Gesamtwertung71 %/10 |
Grafik7 Sound9 |
Lanzeitspaß7 Spieleinstieg8 |
BedienungUngenügend |
Was Teenager an einer Universität so alles erleben, kann ziemlich beängstigend sein. Wenn dann noch schwarze Blumen hinzu kommen, die Angst, Tod und Verzweiflung bringen, wird daraus Obscure: The Aftermath. Zwei Jahre nach den Ereignissen an der Leafmore-Highscool aus Obscure 1 lebt Aftermath weiterhin vom Coop-Gedanken. Ihr steuert zu jeder Zeit zwei von sechs Teenagern, jeder mit seiner individuellen Fähigkeit, und verkloppt allerhand Monster in den linearen Arealen. Müsst ihr an einer Stelle klettern, wechselt ihr zu Stan und zieht den zweiten Charakter anschließend hoch. Versperrt ein Codeschloss die Tür, müsst ihr mit Mei ein Minispiel lösen, bevor es sich öffnet. Der manuelle Wechsel der Charaktere wirkt verstaubt und kann verwirren. Eine Box zur Seite schieben sollte eigentlich jeder können, bleibt hier aber Kenny vorbehalten - so läuft man gerne an wichtige Dingen vorbei, nur weil die "Greifen"-Optionen nicht angezeigt wurde.
Die große Stärke ist der Ad hoc-Multiplayermodus, bei dem zu jeder Zeit ein zweiter Spieler hinzu stoßen kann. Dadurch wird das Spiel zwar nicht gruseliger, da jedoch der manuelle Wechsel zwischen den einzelnen Charakteren entfällt, steigt die Spielgeschwindigkeit und damit die Spielfreude. Gleiches gilt für die Kämpfe, die dank dümmlicher KI im Singleplayer mehr schlecht als recht über die Bühne gehen. Beide Charaktere dürfen sich frei auf einem Bildschirm bewegen, beim Raumwechsel wird der jeweils andere aber unweigerlich mitgezogen.
Mit der Steuerung kommen wir zum wahren Horror. Ständiges Hängenbleiben an kleinen Ecken und ein katastrophales Lock-on-System, das in Zusammenhang mit der unterdurchschnittlichen Kamera zu 95% der Gegentreffer in den Kämpfen beiträgt, verlangen Durchhaltevermögen. Natürlich lässt sich dieser Umstand auf die Limitierungen der PSP schieben, aber besser wird das Spiel dadurch nicht.
Ohne große Erklärungen geht es gleich ins Geschehen. Dankbarer Weise hat die PSP nicht allzu viele Knöpfe, um einen Blick in die Anleitung kommt man aber nicht herum, möchten alle Feinheiten entdeckt sein. Der Schwierigkeitsgrad steigt moderat, wird aufgrund zahlreicher Speicherpunkte und relativ vieler Medipacks für ein Survival-Horrorspiel auch nie zu hoch. Kleine Rätsel sind mit den offensichtlichen Hinweisen schnell gelöst und kein Vergleich zu einem Silent Hill.
Im Grunde bietet Obscure alles, was ein Horrospiel haben muss. Schockmomente, Blut, verstörende Bilder, diverse Monster und eine Menge Dunkelheit. Knackpunkt ist der im Vergleich zu einem Fernseher winzige Bildschirm. Wenn eine Dame halb in der Wand steckt und Blut triefend nach ihrer zweiten Hälfte schreit, wirkt es dank gut vier Zoll ungewollt komisch. Wichtige Objekte sind von der normalen Umgebung durch auffälliges Blinken abgehoben - ansonsten wären sie kaum zu sehen. Probleme bereiten gerade in den Kämpfen ungünstige Kamerapositionen. Manuelles Nachjustieren über das Steuerkreuz ist nur eingeschränkt möglich.
Im krassen Kontrast zur durchschnittlichen Sprachausgabe steht die hervorragende Musik- und Effektuntermalung. Kratzen, scharren, Gekreische, das Rascheln der Bäume, zerspringendes Glas werden begleitet von elektronischen Melodien, beinahe klassisch anmutenden Stücken und Choreinlagen, die vom Kinderchor der Pariser Nationaloper eingesungen wurden. Spitze!
Trotz massig Leistung für einen Handheld gibt es Genres, die auf der PlayStation Portable einfach nicht so gut funktionieren. Um bei Obscure: The Aftermath wirklich Angst zu kriegen, müsste man schon an einem Freitag den 13. nachts irgendwo auf einem alten Hünengrab spielen. Es würde ja auch kein Mensch einen Horrorfilm auf seinem Handy gucken. Damit bleibt der größte Trumpf - das Survival-Horror-Genre - ohne Wirkung und hinterlässt ein ziemlich durchschnittliches Spiel mit Oldschool-Gameplay. Der ständige Wechsel zwischen den Charakteren erinnerte mich unwillkürlich an The Lost Vikings - vor 16 Jahren war es noch innovativ. Für zwei Spieler lässt sich eine Kaufempfehlung aussprechen. Solospieler sollten Probespielen und beim Zocken das Tageslicht scheuen.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
Obscure - The Aftermath im Test.
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