Gesamtwertung90%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
God of War hat sich inzwischen zu einem der stärksten Sony-Titel etablieren können. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die PlayStation Portbale einen eigenen Ableger bekommt. Bereits auf der Rückseite des God of War 2-Handbuchs wurde der Titel angepriesen. Nun ist inzwischen ein Jahr vergangen und wir konnten den Titel ausgiebig zocken. Ob die hohe Qualität und das geniale Gameplay des PS2-Vorbilds auch auf der PSP zu entzücken weiß, erfahrt ihr in unserem Test zu God of War: Chains of Olympus.
Anderes Team, schlechteres Spiel?
Anders als God of War 1 und 2 wurde Chain of Olympus nicht von den Sony Santa Monica Studios, sondern von Ready at Dawn entwickelt. Kommt erste Skepsis auf? Das braucht es nicht, denn das Resultat präsentiert sich nicht nur in einem unglaublichen Technikfeuerwerk, sondern weist auch sonst alle Finessen auf, die Kratos in der Vergangenheit so ausgezeichnet haben. Die Story ist dabei allerdings vor den Geschehnissen der großen Brüder angesetzt und wirft euch in die Zeit, als Kratos im Dienste der Götter steht, um seine Schuld zu begleichen. Das Spiel startet während einer großen Invasion der Perser in Attica.
Nicht nur, dass unzählige Soldaten Persiens hier ihr Unwesen treiben, auch ein riesiger Hydralisk sorgt für Chaos und Zerstörung. Aber Kratos weiß sich natürlich zu helfen und metzelt mit seinen Chaosklingen munter drauf los. Die ersten Passagen dienen nicht nur dazu, euch mit der Steuerung vertraut zu machen, sondern auch als Vorgeschmack auf Kommendes. Es gibt dicke Bosskämpfe, verdammt viel Gewalt, Quicktime-Events, kleinere Rätsel und eine Prise Sex. Die Bedienung wurde weitestgehend vom PS2-God of War übernommen. Natürlich mussten aufgrund der fehlenden R2/L2-Buttons sowie des zweiten Analogsticks kleinere Kompromisse gemacht werden. So führt ihr die Hechtrolle nun nicht mehr mit dem rechten Analogstick aus, sondern gebt die Richtung an und drückt dann beide Schultertasten gleichzeitig.
Diese marginalen Änderungen fallen überhaupt nicht ins Gewicht und Kratos steuert köstlich wie eh und je. Wie es sich für den Spartaner gehört, reißt er den Persern natürlich gehörig den Allerwertesten auf. Das wahre Übel folgt aber erst jetzt. Denn Morpheus, auch als Gott der Träume bekannt, taucht die Erde in tiefste Dunkelheit und muss selbstverständlich aufgehalten werden.
Die Götter sind sich natürlich wieder zu fein dafür und lassen Kratos die Drecksarbeit verrichten. Gut für uns, schlecht für die Dämonen, die das Land heimgesucht haben Die Story wird euch anhand sehr hübscher Videosequenzen und Comics erzählt, lässt aber ein wenig an Tiefe, wie man sie aus den anderen Spielen gewohnt ist, vermissen.
So kennt man ihn, so liebt man ihn!
Die Kämpfe in God of War: Chains of Olympus gehen gewohnt gut von der Hand. Zwei der Facebuttons dienen für verschiedene Angriffskombos, die ihr nach und nach erlernt. Diese werden mit leicht zu erlernenden Buttonkombinationen ausgeführt. Weiterhin kann Kratos zu vernichtenden Würfen ansetzen, bei denen nicht selten der eine oder andere Kopf und ein gewisses Tröpfchen Blut verloren geht. Dicke Brocken können zudem wieder auf spektakuläre Weise geplättet werden. Hab ihr sie ausreichend geschwächt, könnt ihr zu Finishern ansetzen, die wie gewohnt mit Quicktime Events eingeleitet werden, welche mit dem kleinen PSP Analogstick zugegebenermaßen recht viel Eingewöhnung benötigen.
Sind die obligatorischen Tauch- und Kletterabschnitte auch wieder dabei? In der Tat! Auch der Einsatz von Magie ist wieder möglich. Relativ schnell erlangt ihr beispielsweise die Macht von Efreet, die es euch ermöglicht, einen verheerenden Feuerangriff zu starten, der alle Feinde sanft grillt, damit sie auch nichts von ihrem Saft verlieren. Später gelangt ihr noch in den Besitz eines Sonnenschildes, mit dem ihr nicht nur gegnerische Angriffe, das richtige Timing vorausgesetzt, kontern könnt, sondern auch mächtige Lichtblitze auf eure Gegner schleudern könnt. Ein weitere Neuerung ist der Handschuh von Zeus, der nicht nur sich ausgezeichnet in das Gameplay integriert, sondern sich bei seiner Größe auch für das Weichklopfen von Fleisch geradezu anbietet. Leider ist diese neue Waffe die einzige, die ihr während des gesamten Spiels ergattern könnt, Gott sei Dank gibt es aber dafür reichlich Fleisch
Mit dem Ableben eurer Gegner bzw. durch das Öffnen verschiedener Truhen erhaltet ihr wie immer eine Reihe von Orbs, die euch, je nach Farbe, das Leben erleichtern. Grüne Orbs stellen eure Gesundheit wieder her, blaue eure Magie und rote dienen dazu, eure Fähigkeiten auszubauen.
In einem Menü könnt ihr diese dann in eure bevorzugte Fähigkeit investieren und schaltet so neue Kombos frei oder verstärkt eure magischen Fähigkeiten. Einige besagter Truhen enthalten wiederum Gorgon Augen und Phoenix Federn, die eure Gesundheits- bzw. Magieleiste erweitern, sobald ihr eine gewisse Anzahl des jeweiligen Typs eingesackt habt.
Alles nichts neues, nicht wahr? Womit wir auch schon beim Hauptkritikpunkt des Spiels wären. Klar, warum sollten die Entwickler das bewährte Konzept auch verändern und damit irgendwelchen Risiken eingehen? Allerdings hätten wir uns einige Neuerungen gewünscht. Man geht im Vergleich zu God of War 2 sogar einen gewaltigen Schritt zurück. Aber hey, es ist schließlich auch die Vorgeschichte, womit die Entwickler wohl die passende Ausrede parat haben dürften. Schade ist auch, dass es weniger Rätseleinlagen und Bosskämpfe gibt, als noch im zweiten Teil. Und ja, ihr dürftet schon davon gehört haben, die Spielzeit ist recht kurz. Nach gut fünf bis sechs Stunden dürftet ihr das Ende erreicht haben. Aber reicht das Gebotene denn noch aus, um zu rocken? Die geringe Spielzeit? Die kaum vorhandenen Neuerungen? Nehmen wir uns jetzt mal kurz eine Auszeit und sammeln unsere Gedanken. Es handelt es sich hier um ein Handheld, ein mobiles Gerät, technisch den Konsolen klar unterlegen.
Ihr schaltet es ein und Kratos erstrahlt in all seiner Pracht auf dem 16:9-Display und ihr könnt wo immer und wann immer ein waschechtes God of War zocken. Reicht das als Antwort aus? Wir wollens hoffen!
Es rockt nun mal!
Chains of Olympus bietet, und das ist das Wichtigste, alle Faktoren, die ein God of War nun einmal ausmachen. Als da wären ein unglaubliches Leveldesign, das man in dieser Qualität noch nie zuvor auf einem Handheld zu Gesicht bekommen hat, ein durchdachtes Kampfsystem, das nie an Reiz verliert, unglaubliche Grafiken, von denen wir nie gedacht hätten, dass sie in dieser Form machbar gewesen wären, und einen brachialen Soundtrack, den ihr erlebt haben müsst. Kopfhörer sind dabei natürlich Pflicht! Bei all der Pracht, die ihr hier erleben dürft, fallen die kleineren Macken wie gelegentliches, kleineres Ruckeln und Tearing nicht wirklich ins Gewicht. Einzig die Probleme mit der Kamera, mit denen man ab und zu zu kämpfen hat, hätten nicht sein müssen. Ein ganz großes Lob muss man den Jungs von Ready at Dawn hingegen für die so gut wie gar nicht vorhandenen Ladezeiten machen. Auch die Speicherpunkte wurden zahlreicher als gewohnt platziert, so dass man nicht über den mobilen Aspekt meckern kann. Und zur Not gibts ja noch die Standby-Funktion.
God of War: Chains of Olympus im Test.
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