Gesamtwertung56 %/10 |
GrafikUngenügend Sound8 |
LanzeitspaßUngenügend SpieleinstiegAusreichend |
BedienungMangelhaft |
Tenchu: Shadow Assassins hatte als Lead-Plattform bei der Entwicklung die Wii. Dass die PSP-Fassung einfach nur schnell portiert wurde, fällt da schnell auf, denn einige Texte bei Erklärungen und Untertiteln sind am Rand abgeschnitten worden, so dass sie teilweise gar nicht mehr gelesen werden können. Die Grafikpracht an sich ist ebenso identisch zur Wii-Version, was in diesem Falle an sich nicht schlecht wäre, immerhin ist die Wii mit mehr Power gesegnet als die PSP. Dafür kommt die PSP häufiger mal ins Stocken, wenn auf dem Screen nicht mit Effekten gegeizt wird. Keinen Grund zu meckern hat man bei den Umgebungen an sich. Die Locations sind alle sehr unterschiedlich, egal ob Ihr gerade durch dunkle Vorhöfe oder in geheimnisvolle Gemäuer hinein schleicht. Auch die Charaktere und Ihre Animationen könnten nicht viel besser auf der PSP aussehen.
Die sehr gelungene englische Sprachausgabe rundet die gut gemachten Sequenzen perfekt ab. Auch wenn Wachen, an denen Ihr Euch vorbei schleicht, immer gleich klingen, passen die Soundeffekte auch sehr gut zu dem jeweiligen Geschehen, wie auch die dezente Hintergrundmusik Euch regelrecht in das alte Japan hinein zieht. Wenigstens bei der Sounduntermalung sind Acquire keine Kompromisse eingegangen und man fühlt sich erst recht in Tenchu: Shadow Assassins heimisch, wenn man den Klängen über Kopfhörer lauscht.
Die Steuerung von Tenchu: Shadow Assassins ist im Grunde sehr einfach ausgefallen. Ihr bewegt Euch ganz einfach mit dem Analogstick durch die Levels, verschwindet im Schatten der Gemäuer und schleicht Euch an Gegner heran. Sobald eine neue Aktion möglich ist, werden ohnehin die Buttons angezeigt, die Ihr drücken musst um zum Beispiel schnell mit Shuriken Lampen auszulöschen oder Gegner aus dem Hinterhalt zu erdrosseln. Dadurch arten die Stealth-Einlagen aber auch häufig in reine Qick-Time-Events aus, deren Scheitern entweder direkt den Tod des Helden oder eine wilde Flucht nach sich zieht. Gerade bei der Flucht leidet die Steuerung dann unter Ungenauigkeiten, die Euch auch schon einmal böse in den Tod rennen lassen. Es ist eben sehr unglücklich gelöst, wenn Rettungsmöglichkeiten auf Knopfdruck nicht aktiviert werden und man in Folge nur noch den Game Over-Screen erblicken kann.
Tenchu war ja immer ein Paradebeispiel für echte Ninja-Spiele, denn in keinem anderen Spiel durftet Ihr so vielseitig Gegner ausschalten und ganz à la Solid Snake an Wachen vorbei schleichen. Auch dieses Mal spielt dieser Teil der Tenchu-Reihe im alten Japan und Ihr dürft in die Haut von Rikimaru und Ayame schlüpfen um das Land zu retten. Um herauszufinden wer am Thron von Lord Goda sägt, beauftragt dieser einen Hellseher, welcher aber, statt seinen Job zu tun, lieber die Tochter des Lords entführt. Ihr macht Euch nun einerseits auf die Suche nach Kiku, müsst Euch aber auch darum kümmern, wer dem Lord hier Böses will und den Feind stellen. Mit den zwei Charakteren bestreitet Ihr letztendlich abwechselnd die Lösung dieser Probleme, was im Klartext bedeutet, dass Ihr Gebäude infiltriert und bestimmte Gegner ausschaltet. So abwechslungsreich die Gebiete auch gestaltet wurden, so wenig Freiraum habt Ihr dennoch beim Erledigen der Zielpersonen. Einerseits könnt Ihr Euch aus dem Schatten von hinten anschleichen, von der Decke baumelnd Personen "entwenden" oder aber aus der Distanz mit dem Shuriken die Lichter ausschalten und anschließend bei schwarzer Nacht die Gegner kompromisslos nieder stechen. Viele brutale Morde dürft Ihr im Laufe der Spielzeit miterleben, aber nie könnt Ihr Euch wirklich aussuchen, wie man das Ziel nun tötet. Die Wege sind absolut linear vorgegeben, macht Ihr etwas anders als vom Spiel gedacht, entdecken Euch Wachen und nur die Flucht bleibt. Den Feinden zu entgehen ist aber gar nicht so schwer, wie man nun vermuten könnte. Diese laufen nämlich ständig die exakt gleiche Route entlang und platzieren sich, einmal den Sichtkontakt zum Ninja verloren, wieder an Ihrem Wachposten. Hier wurde scheinbar nicht wirklich viel Arbeit in die künstliche Intelligenz investiert.
Nach dem schönen Intro erwartet Euch natürlich erst einmal ein Tutorial, dass in die erste Mission eingebettet wurde. Hier werden Euch alle Tastenkombinationen gezeigt, die Ihr benötigt um unbemerkt in die Gemäuer zu kommen. Leider sind die Buttons aber gar nicht auf der PSP zu finden. Ihr fragt Euch nun, was wir damit meinen? Ganz einfach: Manche Tutorial-Texte stammen immer noch aus der Wii-Version. Nicht nur dass die Texte, wie schon erwähnt, abgeschnitten sind, auch Beschreibungen à la "Bewege die Wiimote nach vorne um zuzuschlagen" sorgen berechtigterweise für Stirnrunzeln. Für solche Fehler gibt es eigentlich noch einmal eine Qualitätssicherung, die hier aber an einigen Stellen geschlafen hat. Frustrierend ist auch die Tatsache, dass die Steuerung manchmal nicht so reagiert wie sie sollte. Da möchte man am liebsten die PSP an die Wand klatschen, denn prinzipiell ist Tenchu: Shadow Assassins vom Schwierigkeitsgrad so leicht gehalten, dass einem wirklich nur vom Entwickler selbst Steine in den Weg gelegt werden.
Tenchu: Shadow Assassins ist ein Bilderbuch-Beispiel für eine richtig dahin gerotzte Portierung, wo Kostenersparnis zulasten der Spielbarkeit gegangen ist. Man ist kaum im Spiel angekommen, schon fallen einem die häufigen Fehler in den Tutorialtexten auf, Texte von Dialogen und Erklärungen werden am Rand abgeschnitten, so dass man anfängt zu rätseln, was dort wohl gestanden haben könnte. Auch ist die PSP-Hardware nicht stark genug für die Effektgewitter, die auf dem Handheld losgelassen werden. All das hätte eventuell aber gar nicht so niederschmetternd gewirkt, wenn spielerisch mehr geboten würde. Die Schleichmissionen mit Rikimaru und Ayane können aber leider nicht das bieten, was man von einem guten Stealth-Ninja-Spiel erwartet. Die Gegner laufen dermaßen dumm ihre Routen ab, dass Ihr keinerlei Probleme mit dem Feind bekommt. Und wenn doch, dann ist es im Großteil der Fälle die Schuld der Steuerung, die einfach nicht reibungslos reagiert wenn es darauf ankommt. In einem Spieldesign, wo jede Sekunde zu langsam den sicheren Bildschirmtod bedeuten kann, darf man sich solche Patzer nicht erlauben. Und so reiht sich Tenchu: Shadow Assassins leider in die Riege der mauen Vorgänger mit ein.
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Tenchu: Shadow Assassins im Test.
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