht nur die Terroristen sondern auch die Entwickler hier verzapft haben. Klingt hart, soll es aber auch sein: Denn in der PSP-Fassung verkommt das eigentlich als Taktik-Shooter konzipierte Spiel zur virtuellen Schiessbude.
Kurz und knapp gesagt: Die künstliche Intelligenz - sowohl eigener Kameraden, als auch die der bösen und Clancy-typisch 'gesichtslosen' Feinde - ist gelinde ausgedrückt die reine Zumutung. OK, wir ballern einem Gegner die Rübe weg, aber wozu eingreifen, geschweige denn auch nur zu reagieren? Die KI-Clowns denken sich in solchen Momenten wahrscheinlich: 'Der wird mich schon bestimmt nicht treffen, ich stehe hier eh wie ein Baum.' Zudem scheint die Moral der GRAW-Einheiten ziemlich nachgelassen zu haben: Die Jungs scheinen sich eher zu fürchten, als dass sie uns Deckung geben oder wenigstens drauf losstürmen. Und wenn es mal passiert, segnen selbige auch nicht selten fix das Zeitliche.
Aber was soll's? Den Pappnasen kann man sowieso keine Befehle erteilen, womit wir auch schon beim zweiten großen Problem von GRAW 2 für die PSP wären. Der taktische Anspruch, der die 'großen Brüder' zu dem machte, was sie sind, fehlt hier völlig. Man kann genauso gut wie der letzte Rambo durch die Wälder Kolumbiens hetzen und sich wirklich ohne Schwierigkeiten seiner Feinde entledigen. Es gab einmal eine Zeit, in der man förmlich nach einem Luftschlag bettelte, sich mithilfe von Sucherdrohnen seinen Weg durch potentiell gefährliche Gassen bahnte und mit seiner Munition sparen musste.
Das dringende Bedürfnis, alle drei Sachen auch auf Sony's Handheld anzuwenden, hat sich nie eingeschlichen. Wozu erst umständlich sondieren, wenn sich viele Feinde mit den ewig gleichen Sprachsamples doch schon vorher verraten? Warum erst einen Airstrike anfordern, wenn es doch an Hotspots Flaks und RPGs gibt? Und wieso zur Hölle soll ich auf jede einzelne Kugel achten, wenn ich die hier wie im Ausverkauf bekomme? So motiviert die Einzelspielerkampagne des Spiels...absolut gar nicht! Noch eine Frage: Wieso kann sich Mitchell regenerieren? Entwickler, ihr zerstört den Geist der 'Ghosts' - treffender könnte man es nämlich nicht formulieren.
Und wer vorher schon keine Probleme mit den Schergen gehabt hat, darf sich quasi mit einem Longdrink bewaffnet auf eine kolumbianische Hängematte begeben, wenn es mit einem Kumpel in den an sich gar nicht einmal so üblen Coop-Mehrspielermodus per Ad-Hoc-Verbindung geht. Dann wird die ganze Sache gleich noch einmal wesentlich einfacher - warum auch nicht? Andernfalls spielt Ihr mit Eurem Gefährten die Modi Firefight, Defend und Recon. Technisch reizt Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 die PlayStation Portable bei Weitem nicht aus, sieht dafür aber auch nicht wirklich schlecht aus. Für PSP-Verhältnisse offenbaren sich recht überzeugende Explosionseffekte, auch das Leveldesign geht größtenteils in Ordnung, obwohl, wie bereits erwähnt, mehr drin gewesen wäre. Über die 'mannigfaltigen' Sprüche der künstlichen Idioten haben wir uns ja bereits geäußert. Wenigstens gehen da schon eher Effekte und der Soundtrack in Ordnung. Was bleibt mir abschließend noch Positives zu sagen? Die Kill-Cam, die vor allem Kopfschüsse in Szene setzt, ist eine nette Bereicherung, steht aber in keinem Vergleich zum restlichen Produkt.