MX vs. ATV: On the Edge

Review
Plattform
Sony PlayStation Portable
Vertrieb
THQ
Entwickler
Rainbow Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
Racing
USK
0
MX vs. ATV: On the Edge [PSP , Justgamers]

Gesamtwertung

83%/10

Grafik

Gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

MX vs. ATV: On the Edge

Die Mischung macht's

Acclaim und THQ haben gut lachen: Ihre beiden Spielserien MX: Unleashed und ATV Offroad Fury verkauften sich bisher wie geschnitten Brot. Doch irgendwann musste etwas Neues her. Die Lösung: Warum nicht einfach beide Rennserien miteinander verbinden und als MX vs. ATV in die Läden bringen? Das klappte auch schon mit MX vs. ATV: Unleashed auf dem PC ganz gut. Da auch noch andere Lager bedient werden wollen, erscheint nun MX vs. ATV: On the Edge für die kleine PlayStation Portable. Grundlegend Neues bietet On the Edge im Gegensatz zur PC-Version nicht. Klar ist, dass man beim Wechsel vom PC zur PSP-Version einige Abstriche machen musste, was technische sowie umfangbedingte Features angeht. Doch dazu später mehr.

Das Hauptaugenmerk in der schnuckeligen Handheld-Fassung liegt wie auch beim PC-Pendant auf den verschiedenen Meisterschaften, die Ihr sowohl mit der Motocross-Maschine als auch mit dem ATV, einem Quad-ähnlichen Fahrzeug, absolvieren könnt. Cool war die Entscheidung der Entwickler, je nach Belieben ein gewünschtes Fahrzeug einzusetzen. Behagt Euch ein Kurs auf dem ATV nicht, könnt Ihr diesen auch mit Motorrädern meistern. Mit jeder geschafften Strecke schaltet man neue Features frei und erhält nebenbei so genannte 'Store-Points'. Diese kann man dann gegen eine unglaubliche Anzahl an anfangs gesperrten Strecken, Fahrzeugen, Helmen, Anzügen und Spielmodi einlösen. Theoretisch ist es also möglich, in Disziplinen zu versagen, verdiente Punkte aber gegen Inhalte einzutauschen, die man eigentlich nur mit Erfolg hätte erreichen können. Das ist einsteigerfreundlich und erhöht die Motivation sowie die Lebensdauer von On the Edge.

Habt Ihr erst einmal die ewig lang erscheinende Ladezeit hinter Euch gebracht, fällt vor allem auf, dass die eigentlichen Rennen auf der PSP hervorragend umgesetzt wurden: Slow-Downs kommen nur sehr selten vor, wirklich störende Sachen wie Pop-Ups hingegen überhaupt nicht. Und das, obwohl die Weitsicht für PSP-Verhältnisse recht enorm ist und auch nicht mit Details geizt. Gut, das Publikum verkommt wieder zur hässlichen 2D-Tapete und auch gelegentliche Clipping-Fehler bleiben nicht aus, dafür bleiben Design der Fahrer und Strecken genauso exzellent wie der optische Abwechslungsreichtum. In den Rennen selbst wird genau das gleiche Gameplay-Prinzip angewendet, das auch schon vor der Fusion ein Pluspunkt der beiden Spielserien war: Der goldene Mittelweg zwischen Simulation und Arcade.

Damit ist gemeint, dass das Handling der Karren zwar sehr leicht von der Hand geht, man trotzdem aber gewisse Kenntnisse und ein Gespür dafür benötigt, an welchen Stellen man Gas geben und wann man doch lieber etwas weniger aggressiv agieren sollte. Auch die Verlagerung der Balance ist wichtig und wird im Spiel gut rübergebracht. Gerade bei Motocross-Strecken entscheidet diese Fähigkeit über Sieg und Niederlage. Der Einsatz Eurer Bremsen ist hingegen nur sehr selten von Nöten. Sollte Euch dennoch einmal die Übersicht verloren gehen und Ihr abseits der Strecke fahrt, versetzt Euch ein Einwurfsystem wieder auf die Strecke. Der Haken an der ganzen Sache ist, dass sich dieses Feature schon nach wenigen Sekunden aktiviert und Ihr einige Meter von der ursprünglichen Stelle vor dem Verlassen der Strecke zurückversetzt werdet. Dadurch geht Euch schon mal die ein oder andere Sekunde flöten.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Implementierung von Fahrzeugen wie Monstertrucks, Buggies, Golfautos oder Sandzügen: Zwar ist dieses Vorhaben der Entwickler löblich, leider kränkeln die genannten Fahrzeuge auf den teils schmalen Motocross-Kursen enorm. Entweder der Platz reicht nicht aus oder die Kurven sind so eng, dass man so oder so ins Streckenabseits befördert wird. Hinzu kommt, dass sich die Bonusfahrzeuge extrem empfindlich steuern und somit schon fast als unspielbar gelten. Richtig Fun machen allerdings die Freestyle-Herausforderungen, bei welchem Ihr Store-Punkte für gelungene Stunts bekommt. Erstens bringt dieser Modus wesentlich mehr Punkte als ein gewöhnliches Rennen und zweitens macht es einfach Gaudi die umfangreiche Liste an verschiedenen Akrobatiken durchzuprobieren und dafür belohnt zu werden.

Akustisch ist MX vs. ATV: On the Edge aller erste Sahne. Seien es die stark differenzierten und realitätsnahen Sounds der Karren, die hörbar lebendigen Umgebungen oder der umfangreiche und vorwiegend auf Rock und Metal spezialisierte Soundtrack bestehend aus echten Größen wie den Black Eyed Peas, Skindred, Nickelback oder Papa Roach: In keiner Sekunde werden sich Eure Ohren langweilen. Auch bis zu vier Mehrspielerfreunde bedient das Spiel mit einer Möglichkeit über W-LAN-Schnittstelle gegeneinander Rennen zu fahren. Im Test gingen die Matches ohne Probleme vonstatten und machten - das überrascht nicht wirklich - eine Menge Spaß.

Fazit

MX vs. ATV ist das fast perfekte Spiel für Racerfreunde, die es gerne etwas dreckiger mögen: Die Offroad-Rennen versprühen dank hervorragender Grafik, einfacher Bedienung trotz forderndem Gameplay sowie einer klasse Soundkulisse einen Charme, dem man sich so schnell nicht entziehen kann. Dafür sorgt auch der - dank Bonusfeatures - riesige Umfang. Meckern muss ich aber auch: Zum einen wegen der fast unerträglich langen Ladezeiten, die den Spielfluss erheblich stören, sowie wegen des verschenkten Potentials der Extra-Fahrzeuge und der sehr knapp bemessenen Einwurfzeit. Dennoch gibt es im Motocross/Offroad-Sektor auf der PSP momentan einfach nichts besseres als MX vs. ATV: On the Edge.

MX vs. ATV: On the Edge [PSP , Justgamers]

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