Ridge Racer

Review
Plattform
Sony PlayStation Portable
Vertrieb
Sony
Entwickler
Namco
Erscheinungsdatum
-
Genre
Racing
USK
0
Ridge Racer [PSP , Justgamers]

Gesamtwertung

89%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Sehr gut

Ridge Racer

Die Zeiten, als man als kindlicher Beifahrer in der elterlichen Familienkutsche durch die Gegend chauffiert wurde und man sich mangels portabler Unterhaltungselektronik auf das mitgenomme Comic stürtze oder sich die „ach so tolle“ Landschaft betrachten musste, sind vorbei... Heute rast man mit weit über 100 km/h und reifenquietschend durch Kurven, überholt bei wahnwitzigen Geschwindigkeiten andere Verkehrsteilnehmer auf verschlungenden Serpentienen-Strecken und treibt den Motor mit Nitro-Direkt-Einspritzung an die Grenzen, nur um sich für das nächste Rennen zu qualifizieren.

Was sich wie ein feuchter Traum deutscher Autofanatiker anhört, ist Realität! Nun ja, zumindest in Namcos Ridge Racer, das mit seinem Auftritt auf der PSP einer alten nunmehr zwölfjährigen Tradition folgt. Denn bislang gab es zu jeder neuen Konsole, sei sie von Nintendo oder Sony, einen Ridge Racer-Vertreter.

Allerdings haben die Designer bei Namco für den PSP-Auftritt von Ridge Racer selbiges nicht neu erfunden, eher im Gegenteil. Als eine Art Best-Of-Sammlung aller Strecken und mit ein paar wenigen komplett neuen Strecken versteht sich Ridge Racer eher als Hommage an sich selbst, als wirklich prickelnd Neues zu bieten, was aber nicht nicht bedingt was Schlechtes sein muss.

Doch kommen wir zum Kern. Uns stehen die drei Spielmodi Welt-Tour, Einzelrennen und Zeitrennen zur Verfügung, die für allerlei Zeitvertreib sorgen.Dabei verlaufen die Rennen – außer im Zeitrennen – alle nach dem gleichen Schema ab. Man sucht sich die zu befahrende Strecke aus, anschließend seinen rollenden Untersatz aus einer Gruppe von Fahrzeugen, sie sich allein im Driftverhalten voneinander unterscheiden. Als letzte Entscheidungsmöglichkeit hat man die Qual der Wahl, mit welcher Art von Musik man berieselt werden möchte, denn mit House, Trance, Techno und aufgepeppelten Sounds aus den Ridge Racer-Vorgängern stehen mehrere dutzend Musiktitel zur Beschallung zur Verfügung.

Einige Ladezeitsekunden später steht man dann schon auf der Strecke und die Aufholjagd beginnt. Man startet nämlich grundsätzlich auf dem letzten Platz eines zwölfköpfigen Fahrerfeldes. Um sich in der Welt-Tour für weitere Rennen zu qualifizieren, muss man auf einen der vorderen Plätze vorfahren, meist zwischen dem ersten und vierten Platz. Doch erstmal dahin kommen. Während die Rennen der Basis-Tour mit ihren insgesamt 29 Strecken noch getrost als kinderleicht benannt werden können, ist spätestens bei der Profi-Tour Schluss mit dem schnellen Sieg. Von nun an heißt es, die perfekte Linie zu finden, Gegner rasch zu überholen und Streckenbegrenzungen tunlichst nicht touchieren, denn der Schwierigskeitsgrad ist praktisch schlagartig angestiegen. Eine Minimap, die die eigene Position und die des Erstplatzierten auf der Strecke angibt und eine übersichte Instrumentenanzeige helfen, nicht völlig überrascht in eine Streckenbegrenzung zu krachen. Wen diese Anzeige stört, kann sie mit nur einem Tastendruck verschwinden lassen.

Ridge Racer PSP (5 Bilder)

Um kurzfristig alles aus den Möglichkeiten des Motors zu kitzeln, darf man Nitro einsezten, was die Geschwindigkeit des eigenen Gefährtes extrem steigert. Doch die zu diesem Zwecke verbauten drei Nitroflaschen müssen erstmal gefüllt werden. Und dies muss man auf der Strecke! Hierfür müssen allerdings keine Boni oder Powerups aufgesammelt werden, sondern nur Kurven besonders schnell und mit quietschenden Reifen durchfahren werden. Je länger die Reifen quietschen, desto schneller füllen sich die Nitro-Flaschen.

Im Laufe der Welt-Tour werden weitere Strrecken freigespielt, sodass hier für Abwechslung gesorgt ist. Und während man im Einzelrennen einfach nur die Rennen der Welt-Tour nachfährt, bietet das Zeitfahren einen besonderen Kick, nämlich gegen sich selbst zu fahren. Fährt man ein Rennen besonders schnell und bricht dabei noch einige Geschwindigkeits- oder Streckenrekorde, kann man seinen „Fahrstil“ abspeichern und später gegen sich selber fahren. Dafür wird ein geisterhaftes Auto auf die Strecke gestellt, das exakt das vorher abgespeicherte Rennen nachfährt.

Grafisch holt Ridge Racer beeindruckendes aus der PSP. Wunderschöne Sonnenuntergänge, detailreiche Fahrzeuge und Strecken, abwechslungsreiches Streckenbeiwerk und all dies absolut ruckelfrei und rasend schnell. So entsteht trotz des kleinen TFT-Display ein überraschend starkes Geschwindigkeitsefühl, dass seines gleichen sucht.

Im Gegensatz zu den Heimkonsolen dürfen auf der PSP bis zu acht Spieler gegeneinander antreten, was dank der Ad Hoc kein zeitraubener Akt ist. Schade nur, dass aufgrund eines fehlenden Gameshare-Supports jeder ein Ridge Racer sein Eigen nennen muss.

Fazit

Ich hab Kollege Rohrbeck beim Testen von WipEout immer wieder über die Schultern geschaut und wurde damit nicht warm. Dafür hatte ich mein Ridge Racer und hatte meinen Spaß, denn der Einstieg ist um Welten leichter und der Anspruch an das fahrerische Können in späteren Rennen nicht minder gering. Außerdem mag ich es, mit quietschenden Reifen über eine Strecke zu heitzen oder Gegner im Rückspiegel verschwinden zu sehen. Mit seiner grandiosen Grafik und seinem pulsierendem Sound setzt Ridge Racer meiner Meinung nach Maßstäbe auf den Handhelds und braucht sich vor den Heimkonsolenvarianten nicht zu verstecken.

Ridge Racer [PSP , Justgamers]

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