Gesamtwertung46 %/10 |
GrafikBefriedigend SoundMangelhaft |
LanzeitspaßAusreichend Spieleinstieg7 |
BedienungUngenügend |
Es sind ja einige Minispiel-Sammlungen äußerst bunt ausgefallen. Aber "Alles Gute zum Geburtstag!" ist nicht nur knallbunt, sondern auch stilistisch grauenvoll hässlich. Details hat man sich gespart, die meisten Minigames wären grafisch in der Form womöglich auch auf dem N64 möglich gewesen. Die auswählbaren Charaktere entsprechen den gängigen Klischees jeder Nation. So gibt es für die Quote Afroamerikaner, Asiaten, Engländer... im Prinzip jede Menschenrasse, die man benötigen könnte. Und auch wenn Ihr Euch aus einem großen Pool aus vorgefertigten Spielcharakteren bedienen könnt, so ist ihnen doch immer etwas gleich: Jede Figur führt völlig lächerliche Animationen aus. Wir persönlich haben ein Problem damit, wenn in einem Spiel für jüngere Kinder am Ende beim Sieg ausladende Gesten aus der Hip Hop-Kultur gezeigt werden, denn das passt keinesfalls zum ansonsten so kindlichen Stil dieses Spiels.
Endlich mal eine Minispielsammlung auf der Wii mit Synchronsisation. Wenn diese aber nun auch noch gelungen wäre, wäre uns mehr geholfen. Auf der Spieleverpackung prangt schon unheilvoll "Präsentiert von Michael Schanze", denn dieser spricht die Erklärungen und sonstige Kommentare in "Alles Gute zum Geburtstag!". Wenn B-Promis aus dem Abfalleimer der ARD heraus gewühlt werden, verheißt das nichts Gutes und so wirken auch die übertrieben gesprochenen Sätze von Michael Schanze eher abschreckend auf Spieler und Eltern. Weniger ist manchmal mehr. Abgesehen von den überaus fröhlichen Kommentaren des ehemaligen Moderatoren, quält Euch zusätzlich noch ein nervender Soundtrack im Hintergrund. Da wir davon ausgehen, dass dieses Spiel auf einem Geburtstag gespielt wird, dreht Ihr im Idealfall die Soundanlage mit eigener Musik lauter auf.
Wir sind überrascht, die ersten Minispiele gehen locker von der Hand, meistens wird auch lediglich die Pointerfunktion der Wiimote plus ein Tastendruck auf A oder B benötigt. Wenn es dann allerdings daran geht in manchen Minispielen wie "Wasserbomben" durch Drehungen der Wiimote zu zielen, scheitert Ihr an der ungenauen Bewegungserfassung. Zum Glück gibt es nur wenige Minispiele, die Ihr so steuern müsst.
"Alles Gute zum Geburtstag!" ist, auch wenn hübscher Pappramsch in einer Box dabei liegt, eigentlich nur eine Minispiel-Sammlung der durchschnittlichen Art. Richtig cool wäre gewesen, wenn beigelegte Gimmicks mit dem Spiel hätten integriert werden können, das ist aber nicht der Fall. Ihr könnt Euch aber trotzdem gerne ein Papphütchen auf den Kopf setzen um Euch mehr in Geburtstagsstimmung zu versetzen, wenn Ihr alleine spielt. Leider ist der Spielspaß nämlich all zu schnell verflogen, wie in jeder anderen Minigame-Collection üblicherweise auch, wenn jeder Gast zuvor abgesagt hat und Ihr alleine vor dem TV verweilt. 22 Minispiele versprechen zwar eine Menge Abwechslung, die CPU-Gegner ersetzen aber natürlich keine Freunde, die mit einem spielen. Spiele wie "Sackhüpfen", "Hau die Pinata" oder "Schnick-Schnack-Schnuck" locken in der Regel eh keinen echten Gast unter dem Ofen hervor. Zudem hat man nur einmal im Jahr Geburtstag, gewöhnt Euch also an den Gedanken "Alles Gute zum Geburtstag!" nicht so häufig mit Gästen spielen zu können.
In der Regel wird jeder Kindergeburtstag grob geplant von den Eltern. Auch bei "Alles Gute zum Geburtstag!" dürft Ihr vorher eine eigene Party gestalten und planen. O-Ton der Anleitung: "Wir empfehlen dir, dass du dir Zeit nimmst und deine Eigene Party anlegst und speicherst, bevor deine Gäste eintreffen. Dann könnt Ihr sofort loslegen, wenn alle da und in Partystimmung sind." Soso. Es ist nämlich tatsächlich möglich auf einzelnen Spielständen Voreinstellungen für jede Spielrunde abzuspeichern. Bis jetzt halten wir es aber für fragwürdig, ob die Partystimmung weiter anhält, wenn man sich mit einer recht durchschnittlichen Minispiel-Sammlung aufhält. Wenigstens müssen Eltern das Spiel nicht großartig über sich ergehen lassen. Mit fundamentalen Lesekenntnissen kommen jüngere Kinder gut weiter, da Michael Schanze jeden Menüpunkt einzeln erläutert.
Wenn man einmal fertig damit ist, Bilder farbig anzumalen und seine Papphütchen zusammen gesteckt hat (was logischerweise eher was für kleine Kinder ist), kann man auch schon mit bis zu zwölf Spielern anfangen einige Runden der Minispiele zu absolvieren. Sind weniger als vier Spieler vorhanden, übernimmt die CPU den Part eines Spielers, da alle Minispiele darauf ausgelegt sind zu viert angegangen zu werden. In einigen Minispielen scheidet nach und nach jede Runde ein Mitspieler aus, weil er schlechter ist als die anderen. Diese sind aber nicht dazu verdammt in Ruhe zuzugucken, sondern dürfen sich durch Drücken des A-Buttons etwas im Spielgeschehen einmischen. Wie das aussieht? Nun, es erscheint ein kleines Bildchen am Bildschirmrand, wo der Charakter irgendwelche Grimassen schneidet um abzulenken. Für Menschen ohne Konzentrationsstörung ist das aber etwas zu wenig um wirklich Einfluss zu verspüren. Die insgesamt doch recht kurzen Minispiele machen auf die Dauer aber wenig Spaß. Die Simulation von Partyspielen, die in real viel mehr Spaß machen, ist so langweilig ausgefallen, dass die Gäste eher vor dem Fernseher einschlafen. Und das wollen wir doch nicht, wo wir doch versuchen eine ordentliche Geburtstagsfeier zu veranstalten, oder? Also macht die Wii aus und lasst lieber Taten an der frischen Luft für Euch sprechen.
Ich bin etwas traumatisiert was Geburtstagsfeiern anbelangt. Meine eigenen Ansprüche setzen mich so unter Druck, dass ich eigene Partys immer langweilig und misslungen empfunden habe. Jetzt muss ich mir aber unweigerlich vorstellen, meine Mutter hätte an meinen Kindergeburtstagen "Alles Gute zum Geburtstag!" auf dem Fernseher eingeschaltet. Ich vermute wohl zurecht, dass alle meine Gäste geflohen wären. Michael Schanzes Sprüche, die genauso gequält klingen, wie sein Abbild auf der Spieleverpackung in die Kamera schielt, rauben schnell den letzten Nerv und leider Gottes kann man den Sound nirgends außer am Fernseher selbst ausschalten. Dazu äußerst uninspirierte Minispiele, die in Wirklichkeit wesentlich mehr Spaß machen, als vor der Wii. Letztendlich habt Ihr von den beigelegten Bastelvorlagen, Einladungs- und Danksagungskarten (die Ihr schmerzlich braucht, wenn Ihr die Gäste mit dieser Software quält) und Malutensilien mehr als vom Spiel.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Alles Gute zum Geburtstag! im Test.
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