MediEvil - Die Rückkehr

Review
Plattform
Sony PlayStation Portable
Vertrieb
Sony
Entwickler
Sony Cambridge
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
12
MediEvil - Die Rückkehr [PSP , looki.de]

Gesamtwertung

86%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

MediEvil - Die Rückkehr

Es gibt Helden, es gibt Feiglinge... und es gibt Daniel Fortesque, seines Zeichen erstaunlich toter Protagonist von MediEvil – Die Rückkehr und zugleich Wohnstätte eines vorlauten Flaschendämons namens Al-Zalam, der sich in Daniels hohlen Schädel häuslich eingerichtet hat. Als wenn das nicht schon ein bemerkenswert seltsamer Umstand ist, ist der vernichtet geglaubte Zauberer Zarok wieder aufgetaucht und ärgert die im Reich Gallowmere ansässige Bevölkerung, indem er sie ungefragt einfach in Zombies verwandelt.

Eigentlich kam Sir Daniel Fortesque zu seinem Heldenstatus wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde. Denn als noch lebender Wichtigtuer hat er vor vielen Hundert Jahren und - nebenbemerkt auch im PSOne-Game „MediEvil“ - derart viel von angeblichen Heldentaten berichtet, dass der gutgläubige König ihn flugs zum Ritter schlug und ihm eine netten Posten zuschob. Währenddessen schmiedete der Hofmagier Zarok düstere Pläne und startete mit einer Armee von Untoten eine Invasion. Sir Daniel – von Freunden auch gern Sir Dan genannt - wurde also in die Schlacht geschickt... und wurde tödlich verletzt, als er bei einem spontanen „Rückzugsmanöver“ von einem Armbrust-Bolzen ins Auge getroffen wurde. Dennoch gelang es ihm, Zarok zurückzuschlagen, zu vernichten und so zu besiegen.

Und nun ist der düstere Zarok zurück, gestärkt in seiner Macht und geübt in besonders diabolischem Lachen. Sein Ziel wird schnell offenbar: Die Machterlangung im Königreich Gallowmere. Blöd für Sir Daniel ist nur, dass es sich irgendwie als Mythos eingebürgert hat, dass der Held vergangener Zeiten bei Gefahr zurückkehren und Zarok besiegen wird. Tja, Pech gehabt. Denn eigentlich hatte sich Sir Dan mit dem Totsein arrangiert, als ihm klar wurde, dass einem herumlaufenden Skelett die Laufbahn als strahlender Held irgendwie niemand so recht abnehmen würde.

Doch nun steht er da in seiner fast schon luxuriösen Gruft und hat vorerst nichts als seinen Arm als Schlagwaffe und den bereits erwähnten und recht vorlauten Flaschengeist in seinem Schädel. MediEvil – Die Rückkehr wäre aber kein echtes Actiongame, wenn Sir Dan seinen Arm nicht wieder schnell an die Schulter hängen und fortan mit Hämmern, Schwertern, Armbrüsten, Küppeln und anderem Totschlag-Gerät hantieren würde. Und um sich seiner Gegner zu erwehren, kann Sir Dan auf eine recht umfangreiche Kombo-Auswahl zurückgreifen, die von einfachen Schlägen bis zu umfangreichen Rundum-Attacken reicht.

Neben Gegnerklopfen wird dem Spieler auch das eine oder andere Rätsel abverlangt, die allerdings nur Action-Games-typische Aufgaben bieten: Suche Schlüssel, verschiebe Quader, gebe gefundenen Gegenstand einer Person, sammele Münzen und überwinde hüpfend Fallen. Solide Action-Adventure-Kost mit linarer Levelstruktur und somit so gut wie kein Platz fürs Ausprobieren von Alternativ-Spielweisen.

Dank einer recht simplen Steuerung und einer drehbaren Kamera lässt sich Sir Dans unfreiwilliges Abenteuer jedoch relativ problemlos nach einer kurzen Eingewöhnungszeit beherrschen. Das Inventar-Interface ist aufgeräumt und logisch strukturiert, sodass langes Suchen nach Waffen oder Missionsgegenständen entfällt.

Was MediEval – Die Rückkehr im besonderen Maße aus der Schar der Action-Adventure-Konkurrenz auf sämtlichen System hervorstechen lässt, ist der schräge Humor und die abgedrehte Grafik. Wer das skurile Weihnachtsmärchen Last Night before Chrismas des Kult-Regisseurs Tim Burton (Mars Attacks, Edward mit den Scherenhänden, Beetlejuice) kennt, wird sofort von einem heftigen Deja-Vu-Erlebnis geschüttelt. Knuddelige Zombies, schräge Häuser und seltsam verdrehte Bäume prägen eine grafisch rundum gelungene Atmosphäre, die man fast schon cineastisch nennen mag. Leider sind einige Levelabschnitte teilweise wenig abwechlungsreich, so dass man manchmal das Gefühl, diese Stelle bereits passiert zu haben.

Auch Freunde scharfsinnigen Humors werden an MediEvil – Die Rückkehr ihre helle Freude haben. Dank einer fast schon perfekt zu nennenden Synchronisation und Übersetzung, die nur durch eine fehlende Lippensynchronität ein paar Minuspunkte einfährt, wird einem ständig ein Grinsen auf die Lippen gezaubert. Die Art, wie schnoddrig Zorak auf Sir Dans Wiederbelebung reagiert oder

der in Dans Schädel hausende Dämon einige Situationen kommentiert liessen den Tester mehrmals laut auflachen.

Wem auf der Jagd nach Zarok nach Abwechslung ist, darf sich allein oder im Multiplayer an Minigames verlustieren, bei denen das Hauptaugenmerkt auf Geschicklichkeit gelegt wurde. So darf man beispielsweise im Pfeil des Schicksals mit einer Armbrust kleine Figuren wegballern, die sich auf einer Art Jahrmarkt-Stand hin und herbewegen.

Fazit

Eigentlich vermeide ich solch eine Floskel wo ich nur kann, aber: Ich liebe Medieval. Der abgedrehte Grafikstil, der Humor, die – für mich zumindest – erfrischend einfache Steuerung und die wirklich hervorragende Übersetzung und Synchronisation haben mich in Beschlag genommen. Dennoch trübt sich das Bild beim Gedanken an viel verschenktes Potenzial. Der lineare Levelaufbau und die Simpel-Rätsel sind fast schon eine kleine Beleidigung für etwas ältere Spieler, die durch MediEvil – Die Rückkehr zumindest geistig nicht wirklich ausgelastet werden. Dies verhindert leider eine weitaus bessere Bewertung.

MediEvil - Die Rückkehr [PSP , looki.de]

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