Gesamtwertung68%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Was viele Besitzer der PlayStation Portable an ihrem Handheld bemängeln, ist das Spielesortiment, welches derzeit im Großen und Ganzen aus Umsetzungen und Konvertierungen von PlayStation 2-Titeln besteht. Frischer Wind ist also gefragt, und den bringen die Dead or Alive-Macher von Tecmo mit ihrem Jump & Run Tokobot. Wenn ihr erfahren wollt, wie dieses außergewöhnliche Spiel von uns bewertet wurde, braucht ihr einfach nur weiterzulesen.
Originell? Von wegen!
Vor Tausenden von Jahren wurde der Kontinent Moritari von einer Zivilisation mit einer außergewöhnlichen Technologie bewohnt. Jedoch fand das glückliche Leben schlagartig ein Ende. Die Welt ging zu Grunde und die Technologie verloren. Mittlerweile ist eine neue Kultur entstanden. Mit Zahnrädern und Dampf wurde die Karakuri-Technologie geschaffen, welche jedoch um Längen nicht so fortschrittlich ist wie die der damaligen Zeit. Direkt vor jenem Kontinent liegt das Canewood-Labor, das sich der Forschung der prähistorischen Technologie annimmt.
Als neuer Mitarbeiter des Labors findet der junge Agent Bolt geheimnisvolle Karakuri-Roboter, die Tokobots. Um die gefundenen Roboter zu erforschen, bereist der Spieler gemeinsam mit Bolt und den Tokobots die Ruinen des Kontinents. Dabei steht ihm die Assistentin Ruby ständig mit Ratschlägen zur Seite. Auf Bolts Expeditionen stellen sich ihm nicht nur die Hüter der Stätten in den Weg, sondern auch eine unbekannte Räuberbande. Wie man schon hört, ist die Story nicht gerade originell. Zwischensequenzen präsentieren sich gar ohne Animationen und auch die Dialoge wurden nicht vertont. Trotz dessen wird man bedingt durch die Spielmechanik bei Laune gehalten.
Nur zusammen kanns gelingen
Im Grunde dreht sich alles um die niedlichen Tokobots. Bolt dient gewissermaßen als ihr Meister und gibt den Ton an. Dazu stehen ihm drei Grundformationen zur Verfügung, die V-, die Kreis- und die U-Formation. Diese bilden die Grundlage für Angriffe und Interaktionen mit der Umwelt. Bevor man jedoch eine Aktion ausführen kann, ist Händchenhalten angesagt, wodurch man Kontakt zu den Tokobots aufbaut. Als Beispiel für eine Aktion nehme man die V-Formation.
Bei dieser reihen sich die Tokobots hinter Bolt auf und lassen sich wie eine Peitsche über ihn schwingen. Damit kann man nicht nur fliegende Gegner auf den Boden der Tatsachen zurückholen, sondern auch Abgründe überqueren und hochgelegene Stellen erreichen. Letzteres klappt aber nur an bestimmten Punkten, bei denen sich Magnete befinden. Außerdem kommt es ganz auf den Typ des Gegners an, welche Formation im Kampf angebracht ist.
Richtig interessant wird die Spielmechanik erst durch die Karakuri-Kombinationen, welche einem nicht von Anfang an zur Verfügung stehen. Erst durch das Sammeln von Tafeln bringt man seinen Tokobots neue Verwandlungen bei. Zudem benötigt man abhängig von der Kombination bei jeder Transformierung bestimmte Gegenstände, die in Krügen und Leichen der Hüter zu finden sind. Bei der ersten Kombination handelt es sich um den Samurai-Krieger. Wie der Name schon verrät, setzen sich die Tokobots zu einem Mech zusammen, welcher mit einem großen Schwert ausgestattet ist. Man sollte seine Gegenstände aber nicht verschwenden, indem man ständig Verwandlungen durchführt, denn schon nach kurzer Zeit oder zu hohem Schaden lösen sich diese auf.
Erst einmal nachdenken
Im Grunde dreht sich alles um die niedlichen Tokobots. Hin und wieder erwarten den Spieler Rätsel, welche in den meisten Fällen nur mit Karakuri-Kombinationen gelöst werden können.
Dabei weisen Markierungen der jeweiligen Kombination den Spieler auf die richtige Fährte.
Auch die Endgegnerkämpfe, die uns besonders gut gefallen haben, sind nicht immer ganz einfach und bloße Tastenhämmerei ist eh die falsche Herangehensweise. Also, auch hier die Tipps der schönen Ruby beherzigen und die Umgebung nach Interaktionsmöglichkeiten absuchen, dann klappt es auch.
Durchschnittskost?
Tokobot kommt nicht nur mit einem außergewöhnlichen Gameplay daher, auch optisch versucht das Jump & Run durch seinen eigenen Stil zu gefallen. Leider ist dies nicht wirklich geglückt. Schon die Screenshots verraten, dass alles sehr schlicht daherkommt. Kleiner Pluspunkt: Die Farben wurden gut aufeinander abgestimmt, was vor allem zeigt, dass nicht immer alles knallig bunt sein muss. Schicke Animationen oder erstaunliche Effekte braucht man gar nicht erst zu suchen nur ein paar Licht- und Partikeleffekte peppen das Bild auf.
Dennoch gibt die Optik keinen Grund zur Enttäuschung, da sie trotz ihrer Schlichtheit zum Jump & Run passt. Jedoch findet ganz bestimmt nicht jeder Gefallen am Stil und wird sich von Gegnertypen in Gestalt von Eiern oder durchgeknallten Vögeln schnell abschrecken lassen.
Tecmo hat eindeutig zu viel Potenzial verschenkt, denn ausgefallene Spielmechanik allein macht Tokobot nicht gleich zu einem guten Spiel. Wer jedoch endlich mal ein Game in seiner Sammlung haben möchte, das sich von der gewöhnlichen Produktpalette abhebt und zudem ein Faible für Jump & Runs hat, der sollte zumindest einen Blick auf Tokobot riskieren.