Gesamtwertung89%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Mit Killzone hat Sony seiner Zeit ein würdiges Pendant zu Microsofts Vorzeige-Shooter Halo auf die Beine gestellt. Ein Nachfolger musste her, doch anstatt auf ein Sequel auf der PS2 zu setzen, kommt mit Killzone: Liberation die erste Fortsetzung des Titels auf der Playstation Portable. Sowieso entfernt man sich von der Ego-Ansicht des großen Bruders und führt eine isometrische Perspektive für das neue Spiel ein. Was ihr sonst noch von dem neuen Blockbuster erwarten dürft, verrät euch unser Review.
Auf Vecta ist die Hölle los
Die vier Helden Templar, Rico, Luger und Hakha aus Killzone konnten im ersten Teil die Invasion der Helghast auf den Planeten Vecta abwehren. Die ISA konnte so die Kontrolle über das System wahren. Der Triumph war allerdings nur von kurzer Dauer. Scolar Visari, seines Zeichens Anführer der Helghast, setzte sein gesamtes Vertrauen in den skrupellosen General Armin Metrac. Dieser leitete mit den verbleibenden Truppen eine neue Instanz ein. Mit Erfolg wie es scheint - nach kurzer Zeit kann Metrac die südlichen Basen Vectras dem Erdboden gleichmachen. Eine kleine Gruppe von elitären ISA-Verantwortlichen, welche in Hinsicht auf die Krisenplanung unverzichtbar ist, soll nun geschützt werden. Sollten diese in helghanische Gefangenschaft geraten, könnte die Welle des Terrors nicht mehr zu stoppen sein. Der Veteran Jan Templar soll nun hinter feindlichen Linien den Helghast einen Strich durch die Rechnung machen...
Auf ins Gefecht!
Das Spiel startet direkt im Einsatzgebiet und ihr dirigiert Templar mit dem Analog-Stick präzise über das Gelände. Die ersten Helghast sind direkt zu Stelle und bitten euch zum Schussgefecht. Aber gerne doch - mit R geht Templar in die Hocke und ihr könnt euch mit eurer Laserzielfunktion frei drehen und die Widersacher anvisieren. Weiter dient diese Funktion dazu, euch hinter schützenden Mauern oder Sandsäcken zu verschanzen. Haltet ihr L gedrückt, blickt Jan in die von euch festgelegte Richtung, während ihr ihn durch die Areale dirigiert. Um die Steuerung beim Zielen nicht zu kompliziert zu gestalten, hat Guerilla eine automatische Zielhilfe in das Spiel integriert. Ihr braucht also nur grob in die Richtung des Feindes zu zielen, um ihn erfolgreich zu erfassen. Bei einem zweifachen Druck auf L macht Templar eine stylische Hechtrolle, die euch bei Ausweichen von Geschossen gerade im späteren Verlauf des Spiel sehr hilfreich sein wird.
Haltet ihr L und R zur gleichen Zeit gedrückt, visiert der Protagonist den nächstgelegenen explosiven Gegenstand an. Auf diese Weise lassen sich durch einen gezielten Treffer ganze Helghast-Squads auslöschen. Mit der Kreis-Taste könnt ihr den feindlichen Truppen mit Granaten und anderen Sprengstoffen, wie Rauchgranaten, C4 oder Minen, einheizen.
Bei vielen Abschnitten des Spiels seid ihr nicht alleine unterwegs, sondern könnt mit der Unterstützung eurer treuen Gefährten Rico, Luger und Hakha rechnen.
Diese lassen sich ihr zwar nicht direkt steuern, allerdings habt ihr die Möglickeit, ihnen über ein Interface Befehle zu geben, wie beispielsweise das Positionieren von C4-Sprengsätzen oder das Einnehmen bestimmter Punkte, um die gegnerischen Truppen von der Flanke aus zu attackieren. Kommt ihr einem der Gegner zu nahe, könnt ihr sie mit eurem Gewehrkolben bekannt machen. Aber Vorsicht: Auch die Helghast wissen, wie man gepflegt austeilt. Ist das Spiel anfangs noch recht einfach zu meistern, solltet ihr spätestens ab dem zweiten der insgesamt vier Kapitel die Kommandos inne haben, um nicht am laufenden Band das Zeitliche zu segnen. Obwohl der Fokus klar auf Action liegt, kommt ihr ohne die richtige Taktik nicht weit. Die Helghast machen erbarmungslos Jagd auf euch, verstecken sich hinter Boxen oder versuchen euch, in Gruppen von zwei Seiten aus zu attackieren. Der Spieler wird durchaus gefordert, aber gerade dies ist es, was das Spiel ausmacht und ihm eine erfreuliche Spieltiefe verleiht.
Der nächste Gegner kommt bestimmt...
Auf den Arealen sind zahlreiche Munitions- und Holzkisten versteckt. Letztere könnt ihr mit einem beherzten Schlag öffnen und euch an Goodies wie Verbandskästen, Munition, oder für freischaltbare Boni erforderliche Credits, erfreuen. In den Munitionskisten findet ihr teilweise andere Waffen und Sprengstoff, weitere Medikits sowie Erste-Hilfe-Spirtzen, mit welchen ihr eure Kameraden wieder aufpeppeln könnt. Während ihr die Kisten durchforstet, solltet ihr euch allerdings nicht zu viel Zeit lassen. Das Spielgeschehen läuft permanent weiter, wenn auch in Zeitlupe. Im Laufe des Spiels laufen euch immer besser ausgerüstete Feinde über den Weg. Neben die Standard-Schocktruppen stellen sich mit Flammenwerfern ausgestattete Pyro Soldaten und Wachsoldaten, die eure Geschosse mit Schutzschilden abwehren. Gerade die so genannten 'Klauen' Soldaten sind extrem wiederstandsfähig und können euer Leben mit ihren biomechanischen Greifarmen frühzeitig beenden. Aber auch, wenn mal kein Gegner zu sehen ist, solltet ihr immer die Augen offen halten - der Boden ist gespickt mit Minen. In Kanalrohren können weiterhin tödliche Spinnenminen auf euch warten, die bei Sichtkontakt auf euch zu stürmen und bei Berührung explodieren. Auch Wachhunde gilt es abzuwehren.
Obwohl ihr hauptsächlich per Pedes unterwegs seid, könnt ihr in bestimmten Abschnitten die Kontrolle über fahrbare Untersätze, wie Panzer oder Luftkissenfahrzeuge übernehmen. Auch stationäre Geschütze lassen sich bedienen.
Traumhafte Präsentation
Auf eurem Weg zum Sieg durchquert ihr abwechslungsreiche Schauplätze wie detaillierten Fabriken bis hin zu liebevoll gestalteten Waldabschnitten. Die von den Entwicklern eingesetzte Perspektive verschafft dem Spieler dabei von Anfang an den nötigen Überblick und kann mit einer, für PSP Verhältnisse, herausragenden Grafik mehr als überzeugen, welche der Präsentation des PS2-Vorgängers in fast nichts nachsteht. Man mag kaum glauben eine PSP in den Händen zu halten. Auch die dramatische Musikuntermalung unterstreicht die eh schon sehr dichte Atmosphäre und gliedert sich hervorragend ins Spielgeschehen ein. Die deutsche Synchronisation der Dialoge könnte allerdings einen Tick besser sein, ist aber zu verschmerzen.
Zieht mit Freunden in die Schlacht
Neben den Missionen im Singleplayermodus, der neben der Kampagne auch noch mit einem fordernden Challenge-Mode aufwartet, in dem ihr neue Boni freischalten könnt, haben die Entwickler dem Spiel einen wirklich ausgezeichneten Mehrspielermodus spendiert und katapultieren Killzone: Liberation damit in noch höhere Sphären. Neben Standardmodi wie Deathmatch, Team Deathmatch und Capture the Flag, könnt euch im Sturmangriffsmodus mit fünf weiteren Spielern austoben. Auch sehr löblich ist die Tatsache, dass ihr zusammen mit einem Freund die Kampagne kooperativ angehen könnt.
Auch eine Game-Sharing Funktion hat es ins Spiel geschafft. Alles in allem macht der Mulitplayerpart das Spiel auch nach dem Durchspielen immer wieder für eine Runde interessant. Die Entwickler kündigten bereits an, dass sie den Spielern weiteren Content zum Download bereitstellen werden.
Auch Freunde spannender Multiplayergefechte werden mit Killzone: Liberation auf ihre Kosten kommen. Ob nun gegeneinander oder kooperativ; alles ist möglich. Sony und Guerilla ist der Versuch durchaus gelungen, mit Killzone: Liberation den versprochenen Blockbuster abzuliefern und man darf gespannt sein, was in Zukunft noch auf uns zu kommt.