Unterwegs machen sich Kopfhörer zum intensiven Musikkonsum, wie man sich sicherlich vorstellen kann, ganz gut. Kopfhörer aufgesetzt bzw. In-Ear-Stöpsel ins Ohr gedrückt und schon ist man klangtechnisch für fast jede Situation gefeit. Doch was ist, wenn man im Büro Musik hören oder in einem Hotel seine UMD-Filme anschauen möchte und auf Kopfhörer verzichten will? Nun, man kann die internen PSP-Lautsprecher ihren Dienst verrichten lassen oder aber einen externen Verstärker, wie eine Anlage oder ein Ghettoblaster an die PSP stöpseln. Logitech hat sich Gedanken dazu gemacht und für die PSP einen weiteren Vertreter der PlayGear-Produkt-Linie bereitstehen - den PlayGear AMP.
Aufbewahrt in einer 30 x 14 x 5cm großen Transporttasche wirkt das Boxenpaar sicher aufbewahrt. Boxenpaar ist dabei das falsche Wort, denn es handelt sich mitnichten um zwei separate Boxen, die man irgendwo im Raum aufstellen kann, sondern um eine Vorrichtung, auf der zwei klappbare Boxen mit jeweils zwei Lautsprechern angebracht sind. Zum weiteren Lieferumfang gehören ein Netzteil, ein Klinkenkabel für den Anschluss der PSP an den PlayGear AMP und eine Haltevorrichtung für die PSP. Zum netzstromlosen Betrieb des AMP können vier AAA-Batterien in die dafür vorgesehenen Batterieschächte gelegt werden.
Der Aufbau des PlayGear AMP geht erfrischend unkompliziert von der Hand. Boxenleiste aus der Transporttasche genommen, den rückseitigen Standfuß ausgeklappt und auf den Tisch oder eine andere ebene Unterfläche gestellt. Anschließend können die Boxen frei nach Belieben positioniert werden. Wenn nicht schon Batterien benutzt werden, das Netzteil anschließen und über das Klinkenkabel den AMP mit dem Kopfhörerausgang verbinden - das war's im Grunde schon.
Um bei einem mehrstündigen Filmgenuss nicht die PSP die ganze Zeit in der Hand halten zu müssen, kann man sie einfach in die mitgelieferte Halterung stecken und sich seinen Film entspannt, auch aus einiger Entfernung, anschauen. Im Regal mit PSP in der Halterung wird der AMP rasch zum Blickfang,
Kurios ist beim AMP die Batterielaufzeit. Wir testeten mit einem Packen Billigbatterien und staunten nach einigen Stunden nicht schlecht, dass der AMP bei mittlerer Lautstärke noch aktiv war, während die PSP längst den Dienst versagte. Also wurde ein Creative-MP3-Player angestöpselt und gewartet... weitere Stunden später verabschiedete sich der MP3-Player. Erst nach insgesamt 18 Stunden begann der AMP zu schwächeln, was für batteriegespeiste Boxen ein mehr als hervorragendes Ergebnis darstellt.
Vom Klang her hat es der AMP allerdings etwas schwerer, wirklich zu begeistern. So überzeugt Logitechs Boxenset zwar bei Spielen mit sattem Sound und guter Klangfülle ein jaulender Motor bei Ridge Racer geht bei aufgedrehter Lautstärke astrein durch die Knochen - doch bei Musik und Filmen mit nuancenreichem Soundtrack patzt der AMP durch blechern wirkende Höhen und kraftlose Bässe.
Es mag absurd klingen, doch bei Spielen wird man halt komplett beim oftmals hektischen Geschehen auf dem Display gefesselt, während Musik und Soundkulisse das Gezeigte nur untermalen. Beim Genuss von Musik hingegen konzentriert man sich auf die volle Klangbreite der Musik und empfindet jegliche Nuancenänderung sofort als Störung.
Dies und der hohe Preis von knapp 80 verhindern eine uneingeschränkte Empfehlung des PlayGear AMP.