MotorStorm: Arctic Edge

Review
Plattform
Sony PlayStation Portable
Vertrieb
Sony
Entwickler
Sony
Erscheinungsdatum
-
Genre
Racing
USK
12
MotorStorm: Arctic Edge

Gesamtwertung

90 %/10

Grafik

9

Sound

9

Lanzeitspaß

9

Spieleinstieg

9

Bedienung

10

MotorStorm: Arctic Edge

Nach einigen Dementi, immer wieder neu entfachten Gerüchten, einer Ankündigung, tausendfachem Aufatmen und einer längeren Entwicklungszeit schafft die beliebte und bis dato PS3-exklusive Motorstorm-Reihe also endlich den Sprung auf die PlayStation Portable. Arctic Edge heißt der eigenständige Titel, der die Franchise auch im mobilen Gaming-Bereich etablieren soll. Verantwortlich für das Spiel zeichnen sich die BigBig Studios, die sich unter anderem mit dem Action-Rennspiel Pursuit Force einen Namen gemacht haben. Stellt sich nun die Frage, ob wir uns auf einen atemberaubenden PS-Trip abseits aller Zivilisation in den verschneiten Weiten Alaskas freuen dürfen oder ob uns lediglich ein hinfälliger Abklatsch der tollen PS3-Serie erwartet?

Willkommen im Schnee

Wie der Name Motorstorm: Arctic Edge bereits vermuten lässt, entführt uns der erste PlayStation Portable Ableger der Motorstorm-Franchise in die schneebedeckte Landschaft Alaskas. Das mag für den ein oder anderen zunächst einmal nach einem cleveren Alibi-Setting riechen, schließlich weiß die Vegetation in Nordamerika nicht einmal, dass es so etwas wie die Sonne überhaupt gibt. Nichtsdestotrotz haben die Entwickler von BigBig das Beste dabei herausgeholt und das kann sich auf der kleinen PSP mehr als sehen lassen.

Neben dem hervorragenden Schadensmodell, das durch die sehr gute Kameraführung stark in Szene gesetzt wird, und den schönen Vehikeln, glänzt der Titel mit vielen Details abseits der Strecke. Wasserfälle, schneebedeckte Gletscher, tiefe Abgründe und allerlei kleine Dinge, wie Straßenschilder und hier und da gut eingesetzte Vegetation, erfreuen das Auge und sorgen für optische Abwechslung.

Dazu kommt noch eine grandiose Weitsicht, die auf dem Handheld und in diesem Genre ihres Gleichen sucht. Das Selbe gilt auch für die Streckenführung. Alle zwölf Rennkurse scheinen nur so vor Arbeitsstunden zu strotzen. Motorstorm: Arctic Edge kann als Nischenerscheinung zwischen linear geführten und offenen Rennspielen erkannt werden, die Strecken sind zwar weitestgehend ab einem gewissen Punkt abgesteckt, bieten aber trotzdem genügend Möglichkeiten abzukürzen, verschiedene Wege zu befahren und vor allem bieten sie unterschiedliche Höhenebenen, so dass man ziemlich lange fahren kann, bis man den schnellsten Weg und alle Abkürzungen einer Strecke entdeckt hat. Nach einigen Stunden wirken auch die zunächst als zu wenig erscheinenden zwölf Kurse ausreichend.

Nachdem ersten Einlegen des Spiels wird schnell deutlich, dass der so genannte Festival-Modus als Karrierepart des Spiels dient. Insgesamt muss man sich durch acht Rangstufen kämpfen und dabei in allerlei Rennen zeigen, dass man besser ist, als die intelligent agierenden Computergegner. Die fahren nämlich nicht stur ihre Linie, sondern suchen sich clevere Wege, um vor euch und auch allen anderen die Ziellinie zu überqueren. Dabei greifen sie auch gern auf unlautere, aber in Arctic Edge erlaubte Manöver zurück.

Spätestens, wenn man das erste Mal von der Strecke gedrängt wurde, weiß man, warum Motorstorm eine eigenständige Stellung im Racing-Genre innehat. Denn im Gegensatz zum Mainstream treten bei den Rennen nicht nur klassengleiche Wagen gegeneinander an. Viel mehr sucht man sich vor jeder Auseinandersetzung sein Lieblingsvehikel aus und darf dann auch damit fahren. Da kann es schon einmal passieren, dass ein Transporter gegen ein Motorrad und dieses wiederum gegen ein Quad antritt.

Fahrverhalten vom anderen Stern?

Dabei fällt das starke Balancing ins Auge. Obwohl sich die Fahrzeugtypen nicht im Mindesten gleichen und ein Transporter logischerweise viel langsamer als ein Bike agiert, gleichen sich Stärken und Schwächen bei intelligenter Anwendung aus. So kann ein schwerer Wagen ein leichtes Motorrad ohne Probleme von der Strecke drängen, während dieses im Zielsprint wiederum die besseren Chancen hat. Auch die Fahrphysik trägt ihren Teil zur taktischen Auslegung des Spiels bei. Denn ein leichtes Gefährt wird immer Schwierigkeiten mit starken Winden und matschigen Straßen haben, während ein Koloss sich durch die schneebedeckten Strecken frisst, ohne wirklich aus dem Takt zu geraten. Dabei ist es egal, welches Vehikel man sich unter den Hintern klemmt, die Fahrphysik ist immer genial. So wirkt sich jede Unebenheit und auch die verschiedenen Bodenarten, etwa schneebedeckt oder glitschig nass, auf das Verhalten des Wagens aus, so dass der Spieler immer aufpassen muss. Logischerweise steuern sich die Karren dann auch dementsprechend eingängig. Ein Gefühl von schwammiger Lenkung kommt nie auf. Dafür gibt's ein dickes Kompliment an die Entwickler. Vermissen lassen die eigentlich nur die Tuningmöglichkeiten. Während man seine Fahrzeuge zwar optisch "aufhübschen" kann, darf man keinen virtuellen Schraubenzieher an der Leistung der Vehikel ansetzen. Das ist schade, dafür hat aber jeder Wagen und jedes Bike ordentlich Nitro im Gepäck. Das ist eigentlich unendlich verfügbar, wer sich allerdings zu lang am Stück daran bedient, wird sich letztlich samt Fahrzeug in die Luft jagen. Immerhin: Auch das sieht erstaunlich gut aus. Für Freude des Multiplayerspiels gibt es noch die Möglichkeit via Ad-Hoc und Internet gegen bis zu sieben andere anzutreten und sich dort in Einzelrennen, Zeitrennen und Turnieren zu messen. Diese Modi sind im Übrigen neben der Karriere auch im Singleplayer spielbar.

Fazit

Motorstorm: Arctic Edge hat mich positiv überrascht. Die BigBig Studios haben sich nicht nur alle Mühe gegeben, dass eigentlich triste Alaska mit unglaublich vielen Details zu schmücken, sondern liefern uns insgesamt auch ein Rennspiel für die PlayStation Portable, dass mit zum Besten gehört, was die Plattform bis dato zu Gesicht bekommen hat. Die abwechslungsreiche und teilweise wunderschöne grafische Gestaltung, der eingängige Sound, die tolle Karriere und die fordernden Strecken, sowie die gute KI der Computergegner und die Möglichkeit, mit bis zu sieben anderen auch Online spielen zu können, macht Arctic Edge rundum zu einem sehr guten Rennspiel. Zu meckern gibt es fast nichts und die taktische Komponente, die durch die Aufhebung der Klassenspezifischen Rennen ins Spiel kommt, katapultiert den Titel in astronomische Wertungshöhen. Rennfans und PSP-Besitzer kommen an diesem ausbalancierten Monster nicht vorbei!

MotorStorm: Arctic Edge

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