Gesamtwertung63%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Als Mitglied der Stadtwache der durch zahlreiches Ungetier bedrohten Stadt Aven ist es die Aufgabe, in über 100 Leveln wieder für Ordnung zu sorgen. Dabei verschlägt es den Helden im Auftrag des Königs nicht nur an Orte innerhalb der Stadtmauern. Auch in den umliegenden Ländern des Planeten Unataca treibt sich das feindliche und bedrohliche Gesindel herum, das es zum Schutze der Einwohner Avens zu besiegen gilt.
Die Zeiten, in denen man sich in Handheld-RPGs mit nur einem vorgefertigten Helden zufrieden geben musste, sind vorbei. Insgesamt vier Klassen - Ritter, Alchemist, Druide und Berserker - stehen bei der Charaktererstellung von Untold Legends: Brotherhood of the Blade zur Auswahl. Auch das Äußere der Spielfigur kann leicht angepasst werden. Da man den Helden (oder die Heldin) während des gesamten Spielverlaufs aber sowieso nur aus der Vogelperspektive betrachten kann und sich die angezeigten Details in Grenzen halten, lohnt es sich kaum, sich über Hautfarbe oder Frisur des Protagonisten großartige Gedanken zu machen.
Beginnt man zunächst mit einem recht schwachen Charakter und wenigen, klassenspezifischen Fähigkeiten wie beispielsweise einem einfachen Zauber (Druide) oder einem zunächst laschem Schwertschlag (Ritter), entwickelt sich die Spielfigur mit zunehmend gewonnener Erfahrung durch ein Charakterlevelsystem weiter. Nach jedem Levelaufstieg besteht dann zudem die Möglichkeit, eine neue Fähigkeit wie z.B. das beschwören eines Pets zu erlernen und mit gewonnen Punkten auch Dinge wie Stamina oder Stärke zu verbessern.
Untold Legends: Brotherhood of the Blade (19 Bilder)
Ist ein Monstrum erst einmal besiegt, warten diverse Belohnungen. Neben dem Erhalt von Erfahrungspunkten, die wie schon erwähnt zum Levelaufstieg des Charakters benötigt werden, lassen die geschlachteten Feinde oft auch Gold oder Items in Form von neuen Rüstungen, Schwertern oder Heiltränken fallen. Wie in den meisten RPGs üblich, setzen fast alle Items einen bestimmten Level voraus. Natürlich zählt das Gros der gefundenen Gegenstände entweder zu weniger nützlichen Dingen, die aufgrund extrem schwacher Attribute keinen Nutzen haben oder zu Rüstungen und Waffen, die erst mit einem viel höheren Level nutzbar sind. Meist beschränkt sich das Eingesammelte also auf Plunder, den man entweder gleich wieder wegschmeißt oder beim nächsten Händler für ein paar Goldstücke veräußert. Andererseits kann bei den spärlich gesäten Händlern auch eingekauft werden. Dabei fällt vor allem ins Auge, dass Heiltränke und sonstige leistungssteigernde PowerUps unverhältnismäßig viel Gold kosten. Da man von diesen Items nie genug haben kann, macht der hohe Preis das Spiel nicht unbedingt leichter. Durchaus wertvolle Items gibt es dann meist nur bei den recht häufig auftretenden Bossen, von denen es in jedem Dungeon mindestens einen gibt und die mit schnellen Tastenschlägen auch zügig besiegt werden können.
Macht der Titel zum Einen einen grafisch sehr schönen Eindruck, enttäuscht er zum Anderen aufgrund der geringen Übersicht. So klebt die dreh- und schwenkbare Kamera leider nur wenige Meter über dem Kopf der Spielfigur und sorgt mitunter dafür, dass die Anzahl herumlungernder Gegner oft nur schwer einschätzbar ist. Meist stehen die Kumpels der anvisierten Monster gleich um die Ecke, können aber selbst bei vorsichtigem Herantasten nicht gesehen werden. Die monotone und leicht nervige Musik zieht der Präsentationsnote des Spiels einen weiteren Punkt ab.
Weiterhin enttäuscht die Erzählweise der für ein Rollenspiel elementaren Story. Mit simplen Textdurchlauf unterlegte Bilder sind heutzutage nicht mehr zeitgemäß. Nicht einmal eine Sprachausgabe wurde dem Spiel gegönnt. Das können viele andere PSP-Starttitel wie Spider-Man 2 besser, erzählen diese doch ihre Geschichte nicht nur mit Hilfe der Spielengine, sondern bieten neben Rendersequenzen zum Teil auch gesprochenen Text.
Ebenfalls leicht unanständig sind die enorm langen Ladezeiten, die sich beständig zwischen die verschiedenen Spielabschnitte schieben. Wenn man diese wenigstens mit den mageren Zwischensequenzen überbrückt hätte... Aber selbst diese verlangen der PSP einige Sekunden Bedenkzeit ab. Zu allem Übel gibt es auch keine Autosave-Funktion. Hat man sich einmal verkalkuliert, sind für den Boss-Kampf also weniger Heiltränke vorhanden als nötig und wurde das Zwischenspeichern vergessen, schaut unser Held in die Röhre beziehungsweise noch einmal im vorigen Level vorbei.
Da man als Spielfigur stets allein, maximal von einem beschworenen Pet unterstütz,t durch die Dungeons streift, könnte man Untold Legends: Brotherhood Of The Blade schnell als Spiel für Einsame abtun. Ja, wäre da nicht der überraschend gut ausgefallene Multiplayermodus, in dem sich bis zu vier Spieler gleichzeitig mit Monstern und Boss-Gegnern auseinander setzen können. Leider lässt sich nur per Adhoc-Verbindung kooperieren. Da aber so gut wie keiner der Launchtitel das gemeinsame Spiel übers Internet erlaubt, dürfte dies weniger ins Gewicht fallen. Weil es zudem keine Chatfunktion gibt, ist es wohl auch besser so, würde ein vernünftiger Itemhandel sonst nie zu Stande kommen.
Zweite Meinung von Ulli Kunz
Bei Untold Legends: Brotherhood Of The Blade krankt es gewaltig: Ewig lange Ladezeiten, uninspirierende Dialoge und eine nervtötende Dudelmusik sind nunmal . Dafür stimmt allerdings die Action, denn an abwechslungsreichen Gegnermassen wurde seitens der Designer nicht gespart. Auch die optische Aufmachung - berücksichtigt man den Umstand, dass wir es hier mit einem Launch-Titel zu tun haben und Vergleiche unmöglich sind - kann überzeugen. Doch nimmt man die positiven und negativen Bestandteile zusammen, hat man das Gefühl, dass enorm viel Potential vergeudet wurde. Herausgekommen ist ein reinrassiger Langeweiler, eigentlich schade drum.