Gesamtwertung83%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Man möge sich an die Anfänge des Snookersports hierzulande erinnern. Zunächst nur durch einen Sendeplatz bei einem renommierten Fernsehsender repräsentiert, erfuhr die Sportart in Deutschland einen nennenswerten Aufschwung, der auch die Erschließung des deutschen Videospielmarktes für dieses Genre rechtfertigte. In England war Blade Interactive bereits sehr erfolgreich mit seiner interaktiven Snookersimulation und versuchte nun auch die deutschen Fans von der Qualität des Spiels zu überzeugen. Ausschlaggebend für den Erfolg auch in Deutschland waren eine glänzende Technik, die sich beispielsweise durch die exzellente Physikengine, auszeichnete, und die Originallizenzen, die so manchen Fan in den Laden zogen.
Seither dürfen sich Fans jedes Jahr aufs Neue auf einen aktuellen Ableger aus dem Snooker-Universum freuen. Da stellt natürlich auch dieses Jahr keine Ausnahme dar und mit World Snooker Challenge 2005 wird es auch erstmals einen Snooker-Titel aus dem Hause Blade Interactive geben, der für eine portablen Spielekonsole, namentlich für die PSP, erscheint. Hierfür wurde das Spiel von World Championship Snooker in World Snooker Challenge umbenannt und auch der Pubsliher gewechselt. Wozu Ersteres gut sein soll, scheint unklar zu bleiben. Wichtig ist auch nur, ob wir uns auf eine akkurate Snookersimulation freuen dürfen oder ob die Umsetzung für die PSP eher in die sprichwörtliche Hose gegangen ist.
Wie man es von guten Sportspielen gewohnt ist, darf man zu Beginn des Spiels zwischen verschiedenen Modi wählen. Der Exhibitionmodus beispielsweise lässt den Zocker ein selbst erstelltes Match gegen einen der 100 lizenzierten Computergegner oder gegen einen menschlichen Mitspieler per Ad-Hoc-Modus bzw. an der gleichen PSP spielen. Leider wird die Wireless-Funktion der PSP wenig effektiv genutzt, denn mehr als ein einfaches Spielchen zu zweit ist dieses Jahr noch nicht drin.
Den Hauptbestandteil des Spiels stellt der Turniermodus, der unter anderem offizielle Turniere wie die British Open oder den LG Cup bietet, dar. Dieser simuliert eine Art Karriere. Zunächst erstellt man einen eigenen Spieler und sucht sich einen der drei Schwierigkeitsgrade aus, auf die später noch genauer eingegangen wird . Als kleiner Anfänger versucht man sich dann in der Weltrangliste voran zu arbeiten. Je mehr Siege man einfährt, desto höher steigt man logischer Weise. Hat man sich erst einmal etabliert, darf man dann auch bald gegen die Größen des internationalen Snooker antreten und später sogar an der Weltmeisterschaft teilnehmen. Sollte man dort siegreich sein, wartet sogar noch ein weiterer Modus darauf, bestanden zu werden. Während der so genannten Champions Trophy trifft man auf die letzten acht Weltmeister des Snooker-Zirukus und kann all das zeigen, was man auf dem Weg dahin gelernt hat.
Wer sich im simulationsträchtigen Spiel die Hörner abgestoßen hat und etwas Abwechslung sucht, der ist im Trickshot-Modus genau richtig. Nacheinander kann man hier verschiedene Trickshots einstudieren und sie dann während einer Kür vorführen. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit eigene Turniere zu veranstalten oder sich zu Beginn erst einmal von einem Coach ins Spiel einweisen zu lassen. Auch Bonusspiele, wie 8- oder 9-Ball sind wieder mit am Start.
Hat man sich an die authentischen Maße des Tisches und der Kugeln, sowie an die glänzende KI der Gegner gewöhnt, so kann man auch den mittleren Schwierigkeitsgrad wählen, der nur noch eine eingeschränkte Zielhilfe zulässt. Während man vorher die Zielhilfe sogar noch benutzen konnte, wenn man in die Vogelperspektive schaltete, sucht man sie dort nun vergebens. Lediglich in der 3D-Ansicht bietet sie noch einen kleinen Teil ihrer vorherigen Hilfestellung. Wählt man dann den obersten Grad der Schwierigkeit, so schaltet man auch automatisch die Zielhilfe aus. Da die Kugeln physikalisch korrekte Eigenschaften besitzen, kann man nicht einmal mehr die fehlerhaften Rolleigenschaften der Kugeln als Grund nennen, wenn man einen wichtigen Ball verschenkt. Die Bewegungsabläufe wirken so detailliert, dass man manchmal meint, in einer Vorlesung über das Rollverhalten von Kugeln zu sitzen, was aber nicht bedeutet, dass nur Physikstudenten Gefallen an dem Spiel finden werden.
World Snooker Challenge 2005 (12 Bilder)
Übrigens wurden alle neuen Snookerregeln bei der Programmierung des Spiels berücksichtigt, so dass auch Fans ihrer Leidenschaft ohne die geringsten Einschränkungen frönen und Neulinge das Spiel von Grund auf korrekt erlernen können . Eine weitere Neuerung findet man bei der Steuerung. Erstmals ist es nämlich auch möglich, analog zu steuern. Das exzellente Handling der Reihe wurde nochmals etwas verbessert, störend umständliches Manövrieren des Queues gehört also der Vergangenheit an.
Ansonsten schaut der Titel, wie wohl fast jede neuere Billardsimulation, wirklich schick aus, da die Texturen viele Details aufweißen und nicht verwaschen aussehen. Die gelungenen Proportionen der Spieler zu einander, zum Tisch und zu den Kugeln, sowie der Kugeln zum Tisch und andersherum, tragen ihren Teil zur guten grafischen Seite bei, zumal auch die lizenzierten Sportler ihren Vorbildern sehr ähnlich sehen. Natürlich sieht die PSP-Version nicht so gut aus wie eine Konsolenapplikation, beispielsweise muss man mit einigem Kantenflimmern zurecht kommen, was beispielweise auf der Xbox nicht auftritt.
Ein Custom-Soundtrack hätte dem Spiel sicher gut getan. So aber müssen sich die Zocker mit der typischen Musik, die man mit Snooker oder Billard verbindet, namentlich Fahrstuhlmusik, zufrieden geben, was aber auch nicht so schlimm ist, schließlich sorgt diese ja für jede Menge klischeehafte Atmosphäre.