Gesamtwertung66%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Metal Gear Solid: Portable Ops schaffte es im Frühling des vergangenen Jahres schnell in die Herzen der PlayStation Portable-Besitzer. Ein guter Singleplayer-Modus mit MGS-Feeling, perfekt an die PSP angepasstes Missionsdesign und ein Multiplayermodus zum Verlieben sorgten für Höhenflüge der Wertungen. Knapp ein Jahr später bringt Konami mit Metal Gear Solid: Portable Ops + nun ein mit 20 Euro recht günstiges Update auf den Markt. Um gleich aber alle Euphorie zu nehmen: Die Plus-Variante ist nicht mehr als ein kastriertes Update des Originales.
Oh Spielmodi, where are thou?
Der Quasi-Nachfolger legt sein Augenmerk ganz auf den erweiterten Multiplayerpart. Ein paar neue Features, dafür der totale Verzicht auf den so superben Singleplayer-Modus. Ersetzt wurde dieser durch den extrem repetitiven Infinity Mission Modus. Hier macht ihr aus einem No name-Charakter durch Eingabe eures Wunschnames eine Persönlichkeit und scheucht ihn durch zusammenhangslose Mission. Ziel ist es, mit seinem Team von Abschnitt zu Abschnitt beziehungsweise Wegpunkt zu Wegpunkt zu gelangen. Während ihr umherlauft rekrutiert ihr auf bekannte Art und Weise neue Soldaten (Ausknocken und zum LKW beziehungsweise einem Kameraden im Karton schleppen) und sammelt neue Ausrüstung.
Wer einen Spielstand aus dem Vorgänger zur Hand hat, darf seine Teams importieren. Um dem neuerlichen Spielerlebnis gerecht zu werden, wurde die Höchstgrenze für eigene Soldaten auf 200 erhöht. Immerhin haben es einige neue Einheiten auf die UMD geschafft, wie zum Beispiel die Tengu oder Genome Soldaten. Neu mit dabei sind auch die Spezialcharaktere Raiden, Old Snake aus dem kommenden MGS 4 und Roy Campbell. Eine Hand voll neuer Karrieren gibt es ebenfalls. Der Kopfgeldjäger zeigt bei feindlichen Soldaten zusätzlich zu deren Level auch versteckte Fähigkeiten an. Der Akupunkteur kann in den Mehrspieler Partien die Teamkameraden durch gezielte Schüsse heilen. Weiterhin gibt es noch den Stuntman (Ist nach dem Betäuben wieder schneller einsatzbereit) sowie die Ködereinheit, die schneller stärkere Rekruten findet.
Kernpunkt ist (nicht zuletzt bedingt durch das Fehlen eines brauchbaren Singleplayer Erlebnisses) der Onlinemodus. Die Spielmodi-Auswahl dabei ist enorm, wurde noch einmal erweitert und ist, aus reiner Sicht eines Onlinespieler betrachtet, wirklich sehr gut. Deathmatch, Gefangennahme-Modus (Fangt den Kerotan und haltet ihn für eine bestimmte Zeit), beides auch in Team-Varianten. Ganz neu mit dabei ist die Shooting Range.
Vor dem gegnerischen Team gilt es hier mehr Punkte für das Schießen auf Ziele oder das Ausschalten der Feinde zu ergattern. Dieser Modus scheitert aber an der Tatsache, dass ihr die komplette Ausrüstung mitbringen müsst, sowohl Waffen als auch Munition. Wer sich also öfter auf der Schießanlage rumtreiben möchte, wird seine übrige Zeit mit dem Sammeln des richtigen Werkzeuges begnügen müssen. Kleinere Gimmicks sind als Update ebenfalls ganz in Ordnung, aber mehr als Dreingabe zu betrachten. So lassen sich nun Screenshots machen und im Offlinemodue neue Posen für den Onlinemodus freispielen.
Ebenfalls neu ist der Boss Rush-Modus, der etwas aufgesetzt wirkt. Hier kämpft ihr zusammenhangslos gegen die Obermotze aus dem Original, Story-technisch gibt es aber auch hier nichts zu holen. Löblicher sind da schon die speziellen Features für Anfänger. Eigene Chaträume und mehr Energie beim Onlinekampf machen den Einstieg angenehm leicht.
Rekruten finden sich überall
Für das Bestehen der unterschiedlichen Missionen im Infinity Modus versorgt ihr eure Rekruten mit Erfahrungspunkte, die sie in Zielgenauigkeit, Ausdauer und Gesundheit stärken. Wer seine Zeit so mit dem Aufleveln seiner Truppen verbringt, erzeugt extrem starke Trupps, die er anschließend natürlich auch im Onlinemodus antreten lassen darf. Dieser Benefit des Power-Levelns gegenüber normalen Spielern ist schade und wird der Serie nicht gerecht.
Die erweiterte AP-Rekrutierung ist etwas nervig. Wieder begebt ihr euch auf die Suche nach diversen W-Lan-Acces Points. Je nach Signalstärke erzeugt MGS: PO+ nach einem billigen Minispiel (Ihr müsst oft hintereinander die Kreistaste drücken) einen Soldaten der sich eurem Team anschließt oder auch nicht. Wenn ihm euer Team nicht passt, sei es durch das Fehlen bestimmter Personen oder Karrieren, bleibt er an Ort und Stelle. Was ihnen nun genau nicht gefällt, bleibt im Dunkeln. Mehr als einem kryptischen Orakelspruch gibt es nicht.
Von der technischen Seite her ist die Plus-Variante mit der normalen identisch. Noch immer sieht es für ein PlayStation Portable-Spiel verdammt hübsch aus, bietet knackige Soundeffekte und eine hervorragende englische Sprachausgabe. Weiterhin beständig bleibt das (Fans bekannte) Problem der mitunter durch die gräulich/bräunliche Farbgebung trist wirkenden Umgebungen.
Metal Gear Solid: Portable Ops Plus im Test.
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