Gesamtwertung68 %/10 |
Grafik9 Sound7 |
LanzeitspaßUngenügend SpieleinstiegUngenügend |
BedienungMangelhaft |
Der Name Monster Hunter steht wohl für große Zahlen. In Japan ist die Reihe der Verkaufsrenner schlechthin. Der Titel "Portable 2G", der nun mit einem Jahr Verspätung unter dem Namen Freedom Unite in Europa und Amerika erscheint, hat sich dort über 3 Millionen Mal verkauft. Das Spiel, eine Neuauflage des Vorgängers "Freedom 2", bietet 1500 Waffen und 2000 Rüstungen. Außerdem verspricht Capcom 400 Missionen und Gameplay von 500 Stunden. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ja, denn viele Spieler werden schon nach zehn Stunden das Jägerleben an den Nagel gehängt haben.
Das Spielprinzip von Freedom Unite ist an sich simpel. Als Jäger (oder Jägerin) in einem kleinen Dorf namens Pokke holt Ihr Euch an verschiedenen Stellen Quests, durch deren Erledigung Ihr Geld verdienen könnt. Eine Geschichte gibt es nicht, eine frei begehbare Welt auch nicht. Die Gebiete sind allesamt in kleinere Abschnitte gegliedert. Die Art der Aufträge wie "Töte 20 Giapreys" oder "Sammle 10 Spezialpilze" erinnern an Online-Rollenspiele, besonders an Free-to-Play-Titel aus dem asiatischen Raum, und müssen immer innerhalb eines Zeitlimits bewältigt werden.
Gekämpft wird jedoch in Hack'n'Slay-Manier mit Waffen aus elf verschiedenen Gattungen. Die bieten Nah- und Fernkampfwaffen, die jeweils verschiedene Besonderheiten haben. Trefferserien mit dem Langschwert füllen etwa eine Elan-Leiste, die in einer besonders starken Attacke ausgelöst werden kann. Generell gilt jedoch immer: Je stärker die Waffe, desto langsamer lässt sie sich bedienen. Anfängern sei empfohlen, dass mehrstündige Tutorial zu absolvieren, das nicht nur jede Waffenart erklärt, sondern auch andere Elemente des Spiels vorstellt. Denn Freedom Unite kann - sofern man sich drauf einlässt - durchaus komplex sein. Es gibt eine Farm, auf der man gesammelte Samen anpflanzen kann, man kann angeln, Käfer fangen, erbeutetes Fleisch braten oder sich von einem angeheuerten Felyne-Koch, ein humanoides Katzenwesen, ein Gericht zubereiten lassen, das für die nächste Mission Charakterwerte steigern, aber auch senken kann.
Der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem Kampf. Dabei reicht es nicht, stur auf den Gegner zu schlagen. Ihr müsst auch geschickt blocken oder ausweichen, um den Attacken der Monster zu entgehen.
Große Boss-Monster benötigen zudem oft eine taktische Vorgehensweise. So lassen sich Fallen platzieren, die das Monster beim Auslösen für kurze Zeit daran hindern, sich zu verteidigen. Leider erinnern viele Missionen zu sehr an Grinding, besonders die Sammelquests, in denen bestimmte Gegenstände aus Monsterüberresten erbeutet werden sollen. Denn die Wahrscheinlichkeit diese Objekte zu erlangen fällt so niedrig aus, dass man teilweise über eine halbe Stunde braucht, um das Ziel endlich zu erreichen. Dass es keine Erfahrungspunkte für erlegte Monster gibt, fällt dabei noch schwerer ins Gewicht. Stattdessen steigt man im so genannten Jägerrang auf, was sich jedoch als sehr langwierig herausstellt.
Generell ist Freedom Unite nichts für ungeduldige oder leicht reizbare Spieler. Bis man sich an das träge Spieltempo gewöhnt hat und erste überzeugende Erfolge verbuchen kann, vergehen viele Stunden.
Zudem muss man sich daran gewöhnen, in der Welt von Monster Hunter stets am unteren Ende der Nahrungskette zu stehen. Monster greifen zumeist in Rudeln an und zwingen Euch aufgrund ihrer Beweglichkeit ständig in Bewegung zu bleiben.
Denn je nach Typ springen die Monster über Euch, fliegen um Euch herum oder rennen Euch kurzerhand über den Haufen. Das ist teilweise nicht nur sehr anspruchsvoll, sondern einfach unfair, auch weil ihr Taktiken stets durch Trial&Error erkennen müsst. Nützliche Tipps gibt es nur sehr selten. Viel zu oft ist es nicht Freude und der stolze Gedanke: "Ha, jetzt habe ich es geschafft!", die Euch am Ende einer Quest erfassen, sondern die enorm nüchterne Feststellung: "Wurde ja auch langsam Zeit". Erst mit der Rekrutierung eines Felyne als Mitstreiter entspannt sich der Schwierigkeitsgrad ein wenig, weil Euer Kamerad die Aufmerksamkeit der Monster auf sich zieht und Euch so auch eine Verschnaufspause zum Heilen ermöglicht. Dass die Steuerung überladen ist, macht das Spiel nicht angenehmer.
Das Ziehen der Waffe ist unweigerlich mit einem ersten Angriff verbunden und je nach Waffengattung lassen sich Items nur mit freien Händen benutzen. Auch die Kamera bekleckert sich nicht mit Ruhm. Zwar kann sie mit einem kurzen Klick auf die linke Schultertaste hinter die Spielfigur justiert werden, eine Lock-On-Funktion fehlt jedoch.
So verliert man die Gegner ständig aus dem Blick und muss umständlich über das Steuerkreuz nachjustieren. Die Trägheit des eigenen Charakters tut ihr Übriges dazu. Sobald eine Angriffsserie gestartet ist, lässt sich dieser nämlich nicht mehr in eine andere Richtung drehen, bis die Animation beendet ist. Und dass die Waffe nur im eigenen Haus gewechselt werden kann, ist ein Gameplay-Schnitzer größten Maßes. Denn wenn Ihr in einer Mission erkennt, dass Ihr das falsche Instrument gewählt habt, bleibt Euch nichts anderes übrig, als die Quest zu beenden.
Damit geht auch die Vertragsgebühr verloren, die vor den meisten Aufgaben aufgebracht werden muss. Bei einem Erfolg kriegt Ihr sie doppelt zurück. Verloren ist eine Mission auch, sobald Ihr zum dritten Mal zu Boden geht.
Theoretisch gewinnt Freedom Unite seine gesamte Motivation aus der Individualisierung und dem Aufrüsten des eigenen Charakters. Doch auch hier versagt das Spiel anfangs. Von der oben erwähnten Auswahl kann man auch nach fast 20 Spielstunden nur einen winzigen Bruchteil erwerben. Die Faszination, die man aus diversen Online-Rollenspielen kennt, will so nicht aufkommen.
Dass Monster Hunter an ein Online-Rollenspiel erinnert, wurde nun schon mehrfach erwähnt, umso schlimmer ist es, dass Europa und Amerika die Möglichkeit, das Spiel auch online zu spielen, verwehrt bleibt.
Ihr könnt Euch höchstens mit bis zu drei Freunden zusammentun und gemeinsam auf Monsterjagd gehen. Dafür braucht allerdings jeder seine eigene UMD. Und die Tatsache, dass man seinen gut ausgerüsteten Charakter nicht einer großen Community vorführen kann, drückt die Motivation beträchtlich.
Aber trotz des bisher Geschriebenen entwickelt Freedom Unite einen gewissen Ehrgeiz beim Spieler, der ihn dazu treibt, selbst die frustrierendste Quest noch einmal zu versuchen. Es hätte alles nur auch sehr viel zugänglicher und motivierender sein können.
Immerhin in Sachen Optik kann das Spiel überzeugen. Schönere und stimmungsvollere Umgebungen sieht man auf der PSP selten und die Monstermodelle sehen auch trotz der systemtypisch matschigen Texturen sehr gut aus.
Die Bewegungen der Monster und des eigenen Charakters sind ebenso flüssig animiert wie das Spielgeschehen über den Bildschirm flimmert. In diesem Punkt hat Capcom wirklich tolle Arbeit geleistet, vor allem wenn man bedenkt, dass das Spiel schon ein Jahr auf dem Buckel hat.
Der Sound kann dabei allerdings nicht mithalten. Einige Effekte wie das Miauen des Katzenbegleiters nerven auf Dauer, der nette Soundtrack lässt zu selten von sich hören und leider fehlt auch eine Sprachausgabe, die das Tutorial sicher aufgelockert hätte. Praktisch: 580 MB an Daten könnt Ihr auf die Memory Stick installieren, um die häufigen Ladepausen zwischen den Gebieten zu verkürzen.
Monster Hunter Freedom Unite ist sicherlich kein schlechtes Spiel. Zeitweise konnte es mich auch wirklich begeistern und mich solange an sich fesseln, bis sich in meiner linken Hand ein taubes Gefühl breit machte - der Kamerasteuerung sei dank. Doch Monster Hunter hätte ein sehr viel besseres Spiel sein können, wenn es Anfänger mehr motivieren und den Sammelwahn schon viel früher schüren würde. Ein nicht ganz so hoher Schwierigkeitsgrad hätte auch Wunder gewirkt. Natürlich liest sich die versprochene Spielzeit von 500 Stunden toll, doch Capcom erkauft sich dieses Versprechen durch eine träge, langwierige und mit der Zeit stupide Spielerfahrung, die Anfänger abschreckt. Viele Raffinessen bieten die Quests nämlich nicht. Das Fehlen des Onlinemodus ist ärgerlich, besonders weil man an allen Ecken des Spiels erkennt, dass Freedom Unite eigentlich als ein Online-Spiel gedacht ist.
Tauche ein in die Welt der Stars und bring Deine Fans auf der Bühne zum kochen. Neben Ruhm winkt einer der Megapreise im Gewinnspiel! zum Spiel...
Monster Hunter Freedom Unite im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von Capcom?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.