Gesamtwertung89%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Schon vor einigen Wochen erschien Lego Star Wars 2 für PC, Xbox 360 und die drei Current Gen Konsolen. Eine mobile Variante für den Nintendo DS gibt es auch, doch sorgt die mit schlimmen Bugs und blöder KI für allerlei Verdruss. Mit etwas Verspätung erreicht nun auch eine Version für die PlayStation Portable den Handel. Ob die auch so verkorkst ist wie die DS-Variante?
Unnötig spannend möchte ich es nicht machen. Also gleich eines vorweg: Mit der DS-Fassung hat das Spiel nicht viel zu tun, es ist tatsächlich beinah eine 1:1-Umsetzung der Versionen für PC und Co(nsolen) - mit all den Stärken und wenigen Schwächen.
Die Macht für Unterwegs
Ist es die Hintergrundgeschichte, die den besonderen Reiz des Spiels ausmacht? Der Untertitel Die klassische Trilogie verrät es schon: Inhaltlich basiert das Spiel auf den Episoden IV bis VI für manche die einzig wahren Star Wars Filme. Dementsprechend warten natürlich keine großen Überraschungen. Zwar werden kaum Szenen nachgespielt, doch sind die Spielumgebungen eben schon bekannt.
Dreh- und Angelpunkt ist die Mos Eisley Cantina. Von dort startet die Reise zu insgesamt 18 Leveln, sechs je Film. Dabei ist man nie allein, sondern mindestens immer zu zweit unterwegs. Die Lego-Männchen gehen aber nicht nur zu Fuß. Denn anders als noch im Vorgänger können Fahrzeuge nun frei gesteuert werden, bewegen sich nicht mehr wie auf Schienen. Und davon macht Lego Star Wars 2 Gebrauch, etwa wenn es den Spieler im Snowspeeder auf den Eisplaneten Hoth oder im Millenium Falcon in den Weltraum bzw. Todesstern verschlägt.
Und gleich noch einmal
Luke und seine Freunde sind nicht nur auf der Jagd nach Darth Vader, sondern auch immer auf der Suche nach Sammelobjekten wie Minikit-Behälter, Gold- und Power-Steinen sowie ganz normalen Lego-Steinen, die in der Cantina als Zahlungsmittel für Power-Ups etc. dienen.
Einige dieser Objekte findet man im Story-Modus, für den Rest benötigt man besondere Fähigkeiten. So sind manche Räume nur für Kopfgeldjäger zugänglich. Der berühmteste, Boba Fett, muss jedoch erst freigeschaltet werden, bevor er im Freispielmodus ausgewählt werden kann.
Besonders Fleißige durchlaufen alle Level deshalb noch einmal, um auch noch den letzten verstecken Minikit-Behälter und Power-Stein zu finden. Denn nur so kommt man nach Lego City oder darf für Jabba Kopfgeldjägermissionen übernehmen, bei denen eine bestimmte Spielfigur unter Zeitlimit vernichtet werden soll.
Lego ohne Kabel
Großen Charme erlangt das Spiel einerseits durch den Witz, mit dem die Star Wars Filme ein wenig durch den Kakao gezogen werden, andererseits durch die Lego-Elemente, aus denen fast alle Objekte bestehen. Freunde von Lego und Star Wars können sich nur in das Spiel verlieben.
Und der niedrige Schwierigkeitsgrad sowie das unkomplizierte und witzige Gameplay machen Lego Star Wars 2 auch zu einem tollen Spiel für die Jüngsten. Wenngleich die PSP-Fassung doch mehr für ältere Einzelkämpfer als für die ganze Familie taugt.
Denn einen kooperativen Modus gibt es zwar auch, doch wird hierzu eine zweite PSP mit einer zweiten Ausgabe des Spiels benötigt. Und der Einstieg ist ebenfalls einen Funken komplizierter: Während man bei PlayStation 2 und anderen Konsolen nur einen zweiten Controller anschließen und auf die START-Taste drücken muss, soll hier vorher eine Wireless Verbindung zwischen den beiden PSPs hergestellt werden. Das geht aber nur in der Mos Eisley Cantina, nicht während eines Levels. Sobald die Verbindung einmal steht, kann der Mitspieler jedoch jederzeit ein- und wieder aussteigen.
Ein Online-Koop-Modus hätte den Vogel natürlich abgeschossen. Aber den gibts ja auch für PC und die anderen Konsolen nicht.
Plastik klingt blechern
Probleme bereiten dem Spiel die bekannten Unzulänglichkeiten der PSP: Das UMD-Laufwerk sorgt für längere Ladezeiten, die im Vergleich mit anderen PSP-Spielen aber immer noch recht kurz ausfallen. Aus den winzigen Lautsprechern tönt die orchestrale Spielmusik mitunter ein wenig blechern. Und die relativ wenigen Tasten, vor allem der fehlende zweite Analogstick, lassen keinen Raum für die Kamerasteuerung. Gut, dass die auf den großen Konsolen kaum gebraucht wird, deren Fehlen ist also durchaus zu verschmerzen.
Übrigens bietet die PSP-Fassung noch eine kleine Exklusivität: Im Story-Modus oder freien Spiel dürfen die Boss-Kämpfe aus dem ersten Lego Star Wars noch einmal nachgespielt werden. Wohl eine Entschädigung dafür, dass der erste Teil nicht für die PlayStation Portable erschien.
Mein Fazit: Wer für Lego und Star Wars etwas übrig hat und noch keine Fassung des Spiels für eine der Heimkonsolen besitzt, darf an diesem Spiel nicht vorbeigehen.