NBA Street Showdown

Review
Plattform
Sony PlayStation Portable
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
0
NBA Street Showdown [PSP , looki.de]

Gesamtwertung

81%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

NBA Street Showdown

Die „Streetballer“, wie die Basketballspieler so liebevoll bei Showdown genannt werden, haben es nicht leicht. Keine beheizten Hallen, keine gewienerten Böden und keine Fans, die ihnen euphorisch zujubeln, wenn sie einen Korb werfen. Und das würden sie ohne jeden Zweifel, liegen coole Moves doch in der Natur eines Streetballers aus EAs NBA Street-Reihe. Und da sich abgedrehte Tricks im starren Regelgerüst der NBA nur schwer unterbringen lassen, wird es kurzer Hand, zumindest in einigen Punkte, über den nächstbesten Zaun geworfen. Drei gegen drei wird gespielt, für Körbe/Dunks aus kurzer Distanz gibt es einen, für Weitwürfe zwei Punkte und Schiedsrichter, die eventuelle Unsportlichkeiten ahnden könnten, zeigen sich nur beim Anwurf.

Damit PSP-Basketballer sich nicht die Finger beim Ausführen eines „Nerve Damage“, „Dunkalicious“ oder „Thread-the-Needle“ verknoten, integrierte EA zu den übersichtlichen Regeln ein einfaches Combosystem. Die Kreistaste dient je nach Korbentfernung zum Werfen oder Dunkin. Betätigt ihr dabei eine oder beide Turbotasten, L und R, werden spezielle Tricks ausgeführt. Selbst Nicht-Mathematiker kommen so mit etwas Gehirnschmalz auf eine sehr beschränkte Anzahl gleichzeitig verfügbarer Moves. Wie aber können die anderen, genügend im Spiel vorhandenen Wurf/Dunkin-Varianten ausgeführt werden? Dies geschieht sehr umständlich über ein Menü in den Optionen. Jeder Tastenkombination ist ein Wurf respektive Dunkin zugewiesen. Alte Moves können lediglich durch neue ersetzt werden – das begrenzte Repertoire während der Matches bleibt unverändert.

Alles in allem reichen die verfügbaren Möglichkeiten gerade aus, um einen gewissen „Style“ beim Punkten zu gewährleisten. Ein aggressiver Rebound, Pass mit Fuß, zwei drei Tricks und zum Abschluss ein Dunkin – Schwups winken massig Punkte für das Konto und eine Hand voll Buchstaben für die Gameer-Anzeige. Ist das Wort im Zuge heißer Spielzüge komplett zusammengesetzt, wird der anschließende Gameer-Angriff per Cutscene in Szene gesetzt.

Wer kennt nicht die Tücken im Leben eines ehrlichen Hinterhof-Basketballstars? Da hat man sich gerade mit viel Schweiß den Platz hinter der Bude unter die Nägel gerissen und schon kommt ein dahergelaufener Möchtegernprofi an, um Anspruch auf eben diesen zu erheben. So oder so ähnlich mögen die Überlegungen gewesen sein, die zum King of the Court-Modus geführt haben.

Als Spielplatz für Einzelspieler geht es dabei zuerst an die Erstellung eines eigenen Streetballers. Groß oder klein, füllig oder athletisch? Drei-Tage-Bart vielleicht? Oder doch einen roten Irokesenhaarschnitt? Die Möglichkeiten gehen zwar nicht in die Hunderte, reichen aber alle Mal aus, um Individualisten zu befriedigen. Ist die Entscheidung gefallen, werden die restlichen Entwicklungspunkte auf die sieben Eigenschaften verteilt. Soll euer Alter Ego besser springen können oder lieber ein wahrer Wurfkünstler sein? Danach fluchs noch zwei Mitspieler ausgewählt und schon kann das erste Match starten.

Und von denen wird der Spieler eine ganze Reihe bestreiten, möchte er die sprichwörtliche Krone auf seinem Haupt glitzern sehen. Dies liegt an der merkwürdigen Art und Weise, mit der die Courts freigespielt werden müssen. Jeder der elf Plätze, von denen zu Beginn nur zwei ausgewählt werden können, steht unter der „Herrschaft“ eines besonders coolen Typen wie Biggie Littles oder Prodigy. Damit dieser sind nicht durch Hinz und Kunz gestört fühlt, werden mehrere Pick-Up-Spiele oder KO-Turniere als Vorrunde ausgetragen. Erst danach geht es an die eigentliche Herausforderung gegen den Platzhirsch, die aufstrebende Streetballer vor die unterschiedlichsten Aufgaben stellt. Wer schafft im direkten Match zuerst einen Gameer? Wer gewinnt zwei Spiele in Folge nach den Punkteregeln der NBA? Ist dies erfolgreich überstanden, gehört der Platz euch und der nächste wird verfügbar. Immerhin müsst ihr nach einer verlorenen Herausforderung nicht noch einmal die Pick-Up-Session bestreiten. Auch wenn ihr einen Court gegen einen anderen CPU-Spieler, die euch in regelmäßigen Abständen herausfordern, verliert, reicht das erneute Bestehen der Herausforderung. Erfolgreiche Sportler investieren die im Zuge gewonnener Spiele ergatterten Entwicklungs- und Prämienpunkte in Bonusmaterial und neue Fähigkeiten seines Schützlings.

Benutzerdefinierte Auseinandersetzungen gibt es beim Quick Play. Einer von 15 Basketballplätzen, selbst erstellte oder vorgefertigte Teams, darunter auch die Original NBA-Teams, und die Anpassung der Scoring- und Wurfuhroptionen – das war’s mit der Optionsvielfalt. Besser sind da schon die beiden Minigames: Wurf-Blocker und Arcade-Shootout. Bei ersterem positionieren sich vier KI-Kameraden im Halbkreis um einen Korb und werfen in zufälliger Reihenfolge Bälle auf den Korb. Die Aufgabe des Spieler ist es, die Bälle möglichst früh zu blocken, wofür Punkte auf das Konto fließen. Beim Arcade-Shootout zählen alleinig die Wurffähigkeiten. An einem bunt leuchtenden Automaten sind Körbe mit verschiedenen Punktzahlen befestigt. Wird die vorgegebene Punktzahl erreicht, kommt ihr einen Level weiter. Damit das ganze nicht zu einfach wird, bewegen sich die Körbe munter hin und her.

Wollen mehrere Leute sich die Bälle um die Ohren werfen, gibt es zwei Möglichkeiten. Bei Party Play spielen vier Mann an einer PSP nacheinander die beiden Minigames. Wer eine zweite tragbare PlayStation samt weiterer UMD zur Hand hat, darf richtige Matches gegen einen menschlichen Spieler austragen.

Optisch beeindrucken in erster Linie flüssige Animationen und schöne Schatteneffekte. Hie und da stören zwar dezentes Clipping und sporadisches Tearing, was im flotten Spielablauf aber kaum ins Gewicht fällt. Beim Sound ließ Electronic Arts nichts anbrennen und bannte einige Hip-Hop-Künstler auf die UMD, darunter die Beastie Boys und Guerilla Black. Interessant ist hierbei die Möglichkeit, nicht nur die Musikstücke im Menü anzuhören, sondern sich gleichzeitig passend zum Takt Visualisierungen à la „Feuerwerk“ oder „schwingender Basketball“ anzeigen zu lassen. Ebenso prächtig zeigt sich der englische Sprecher, der stets einen flotten Spruch auf den Lippen hat.

Fazit

NBA Street Showdown hinterlässt gemischte Gefühle. Für schnelle Spielchen zwischendurch eignet es sich ideal, weiß auf Dauer aber nicht zu fesseln. Zu eintönig gestaltet sich das Spielgeschehen nach einigen Stunden, woran auch die beiden Mini-Games nichts ändern können. Keine konfigurierbaren Turniere, keine „Streetsaison“ – beides hätte der Langzeitmotivation sichtlich gut getan. So bleibt ein ebenso flottes wie kurzweiliges Erlebnis.

NBA Street Showdown [PSP , looki.de]

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