Gesamtwertung87%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Doppel-Comeback: Nach Maverick Hunter X feiert der 1987 von Capcom erfundene Mega Man seine zweite Rückkehr innerhalb von nur einem Monat. Mega Man: Powered Up ermöglicht, den ersten Ableger der Erfolgsserie erneut auf der PSP zu erleben in neuem aber auch im klassischen Design.
Es war einmal
Hintergrund der Geschichte ist die bekannte komplett in englisch präsentierte Drei-Satz-Story: Die Wissenschaftler Dr. Thomas Xavier Light und Dr. Albert William Wily schufen Hilfsroboter, darunter auch Laborassistent Mega, die den Menschen hilfreich dienen sollten. Aus Machtgeilheit war es dann Dr. Wily, der sich gegen seinen Freund wendet und die Hilfsroboter als Kampfandroiden missbraucht. Einzig Assistent Mega blieb von Dr. Wily verschont und wurde von Dr. Light kurzerhand zum Kampfroboter, und somit zum Mega Man, umgerüstet, um die feindlichen Androiden zur Vernunft zu bringen.
Mehr Story bedarf es nicht, um den neuerdings knuddeligen Mega Man durch die Levels zu jagen. Dies geschieht wahlweise in einem der zwei Hauptspielmodi: dem New und dem Old Style. Im Klartext stellt Old Style den optisch aufpolierten und deutlich schwereren ersten Teil mit original Leveldesign und somit auch einem Bildformat von 4:3 dar, während ihr im New Style neue Welten, einen variablen Schwierigkeitsgrad und einen erweiterten Umfang geboten bekommt.
Schöne neue Welt
Im Gegensatz zum Old Style hüpft und ballert ihr euch im New Style durch neu designte Welten, dieses Mal auch im 16:9 Format des PSP-Displays. Die drei zur Verfügung stehenden Schwierigkeitsgrade sorgen außerdem dafür, dass sich sowohl Einsteiger als auch Mega Man Veteranen nicht über- beziehungsweise unterfordert fühlen. Grundlegende Gameplay Elemente findet ihr jedoch auch hier wieder: Zur Tagesordnung des Mega Mans gehört selbstverständlich wieder das Springen von Plattform zu Plattform, das Erklimmen von Leitern, Überwinden von Schluchten aber auch das Erledigen von Gegnern.
Am Ende eines jeden Abschnitts erwarten euch nicht nur die bekannten Endgegner: Eigens für das PSP-Remake entworfen, geben mit Time Man und Oil Man gleich zwei neue Bosse ihr Debüt. Ebenfalls neu ist das Feature, dass ihr alle Levels mit den bereits besiegten Endgegnern und Mega Mans kleiner Schwester Roll durchspielen könnt. Ja, sogar müsst, wenn ihr das Spiel zu 100% durchspielen wollt.
Am mehrfachen Durchspielen nicht unschuldig ist auch die Tatsache, dass ihr nach dem Prologlevel alle weiteren Aufgaben nach Belieben auswählen könnt. Dumm nur, dass zum Weiterkommen in manchen Abschnitten eine bestimmte Waffe, die ihr von besiegten Bossen bekommt, notwendig ist. Probieren geht hier über Studieren.
Umfangreich
Abseits der beiden Hauptmodi wird Mega Man seinem Untertitel Powered Up vollkommen gerecht. So spendierte Capcom dem PSP-Remake unter anderem einen Construction-Mode. Mit diesem leichtverständlichen und gut bedienbarem Leveleditor baut ihr euch in Windeseile neue Levels und könnt diese sogar online mit anderen Usern tauschen. Neben einzelnen Blöcken, Gegnern und Items legt ihr natürlich Setting, Endboss, mögliche Charaktere und deren Waffen fest.
Geschick wird unterdessen im Challenge-Mode verlangt. Und davon nicht zu wenig. 100 Aufgaben warten darauf, von euch erledigt zu werden, was im Detail zehn Herausforderungen pro Charakter entspricht. Geduld solltet ihr außerdem mitbringen, schließlich haben es die einzelnen Aufgaben in sich. Hier suchen Neulinge schnell das Weite und auch Veteranen haben ordentlich zu knabbern, wenn es heißt, millimetergenaue Absprünge unter Zeitdruck zu meistern oder mit nur einem Energiepunkt eine bestimmte Zeitspanne zu überleben ohne einen Gegner angreifen zu dürfen.
Knuddeloptik
Grafisch präsentiert sich Mega Man: Powered Up in ungewohnter Knuddeloptik. Keine Frage, dieser Stil passt zum Spiel, schreckt allerdings so manchen Serien-Fan ab. Die zweidimensionalen Levels sind kunterbunt gestaltet und präsentieren sich zeitgemäß, während die Charaktere mit ihrer drolligen Mimik nur so vor Charme sprühen. Doch obwohl die PlayStation Portable technisch nicht einmal annährend ausgereizt werden dürfte, trüben gelegentliche Slowdowns das ansonsten flüssige Spielgefühl. Dafür freuen sich von langen Wartezeiten gebeutelte PSPler ausnahmsweise über kurze Ladezeiten wie es sich eigentlich für ein Handheld-Spiel gehört.
Minuspunkte gibt es für die fehlende Lokalisierung: Grade jüngere Spieler, die man mit dem komplett neuen Grafikstil anspricht, stören sich an den englischen Texten und Sprachsamples. Soviel muss man aber bei Mega Man: Powered Up zum Glück dann doch nicht verstehen.
Dank kurzer Ladezeiten und schnell lösbaren Challenges bietet sich Mega Man: Powered Up außerdem für das schnelle Spiel zwischendurch an. Grobe Englischkenntnisse vorausgesetzt.