Gesamtwertung89%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Während sich der westliche Spielemarkt in den letzten Jahren hauptsächlich derselben Genres bedient, strotzt es in Fernost nur so vor außergewöhnlichen Spielkonzepten. Nur die Wenigsten schaffen es allerdings bis in unsere Gefilde, es sei denn es handelt sich um wirkliche Spielspaß-Bomben und Ausnahmetitel. Patapon ist so ein Spiel. Es verknüpft Rhythmus- Strategieelemente so gekonnt, dass man die PSP gar nicht mehr beiseite legen möchte. Was so faszinierend an dem knuddeligen Titel ist, erfahrt ihr in unserem Test zu Patapon.
Die Nachfolger des mächtigen Blobs
Wer erinnert sich nicht an Loco Roco? Ein Spiel wie Eiskrem - jeder mochte es. Mit seinem ausgefallen Grafik- und Gameplaystil sorgte es seiner Zeit für Höchstwertungen und wunde Fingerchen. Das Team von Loco Roco zeichnet sich auch für Patapon verantwortlich. Man sieht dem Titel direkt seine Verwandschaft zu dem bekloppten Blob an. Die liebevoll gezeichneten Figuren und Hintergründe allein verdienen schon einen Preis. Und wer einmal den Rhythmus angestimmt hat, wird wahrscheinlich den ganzen Tag einen extremen Ohrwurm haben. Uns ging es jedenfalls nicht nur einmal so.
Pata!
Der Stamm der einst so ehrenvollen und gefürchteten Patapon ist am Boden. Nachdem sie von der fiesen Armee der Zigaton aus ihrem Heimatland vertrieben worden sind, hoffen sie auf ein Wunder, um zu alter Größe zurückzufinden. In ihrer bittersten Stunde kann ihnen nur der Allmächtige helfen und das seid ihr. So müsst ihr den kleinen Augäpfeln auf der Suche nach dem sagenumwobenen Gegenstand mit dem unverkennbaren Namen ES begleiten. Da sie allein mehr oder weniger orientierungslos sind, must ihr ihnen mit Liedern den Weg weisen. Dazu bedient ihr euch verschiedener Trommel-Rhythmen, die ihr mit den Facebuttons eurer PSP angebt.
Auf diese Weise könnt ihr die kleinen Racker Befehle erteilen, um sie siegreich zum jeweiligen Ziel zu führen. Dazu verfügt ihr im Laufe des Spiels über simple Kommandos wie Vorwärts!, Angriff!, Abwehr! und Rückzug!, die ihr durch bestimmte Kombinationen der vier verschiedenen Trommeln Pata, Pon Chaka und Don auslöst. So ist jede Trommel mit einem der Facebuttons der PSP verknüpft.
Nach einigen Missionen seid ihr sogar in der Lage, eure göttlichen Fähigkeiten einzusetzen und Wunder zu bewirken. So könnt ihr beispielsweise das Wetter verändern, um den heißen Wüstenboden mit Regen abzukühlen oder den Pfeilen der Yumipons, den Bogenschützen der Patapon, mit gerufenen Winden zusätzlichen Auftrieb zu verschaffen.
Je öfter ihr einen Rhythmus an den nächsten hängt ohne aus dem Takt zu kommen, desto stärker werden die Angriffe eurer Schützlinge. Nach einer Zehner-Combo versetzt ihr sie in den Fever-Zustand, in dem sie kurzen Prozess mit ihren Gegnern machen und den dreifachen Schaden anrichten. Das hört sich alles simpel an, oder? Ihr werdet aber schnell feststellen, dass ihr in den 30 Mission extrem gefordert werdet, denn die vor allem die verschiedenen Bosskämpfe erfordern viel Geschick und die richtige Taktik, bevor diese dicken Brocken das Zeitliche segnen und von den Patapons als Trophäe mit zum Dorf genommen werden können. Im Laufe des Spiels könnt ihr euch sechs verschiedene Einheiten zu Nutze machen.
Neben normalen Fußsoldaten könnt ihr mit Speeren bewaffnete Patapons, angesprochene Bogenschützen, Kavallerie, Soldaten mit mächtigen Nahkampfwaffen und tödliche Musikanten in eure Armee rufen. Allerdings könnt ihr für jeden Einsatz lediglich von drei verschiedenen Einheiten Gebrauch machen, so dass gerade in den späteren viel von eurer Wahl abhängt.
Pon!
Die Missionen unterteilen sich dabei in drei grobe Sparten: Schlachten, Kämpfe gegen fette Obermotze sowie Jagd-Missionen. In den Schlachten müsst ihr Gefechte mit den Zigatons austragen und am Ende beispielsweise deren Basis zerstören. In diesen Missionen gewinnt ihr fallen gelassene Waffen und könnt so eure eigene Armee aufbessern, ohne großartig Rohstoffe zu verbrauchen. Mit Rohstoffen könnt ihr nämlich neue Waffen und Soldaten schmieden. In den Jagd-Mission begebt ihr euch dann hauptsächlich auf die Suche nach Fleisch, welches ihr für in Kombination mit anderen Stoffen für eure Soldaten benötigt. Zu guter Letzt müsst ihr dann gegen richtig dicke Brocken ran, die alles von euch abverlangen. Um einen Endgegner erfolgreich zu erlegen, müsst ihr dessen Angriffsfolge durchschauen und mit den entsprechenden Befehlen kontern. Habt ihr einen erledigt, könnt ihr nach Belieben erneut gegen ihn antreten. Der Schwierigkeitsgrad steigt dabei nach jedem Sieg stetig an, bringt euch aber bei Erfolg massig Belohnungen für eure Truppe ein. Auch die Jagd-Mission lassen sich so oft angehen, wie ihr wollt. Sie sind auch der beste Weg, um schnell das kostbare Ka-Ching zu gelangen, was ihr für die Geburten neuer Soldaten ausgebt.
Leider bieten diese die wenigste Abwechslung, wodurch das zahlreiche Erledigen dieser Missionen schnell in Arbeit ausarten kann.
Chaka!
Neben den verschiedenen Missionen könnt ihr euch in eurem Camp mit einer Reihe von Minispielen austoben. Hier könnt ihr neues Essen für eure hungernden Soldaten zaubern, euch mit einem singenden Baum das Tanzbein schwingen, um im Austausch gegen seltene Gegenstände neue Soldaten zu erhalten. Je nach stärke erhalten die Patapons andere Farben. Die Standard-Truppen sind schwarz weiß und haben eine unverkennbare Ähnlichkeit mit unserem Looki-Logo (Nein, das ist nicht der Grund für die hohe Wertung), werdet ihr nach einigen Mission auf orangefarbene, blaue oder grüne Patapons befehligen, die sich allesamt in Stärke, Geschwindigkeit oder beispielsweise Feuerresistenz von einander unterscheiden.
Don!
Für ein Spiel wie Patapon kann man über den Umfang nicht meckern. Bis ihr den Titel durch habt dürften rund 12 Stunden vergehen. Ihr könnt eure Armee auch nach dem ersten Durchspielen weiterhin verstärken und viele der Missionen bergen noch unzählige Geheimnisse, die ihr euch nicht entgehen lassen wollt. Leider Gottes gibt es keinen Mehrspieler-Modus und so kann man sich nur alleine an seiner individueller Armee erfreuen. Dabei wäre das Spiel doch wie gemacht für coole Schlachten zwischen Freunden. Wirklich äußerst schade.
Nichtsdestotrotz stellt Patapon eines der gelungensten Spielkonzepte der letzten Zeit dar. Lasst euch nicht von dem merkwürdigen optischen Eindruck des Spiels täuschen, sondern gebt den kleinen Rackern eine Chance. Ihr werdet es mit Sicherheit nicht bereuen.
Mich persönlich hat Patapon vollkommen begeistert und ich kann es wirklich jedem Zocker nur wärmstens ans Herz legen. Hier bekommt ihr nicht nur einen genialen Spielesonderling, sondern auch gleich eines der besten Spiele für die PSP überhaupt serviert. Schade, dass man auf einen Multiplayer-Modus verzichtet hat. Dieser hätte dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. Naja, vielleicht klappts ja im Nachfolger.
Patapon im Test.
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