Dead Space: Extraction
"Dead Space", das erfolgreiche Franchise aus dem Hause EA Redwood Shores respektive Visceral Games, geht vorerst nicht weiter. Stattdessen hängen die Macher, allen voran Steve Papoutsis als ausführender Produzent, vorne etwas dran. "Dead Space: Extraction" wird ein Prequel zum Erstlingswerk, das im vergangenen Jahr für ordentlich Aufsehen im Genre sorgte. Die Handlung des Rail-Shooters überschneidet sich teilweise auch mit den Ereignissen aus dem animierten Film "Dead Space: Downfall".
Mehr Dead Space
"Es gibt noch mehr Story bei Dead Space zu erzählen", sagte uns Steve Papoutsis bei einer Präsentation von "Dead Space: Extraction" in London. Und genau dies solle mit dem Titel an die Spieler gebracht werden. Beginnen wird die Handlung auf dem Planeten Aegis VII, auf dessen Oberfläche die Wissenschaftler des USS Ishimura das ominöse Artefakt, den so genannten Marker, finden. Der Spieler wird erleben, wie dieser daraufhin in die Ishimura überführt wird. Im späteren Verlauf dieser Vorgeschichte zu "Dead Space" werdet Ihr dann neben dem Planeten natürlich auch die Ishimura selbst zu Gesicht bekommen.
Ab diesem Punkt überschneiden sich dann die Ereignisse aus dem Film und der Spieler erlebt zum Teil bereits bekannte Szenarien. Dennoch verspricht Papoutsis viel Neues: Neben neuen Helden, neuen Umgebungen, neuen Bossen und neuen Waffen soll "Extraction" vor allem auch mit neuen Gegnern aufwarten können. Sie resultieren aus anderen, bislang unbekannten Mutationen. Auch neue Ebenen des Schiffes sollen "erkundet" werden können.
Wie im Film
Während wir der Worte des Produzenten lauschten, verfolgten wir eine Präsentation des Titels auf dem Fernseher. Etwa eine Viertelstunde sahen wir zu, wie sich der Titel spielt und was Euch im Herbst diesen Jahres erwartet. Wie bei "Resident Evil: Umbrella Chronicles" oder auch "House of the Dead: Overkill" handelt es sich beim neuen "Dead Space"-Ableger um einen Rail bzw. Lightgun-Shooter.
Das heißt, der Spieler wird wie auf Schienen weitestgehend automatisch durch die dunklen und stimmigen Gänge geführt und stoppt, wenn Action ins Spiel kommt. Logisch, dass aus diesem Grund auf die Third Person-Ansicht zugunsten der Ego-Perspektive verzichtet wurde.
So soll sich der Spieler wie "mitten im Geschehen fühlen". An bestimmten Punkten muss sich der Spieler dennoch für gewisse Pfade entscheiden, was vor allem dem Wiederspielwert zugute kommen soll. Dadurch werdet Ihr mit der Umwelt auch nicht wirklich viel interagieren. Entscheidungen werden außer bei den angesprochenen Wegpunkten nur fällig, wenn Ihr beispielsweise eine neue Waffe findet, aber schon zu viele im Inventar habt. Insgesamt vier könnt Ihr mit Euch mitschleppen, doch findet Ihr eine fünfte, werdet Ihr gefragt, welche Ihr liegenlassen wollt.
Eine einmal verbesserte Version einer Waffe könnt Ihr aber ruhig zurücklassen. Findet Ihr dasselbe Schießeisen an einer anderen Stelle, wird auch dieses mit den zuvor eingebauten Upgrades ausgestattet sein. Die für alle Waffen außer die schwache Rivet Gun benötigte Munition wird währenddessen mittels des Kinesis-Moduls aufgenommen und beim Nachladen erwartet Euch ein kleines Minispiel. Wer hier gutes Timing an den Tag legt, lädt seine Waffe schneller nach - "Gears of War" lässt grüßen.
So kann sich der Spieler sich in unfreundlicher Gruselatmosphäre voll und ganz darauf konzentrieren, herumhuschende Monster in mundgerechte Häppchen zu ballern. Dies geschieht mittels der Fernbedienung der Wii. Aktuell muss dafür der Nunchuk angeschlossen sein. Eine Notwendigkeit, die unter anderem dadurch begründet wird, das einige Waffen mit beiden Händen geführt werden wollen.
Die Entwickler versuchen nach eigener Aussage aber noch, eine Zweitsteuerung einzubauen, bei der eine Fernbedienung zum Spielen ausreicht.
Horror-Angelegenheiten
Wenn man sich selbst schon nicht bewegen muss, sollte die Umgebung stimmen, was bei den blutverschmierten, atmosphärisch dichten Ebenen, die wir sahen, stets der Fall war. Unterstützt wird der Horror natürlich durch wohl inszenierte Lichteffekte, die gerade bei Lightgun-Shootern auf den Punkt kommen müssen. Auch hier enttäuschte "Extraction" uns keineswegs. Schließlich können die Entwickler bestimmen, wohin der Spieler zu welchem Zeitpunkt blickt. Kurze Geschmacksprobe? Von jetzt auf gleich fällt plötzlich das Licht aus. Nichts scheint sich zu rühren, innerlich atmet man auf. Dann jedoch hören wir Geräusche, ein Grunzen und Knurren - dann immer mehr. Wenn wir den Raum nun nicht nur durch unser Mündungsfeuer erleuchten wollen, ist spätestens jetzt der Zeitpunkt für unsere Geheimwaffe in Sachen Weitblick gekommen.
Der Spieler muss die WiiMote schütteln, wodurch im Spiel selbst ein Leuchtstab aktiviert wird und den Raum gemütlich erhellt. An dieser Stelle ist es Zeit für eine Entwarnung: Ja, Ihr könnt auch mit glimmendem Leuchtstoff schießen - "Doom 3" grüßt hier zum Glück nicht.
In Anbetracht der mutierten Gegner, die wir dann zu Gesicht bekommen, hätten wir das vielleicht aber besser sein lassen sollen. Hier kriechen deformierte Gestalten über den Boden, aus einer anderen Ecke kommen Kreaturen, die eine ziemlich ungesunde Zahl an Extremitäten aufweisen, und hinter uns steht jemand, aus dessen Händen Klingen herausragen - keine besonders angenehme Gesellschaft. Wie beim Erstlingswerk heißt es dann, genau diese Extremitäten möglichst mit der Waffe chirurgisch zu entfernen, um die Monster ungefährlicher zu machen. Das sieht auf der Wii nicht nur recht ansehnlich aus, sondern macht dank voluminösem Raumklang auch ordentlich Krach.
Multiplayer
Ein wichtiger Aspekt des Spiels ist dazu der Koop-Teil. Die Entwickler sind sich sehr wohl bewusst, wo das Potential von Nintendos Wii liegt und nutzen es auch im Zusammenhang mit Koop-Partien voll aus. Hierbei war es ihnen "sehr wichtig, dass sich der zweite Spieler nicht ausgeschlossen fühlt", erläutert uns Papoutsis. Zu jeder Zeit kann der Mitspieler in die aktuelle Partie ein- und aus ihr auch wieder aussteigen. An Entscheidungspunkten dürfen die Spieler des Teams dann abwechselnd wählen, wo es lang gehen soll.
Ersteindruck
Optisch präsentiert sich "Dead Space: Extraction" auch auf der Wii überraschend gut. Gerade die Lichteffekte wirken sehr eindringlich. Aber auch die Gegner machen dank Motion Capturing einen gelungenen Eindruck und vermitteln - neben den stimmungsvollen Decks - ein gruseliges Ambiente. Zusammen mit den atmosphärisch dichten Passagen, durch die der Spieler geführt wird, und dem imposanten Sound, wirkt der Wii-Ableger schon jetzt gut gelungen. Da wir selbst nicht Hand anlegen durften, halten wir uns in Sachen Steuerung zurück. Aufgrund der kurzen Präsentationsdauer konnten wir auch noch nicht viele Orte besuchen. Doch das, was wir mit eigenen Augen sahen, überzeugte durchaus.
"Dead Space: Extraction" ist nicht nur was für Leute, die etwas anderes ausprobieren möchten, sondern auch für solche, die mehr über die Hintergründe der Story erfahren möchten. Neben vielen neuen Gegnern, Waffen und Umgebungen verspricht Visceral Games den Spielern einige neue Aspekte der Geschichte, mehr Hintergrund und dank Lightgun-Gameplay eine gänzlich neue "Dead Space"-Erfahrung.









