Gesamtwertung85%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Tomb Raider-Fans, die schon die Anniversary-Neuauflagen auf dem PC und der PlayStation 2 gespielt haben, werden sich auch auf der PlayStation Portable gleich wohl fühlen: Auch hier geht es wieder um den mysteriösen Scion, ein Artefakt, um das sich über die Jahrhunderte viele unheilvolle Sagen und Geschichten ranken. Lara Croft, unsere vollbusige Archäologin, hat jedenfalls keinen Schiss, ihren süßen Hintern nach Peru zu begeben und das Artefakt in die richtigen Hände zu übergeben.
Willige Amazone auch für unterwegs...
Dumm nur, dass uns Gauner nach dem Leben trachten und den Scion für sich beanspruchen wollen. So weit, so bekannt: Dies trifft auch für das Gameplay von Tomb Raider: Anniversary zu da ändert auch die Portierung auf den Handheld nichts daran.
Neben verschiedenen leveltechnischen Kniffen bedient sich die Neuauflage an einigen, aus Legend bekannten, Möglichkeiten. Da wäre zum einen der Haken, mit dem Ihr Abgründe überwinden und an Wänden entlang laufen könnt.
Wenn das Klettern mal schneller gehen soll, darf man Lara zudem nun zum Beispiel beim Hangeln einen kleinen Geschwindigkeitsschub verpassen. Ganz eingerostet ist Miss Croft im Remake also nicht. Völlig neu ist hingegen, dass unsere Heldin von Pol zu Pol hüpfen und auch auf selbigen balancieren darf.
Die wichtigste Eigenheit an der PSP-Version musste zwangsläufig natürlich in der Steuerung zu suchen sein, denn im Gegensatz zum großen Bruder besitzt der kleine Sony'ler statt zwei, lediglich einen Analogstick. Die Kameraführung übernehmen daher die beiden Schultertasten. Gute Entscheidung, denn das klappt nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch exzellent auch wenn eine gewisse Gewöhnungszeit hierbei durchaus von Nöten ist. Allerletzte Kompromisse wurden natürlich auch bei der Optik gemacht: Klar, denn ein Tomb Raider kann auf der PlayStation Portable nicht so gut aussehen wie auf der PS2 und erst recht nicht so gelungen wie auf dem PC-Monitor.
Wenn man sich aber andere Negativ-Beispiele zum Vergleich heranzieht, wird man erstaunt sein, wie überzeugend Anniversary dennoch auf der PSP aussieht. Natürlich wirkt alles einen minimalen Tick eckiger als auf den besagten anderen Plattformen und auch die Framerate geht selten! - einmal kurz in die Knie, aber wenn man sieht, was man eigentlich dafür bekommt damit meinen wir vor allem die tollen Wasser-Effekte und geschmeidigen Animationen der übrigens gut vertonten Amazone - sind dies äußerst ertragbare Mankos.
In punkto Gameplay blieb man zum Glück dem ersten Teil treu: Weniger Ballerei, dafür mehr Akrobatik. Gute Wahl, das Kampfsystem ist sowieso nicht das Beste. Zielen, Ballern, Ausweichen, das war es dann auch schon.
Die durch die Bank nicht-menschlichen Feinde wie zum Beispiel der riesige T-Rex oder die Reiter sowie kleinere Exemplare wie Wölfe, Gorillas und Fledermäuse - sind zudem keine wirklichen Leuchten und stürmen stupide auf Euch zu. Verbündungsmuster oder ähnliche Taktiken sucht man hier vergebens. Bei fast allen Gegnern kommt das Adrenalin-System zum Tragen: Blinken Eure Feinde vor Wut kurz auf, starten sie einen Angriff, der sobald Ihr ausweicht in Slow-Motion abläuft. Alles was Ihr hier tun müsst, ist, darauf zu warten, dass sich Euer Fadenkreuz rot färbt und Ihr somit einen Kopftreffer landen könnt.
Liest sich einfach, ist aber gerade in engen Gängen fast unmöglich in die Tat umzusetzen. Wenigstens darf Lara auf ein überschaubares, aber immerhin vernünftiges Waffenarsenal zurückgreifen: Duale Pistolen, eine Schrotflinte und eine Uzi sorgen dafür, dass man auch härteren Gegnern Kontra geben kann. Bei bestimmten Levelbossen wie etwa den bereits erwähnten Reitern muss man sich hingegen auch auf den Grips verlassen können. Hier reicht Waffengewalt allein nicht aus. Kopfzerbrechen bereiten dann aber dann noch eher die teils kniffligen Hüpf- und Klettereinlagen. Der scheinbar offensichtlichste Weg kann sich da schon als echte Sackgasse entpuppen. Motivations-Tiefs gibt es dennoch so gut wie gar nicht, denn Spaß machen die Ausflüge in ungeahnte Orte eigentlich die ganze Zeit, was vor allem an den abwechslungsreichen Aufgaben und nicht zuletzt am umfangreichen Bonusmaterial liegt.
Tomb Raider: Anniversary im Test.
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