Gesamtwertung47 %/10 |
GrafikMangelhaft SoundBefriedigend |
LanzeitspaßAusreichend Spieleinstieg7 |
BedienungMangelhaft |
Kenner der Bücher wissen: Harry ist als Auserwählter dazu bestimmt gegen den dunklen Lord Voldemort anzutreten und diesen entweder zu töten oder selber seinen Tod zu finden. Anstatt jedoch höhere Magie zu lernen, die ihm im Kampf nützlich sein könnte, erfährt Harry in privaten Lehrstunden bei Dumbledore vieles über die Vergangenheit des dunklen Lords und das Geheimnis der Horkruxe. Leider wird die Handlung mit drögen Sequenzen in Spielgrafik erzählt und strafft die Geschehnisse stark zusammen; die düstere Atmosphäre der Vorlage kommt nicht auf. Zusätzlich wird das durch Harrys Aufgaben im Schloss unterstützt, die sehr "unheldenhaft" ausfallen. So muss er stets als Laufbursche herhalten und langweilige Botengänge erledigen, von denen man im Buch sicherlich nicht gelesen hat. Etwa die Abendgarderobe wieder finden, die der kauzigen Luna gestohlen wurde. Dafür muss Harry zuerst die Diebe finden. Sollte ihr Aufenthaltsort bekannt sein, kann Euch die Karte des Rumtreibers den Weg weisen, andernfalls müsst Ihr für Hinweise quer durch das in kleine Areale aufgeteilte Schloss laufen und Mitschüler befragen. Am Ziel angekommen wird das Gesuchte nur im Tauschhandel herausgegeben. Das gilt merkwürdigerweise auch für die gestohlene Garderobe! Die nötigen Objekte für den Tausch findet Ihr mithilfe von fünf Zaubern, die Ihr mit der Zeit erlernen könnt, überall im Schloss oder gewinnt sie in Minispielen (Variationen von Murmelspiel, Memory und Kegeln). Dazu gesellen sich das Brauen von Zaubertränken, Duellieren und Quidditch, die Ihr an bestimmten Stellen des Spiels zwingend absolvieren müsst. Während Erstgenanntes sehr spaßig ausgefällt, ist Letzteres mehr als chaotisch und macht durch seine Steuerung und grafische Gestaltung einen unglaublich schlechten Eindruck. Trotz der allgemein obskur schlechten Gegnerintelligenz in den Minispielen, sind diese durchaus kurzweilig und retten das Spiel vor dem Totalabsturz. Denn auch mit den eingestreuten First-Person-Zauber-Abschnitten, in denen Ihr Todesser oder Inferi bekämpft, bleibt das Spiel unspektakulär.
Das Gute zuerst: Die Steuerung ist schnell erlernt. Zudem lässt sich das Spiel in acht Sprachen spielen. Nun zum Schlechten. Harry bleibt bei seinen Touren durch das Schloss nicht selten an unsichtbaren Ecken hängen, das Spiel reagiert öfters nicht auf die Eingabe, die Ladezeiten beim Wechsel zwischen Spiel und den Menüs dauern sekundenlang (das ist nerviger als es hier klingen mag), Minispiele lassen sich nicht abbrechen oder direkt neu starten und steuern sich beim Quidditch und Kegeln schlecht. So schlecht, dass die Spiele beinahe zum Glücksspiel ausarten. Doch die miese K.I. "gleicht" dieses Manko aus und lässt Euch meistens gewinnen.
An einigen Stellen des Spiels kommt die Frage auf, ob Harry wirklich die Sechste oder doch nicht noch die erste Klasse des Internats besucht. Die Zaubersprüche werden Euch nämlich in drei Stufen erläutert. Zuerst seht Ihr nur eine Einblendung, die die zu betätigenden Tasten zeigt, dann sollt Ihr den Zauber mit eingeblendeter Erläuterung ausführen und als Letztes noch mal ohne Erläuterung zaubern. Ein Hinweis auf die angestrebte Zielgruppe? Jüngere Spieler dürften zwar mit den Spielmechanismen nicht sonderlich überfordert sein, sich aber über die unübersichtliche Architektur aufregen, die jeden Erkundungsversuch ohne Karten-Navigation zu einer Irrfahrt werden lässt.
Man kennt sie bereits aus Adventures, die Mischung aus 3D-Objekten und vorgerenderten zweidimensionalen Umgebungsgrafiken. In Harry Potter funktioniert das nur bedingt. Die Hintergründe sind zwar gut gelungen und überzeugend, wirken aber leblos. Außerdem wird der Erkundungsdrang durch die Kombination der zwei verschiedenen Dimensionen stark eingeschränkt, sind alle interaktiven Objeke doch sofort auszumachen. Der Detailgrad der Charaktere, sofern Hauptfiguren des Spiels, kann überzeugen, die Bewegungen hingegen nicht. Besonders die Laufanimation Harrys wirkt hölzern und ungelenk. Arbeit haben sich die Entwickler in den Zwischensequenzen gespart, wenn besondere Animationen, wie etwa beim Kuss zwischen Harry und Ginny oder dem Öffnen der Horkruxhöhle von Nöten gewesen wären. An diesen Stellen wird das Bild kurzerhand überblendet. Das sorgt für eine gerunzelte Stirn beim Spieler und Einbußen in der Atmosphäre. Zum Schluss sei noch die Darstellung der Quidditch-Matches hervorgehoben. Dabei schaut Ihr schräg auf das Spielfeld, auf dem sich gezeichnete Spieler bewegen, bei denen man oft nicht sagen kann, wo vorne und hinten ist.
An manchen Stellen hört man sie. In Minispielen und in den Menüs ertönt sie: Die Musik. Wenn Ihr mit Harry allerdings auf einem langweiligen Botengang seid, herrscht Stille. Ein Programmfehler? Kurz vor dem Ende nämlich kam ich auch im laufenden Spiel in den Genuss der Musik und das ist nicht ironisch gemeint. Denn die Musik kann wirklich überzeugen, auch wenn sie - abgesehen vom Abspann - mir nicht aus den Filmen bekannten Themen enthält. Eine Sprachausgabe gibt es übrigens nicht. Unnötig zu sagen, dass das den Dialogen unglaublich viel Atmosphäre raubt. So hört man oft nichts anderes als Soundeffekte, wenn Ihr etwa die Dialogfenster vorantreibt oder einen Zauber wirkt. Unglücklich, dass gerade die so schrecklich klingen müssen.
Als wirklich großer Fan der Harry Potter Bücher ist es ja fast schon normal, dass ich mit den Filmen und Spielen wenig anfangen kann. Die Filmadaptionen wirken in der Abhandlung der Geschichte gehetzt und lassen Details unter den Tisch fallen, während die Spielumsetzungen zusätzlich selten gute Ideen zur Füllung des Hogwarts-Alltags bieten. Die zusammengestutzte Geschichte und die Beschäftigung Harrys als Botengänger und Mädchen-für-alles stellt das wiederum unter Beweis. Die schlechte Präsentation, insbesondere im Bereich Sound, liefert ihren Teil dazu. So fällt Harry Potter und der Halbblutprinz als öde Spielerfahrung ohne spielerische oder erzählerische Höhepunkte aus. Nur die kurzweiligen, wenn auch bei weitem nicht perfekten Minispiele verhindern den Totalausfall.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
Harry Potter und der Halbblutprinz im Test.
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