Gesamtwertung74%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Bevor es jedoch an die Rundenstrategie geht, wählt ihr aus einem Pool an Karten 30 aus, die als Deck während der Missionen zum Einsatz kommen. Gleich nach dem Start zieht die CPU sechs Karten, die maximale Anzahl, die ihr gleichzeitig auf der virtuellen Hand halten könnt. Jede einzelne Karte gehört zu einer der fünf Gruppen, Waffe, Objekt, Aktion, Support und Figur, von denen Snake unter normalen Bedingungen bei jedem Zug zwei in beliebiger Reihenfolge spielen darf. Jede Aktion verbraucht dabei Kosten, die zusammenaddiert einen Wert ergeben, der den Zeitpunkt des nächsten Zugs bestimmt. Zeigt Snakes Zähler 15 und der Zähler der nahe stehenden Wache nur sieben an, zieht diese als nächstes. Snakes Wert verringert sich dann um genau diese sieben auf acht Punkte, was ihn, solange die Wache acht oder mehr Kosten verbraucht, im Anschluss handeln läss. Alle handelnde Akteure auf dem Schirm, egal ob menschlich oder CPU-gesteuert, unterliegen dabei diesen Regeln. Klingt kompliziert? Ist es auch, zumal das Tutorial nur sehr dürftig das Spielsystem erklärt.
Kommt eine Alternative nicht in Frage, werden zwei unbrauchbare Karten abgeworfen, um im Gegenzug zwei neue aus dem Deck zu erhalten. Zu Beginn eines Zuges wird ebenfalls eine neue Karte gezogen. Leider wartet ihr so mitunter ziemlich lange auf die richtige Karte, womit die 17 Stunden Spielzeit eher relativ erscheinen. Sind alle Karten aus dem Deck einmal auf eurer Hand gewesen, werden die abgelegten Karten neu gemischt und das Spielchen beginnt von vorne.
Metal Gear Acid (10 Bilder)
Komplexität entsteht vor allem durch insgesamt 204 Karten, die nach und nach im Shop zwischen den Missionen zum Kauf bereit stehen. Als Zahlungsmittel werden die Punkte akzeptiert, die ihr am Ende einer Mission erhaltet. Für weitere Spieltiefe sorgt Teliko, die im späteren Spielverlauf mit Snake im Duett durch die Gänge schleicht. Zwei spielbare Charaktere ergänzen sich mitunter wunderbar, stehen sich bei unbedachter Vorgehensweise aber ständig im Weg.
Weniger anspruchsvoll zeigt sich die Story. Das große Geheimnis ist das Forschungsobjekt Pythagoras, das auf der Insel Lobito in der Republik Moloni in der Entwicklung ist. Was könnte das nur sein? Für etwas Schwung sorgen lediglich zwei mordende Puppen an Bord des Fluges 326, der auch von Präsidentschaftskandidat Senator Hach gebucht wurde. Sind sie wirklich die Entführer der Maschine? Und welche Rolle spielt Alice mit ihren hellseherischen Fähigkeiten, die Snake über Codec durch die Anlage leitet?
Etwas unspektakulär gestaltet sich die akustische Seite. Im Hintergrund vernehmen Metal Gear-Kenner das so typische Stealth-Thema. Zusammen mit den, ebenfalls klassischen, Soundeffekten ergibt sich eine wohl geformte Soundkulisse, der jedoch etwas Entscheidendes fehlt: die Sprachausgabe. Die ausschweifenden Dialoge ziehen sich so unnötig in die Länge. Erfrischend neu sind die gezeichneten Comichintergründe, vor denen einige der Dialoge ablaufen, und trösten über sporadische Slow-Downs und hakelige Animationen im Spielgeschehen hinweg. Besonders bei den Trefferanimationen hätten eine Hand voll Frames mehr wahre Wunder bewirkt.