Gesamtwertung78%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Ehrlich gesagt ist es nicht verwunderlich, dass die Special Weapons and Tactics-Einheit, kurz SWAT, nun auch auf der PlayStation Portable für Recht und Ordnung sorgt. Nach vier PC-Titeln sowie einem PS2-Einsatz war es nämlich nur eine Frage der Zeit, bis der Strategie- und Simulationsmix einen PSP-Ableger spendiert bekam. Ob das mobile SWAT-Einsatzkommando auf dem Sony Handheld überzeugen kann, klären wir hier.
Zeit die Straße zurückzuerobern!
Der Handlungsplot von SWAT: Target Liberty wartet mit einem Szenario der etwas anderen Art auf. Wagemutige irakische Untergrundkämpfer, global gesehen auch Terroristen genannt, planen mitten in New York einen nuklearen Sprengkopf detonieren zu lassen, damit die Marines endlich aus dem Irak abziehen. Und es kommt sogar noch besser: Damit die USA kein Verdacht schöpfen, planen Sie zudem, diese Aktion Nordkorea anzuhängen, was bei einem gelingen zu einem Krieg führen könnte. Und für diesen Krieg würde Amerika logischerweise ihre im Irak stationierten Truppen abziehen, gesetz den Fall, das geplante Szenario gelingt.
Glücklicherweise kommt es nicht dazu und die USA erkennt kurz vor der Eskalation mit den Koreanern die wahre Bedrohung. Kurz darauf wird das SWAT-Einsatzkommando auf den Plan gerufen, welches versucht, die Bombe noch vor der Detonation aufzuspüren und die Drahtzieher des Anschlags zur Rechenschaft zu ziehen. Kein leichtes Unterfangen!
Mal etwas ganz anderes
Zugegeben, der Handlungsplot ist überzogen und ordentlich an den Haaren herbeigezogen. Man muss sich mal vor Augen führen: Da planen irakische Terroristen einen nuklearen Sprengkopf in New York zu zünden und die ganze Aktion Nordkorea in die Schuhe zu schieben, nur damit die USA ihre Truppen aus dem Irak abziehen. Auch wenn das Szenario überzogen ist, haben die Entwickler ordentlichen Mut zu etwas Neuem bewiesen. Zu etwas Neuem, das einen ordentlichen Unterhaltungswert bietet und bei dem so schnell keine Langeweile aufkommt.
Bevor ihr euch aber in euren eigentlichen Einsatz stürzt, solltet ihr zunächst einmal den Trainingsparcours absolvieren, der in insgesamt vier Aufgaben unterteilt ist. Hier lernt ihr auf verständliche Art und Weise, wie ihr mit den einzelnen Waffen umzugehen habt und bekommt erklärt, wie Räumlichkeiten richtig infiltriert werden. Mit auf dem Trainingsplan stehen unter anderem auch noch das Einsetzen der mitgeführten Utensilien wie beispielsweise Dietrich oder Spiegel, sowie das taktisch richtige Führen eures Einsatzteams, ohne das ihr nämlich vollkommen aufgeschmissen wärt.
Euer Einsatzteam besteht dabei aus einem insgesamt fünf Mitgliedern, von denen allerdings nur drei Mitglieder an einer Mission teilnehmen. Gespielt wird, anders als beim PC, nicht aus der Ego-Perspektive sondern es kommt eine isometrische Kamera zum Einsatz. Diese präsentiert das Geschehen aus der Third-Person-Ansicht und verschafft euch stets einen guten Überblick.
A propos Überblick: Zu sehen bekommt ihr in den insgesamt 12 Schauplätzen auch einiges, denn das Spielgeschehen findet nicht nur in New Yorker Wohnungen statt, sondern es darf auch in einem Einkaufszentrum, einem Park oder der U-Bahn auf Terroristenjagd gegangen werden. Für Abwechslung dürfte also gesorgt sein.
Was darf man erwarten?
Leider nicht allzu viel, denn das gesamte Spiel bietet stets den gleichen Spielablauf. Die Mission beginnt, der Ort des Geschehens wird infiltriert, die Terroristen unschädlich gemacht und die Geiseln beziehungsweise Zivilisten gerettet. Aber wer von einem SWAT-Titel etwas anderes erwartet hat, ist sowieso im falschen Spiel, denn genau dieses Schema bieten Spiele eines solchen Kalibers. Wer mit dem Spielschema normalerweise nicht viel anfangen kann, sollte einen Bogen um SWAT: Target Liberty machen.
Das Spielgeschehen gestaltet sich zuweilen sehr anspruchsvoll, was nicht zuletzt an den Schießwütigen Bösewichten liegt. Hin und wieder kommt es nämlich vor, dass euch ein Terrorist einen Strich durch die taktische Rechnung macht und einfach beginnt, Zivilisten unter Beschuss zu nehmen. Das Ableben unschuldiger Personen steht nämlich so gar nicht auf dem Plan der SWAT und wird daher mit einem heftigen Punktabzug am Ende der Mission gewertet. In manchen Fällen führt dies sogar zum frühzeitigen Abbruch der Mission und ihr werdet für einen Neuversuch wieder am letzten Checkpoint abgesetzt.
Mit den erhaltenen Punkten am Ende einer Mission steigen dann die Teammitglieder in ihren Fähigkeiten auf und können fortan besser Zielen oder überrumpelte Feinde besser verhören und nach Informationen ausquetschen.
Zusätzlich lassen sich mit einer hohen Punktwertung auch Videos und Artworks freischalten, was zu einem mehrmaligen Durchspielen motiviert. Optisch präsentiert sich SWAT: Target Liberty eher zurückhaltend. Ihr solltet also keine Grafikbombe erwarten, sondern müsst euch bei PSP-Ableger mit schlichten Farben zufrieden geben und bei diversen Zwischensequenzen auf fehlende Lippensynchronität einstellen.
Sehen lassen können sich dafür die Animationen und die zahlreichen Details in den unterschiedlichen Schauplätzen. Akustisch sieht es dagegen besser aus. Der Sound ist für einen PSP-Titel gut gelungen und verwöhnt das spielerische Ohr mit ordentlichen Effekten und einer ansprechenden Synchronisation. Das Einzige was man hier negativ bewerten könnte ist, dass sich einige Kommentare der Protagonisten zu oft wiederholen.
Abschließend kann aber gesagt werden, dass das Spiel ein durchaus gelungener Taktikshooter geworden ist, der allerdings für Taktikfans keine große Herausforderung darstellt und bereits nach knapp 10 Spielstunden beendet ist.