Gesamtwertung80 %/10 |
Grafik7 Sound7 |
Lanzeitspaß8 Spieleinstieg9 |
Bedienung8 |
Nintendo-Wii-Besitzer warten auf die volle Dröhnung "Hardcore"-Games. Spiele, die sie auch tagelang begeistert zocken und von Ihnen Know-How und Durchhaltevermögen abverlangen. Spiele, mit denen ein Anfänger nur bedingt Spaß haben kann. Nintendo lässt da seine alten Fans leider ziemlich im Regen stehen, denn wenn wir mal ganz ehrlich sind, so konnten sich Besitzer einer Playstation 3 oder Xbox 360 zeitweise gar nicht vor Neuveröffentlichungen retten, während die Nintendo Wii immer mehr zustaubt. Ein Herz hat Nintendo zumindest für Fans der Simulationsserie Animal Crossing. Als dieses Spiel 2001 auf dem N64 das erste mal erschienen ist, haben wir nicht damit gerechnet, dass es je in den Westen kommen würde. Als 2004 dann doch tatsächlich die erweiterte Gamecube-Version erschien und zwei Jahre drauf Animal Crossing: Wild World für den Nintendo DS begeisterte, hatte die süße Lebenssimulation die Spieler Europas vollends überzeugt.
Der neueste Teil namens Animal Crossing: Let's Go to the City hat somit natürlich nicht auf sich warten lassen und war im Grunde das Highlight der E3 2008. Wahlweise liegt dem Spiel auch die Hardware-Erweiterung Wii Speak bei, welches erstmals ermöglicht während des Spielens mit anderen Mitspielern direkten Sprachkontakt aufzunehmen. In der Simulation könnt Ihr also auch über das Mikro mit anderen Besuchern Eurer Stadt zu reden. Alternativ greift Ihr weiterhin auf die Tastatur im Spiel zurück. Bevor Ihr aber Gäste einladet, kümmert Ihr Euch erst einmal über das Dorf in dem Ihr neuerdings im Spiel wohnt. Habt Ihr Animal Crossing: Wild World bereits gespielt, könnt Ihr Euren Charakter aus dem Savefile der Handheldversion übernehmen. Unmittelbar daraufhin kauft Ihr Euch ein Haus auf Pump von Tom Nook und arbeitet für den Waschbären um den Kredit abzubezahlen. Stottert Ihr die Schulden nicht gerade ab, redet Ihr mit den anderen Dorfbewohnern und tauscht mit Ihnen Einrichtungs-Gegenstände für Eure Häuser.
Das Geld für Eure Shoppingtouren treibt Ihr durch den Anbau von Obstbäumen und Fischerei auf. Habt Ihr Spaß daran, könnt Ihr auch Insekten mit dem Kescher einfangen oder Fossilien im Boden ausgraben. Da Animal Crossing: Let's Go to the City in Echtzeit abläuft, findet Ihr in den Wäldern je nach Jahres-, Tages- oder Nachtzeit unterschiedliche Lebewesen, die Tom Nook Euch auch je nach Wert besser bezahlt. Euer erstes Haus habt Ihr sicher schnell abbezahlt, aber anschließend könnt Ihr Euer Eigenheim auch ausbauen lassen um es schöner einzurichten. Die anderen Mitbewohner Eures Dorfes ändern die Ausstattung Ihres Hauses nun auch regelmäßig, so dass nichts lange so bleibt, wie es war, als Ihr in das Dorf eingezogen seid. Mit dem Wechsel der Jahreszeiten verändert sich auch die Umgebung, Schnee fällt oder die anderen Charaktere machen einen schönen Sommerspaziergang und sind zum tratschen aufgelegt. Je nach dem wie viel Zeit Ihr Euren Nachbarn widmet, umso mehr mögen sie Euch, schenken Euch schon einmal Gegenstände oder fühlen sich von Euch vernachlässigt und ziehen in andere Städte um. Besuchen Euch andere Animal Crossing-Spieler in Eurem Dorf, könnt Ihr Obstsorten austauschen. In unserem Fall hatte unsere Stadt zuerst nur Kirschen. Nachdem wir mit anderen Spielern Obsthandel betrieben haben, konnten wir auch Orangen und Birnen anbauen, die beim örtlichen Tom Nook einen wesentlich höheren Verkaufswert erreichen. Es ist aber völlig egal was Ihr gerade macht, denn Animal Crossing: Let's Go to the City schreibt Euch niemals vor, was Ihr tun sollt. Ihr könnt Stunde um Stunde durch die kleine Welt laufen und Angeln und einfach mal die Seele baumeln lassen. Im Gegensatz zu einem Harvest Moon habt Ihr also keinerlei Zwänge und Aufgaben für Euch, außer jene, die Ihr Euch eben selbst auferlegt. Das ist leider aber gleichzeitig der Grund, wieso Animal Crossing: Let's Go to the City recht langweilig werden kann. Habt Ihr die Vorgänger schon gespielt, entdeckt Ihr kaum Neuigkeiten und das Wii-Spiel wirkt eher wie ein Update. Auch die neue Stadt kann kaum länger motivieren, da die einzelnen Läden auch so in den Wald hätten integriert werden können.
Genauso hat sich optisch überhaupt nichts geändert. Der Gamecube-Teil war ja noch ein minimales Grafik-Update zu Animal Crossing für das N64, aber seit der ersten Version in Europa hat sich grafisch nichts geändert. Ihr seht Euren Spielcharakter immernoch aus der Vogelperspektive, wobei das Polygonmodell auf die simpelste Art gestaltet wurde und Eure Umwelt schön bunt gehalten ist. Ein echter Kritikpunkt ist das aber nicht, denn das ist einfach der Stil von Animal Crossing, der sich wohl auch nie ändern wird. Die Tiere in Eurer Umgebung sind alle liebevoll mit Details ausgestattet. So lebt in unserem Dorf eine Katze namens Monique, die Marilyn Monroe verdächtig ähnlich sieht und nicht gerade wenig von sich selbst hält. Jeder Einwohner hat eine ganz eigene Persönlichkeit und die Tiere kommunizieren sogar untereinander, wenn Ihr gerade nicht zuschaut, was teilweise Stimmungsschwankungen dieser nach sich zieht. Der Soundtrack hat sich genauso wie die optische Präsentation gar nicht verändert. Größtenteils wurden die Hintergrundlieder und Soundeffekte aus dem Vorgänger übernommen, sowie auch immernoch alle mit Euch die Sprache "Animalisch" reden, was im Prinzip einfach nur irgendein Gebrabbel ist, das Ihr aber auch ausschalten könnt. Da jedes Tier eine andere Stimmlage hat, kann die Sprachausgabe recht unterhaltsam sein. Stellt Euch vor ein kleines Kätzchen läuft vor Euch her, ihr sprecht es an und dann brüllt Euch das Vieh wütend mit einer tiefen Bass-Stimme an. Die Melodien während Eures Alltags sind dagegen immer an die Tageszeit angepasst - also Nachts eher ruhig und langsam, mit zirpenden Grillen im Hintergrund. Tagsüber begleiten Euch muntere Ohrwurm-Melodien.
Die Steuerung ist keine Überraschung, so könnt Ihr entweder mit Wiimote und Nunchuck oder nur mit der Wiimote Euren Charakter durch das Spiel begleiten. Das funktioniert fast anstandslos, auch wenn man häufig mal versehentlich in das Menü klickt, wenn man gerade eigentlich den Erdboden vor Euch bearbeiten wolltet. Das Menü befindet sich nämlich am unteren Rand des Bildschirms und ploppt immerzu auf, wenn Ihr mit dem Pointer der Wiimote hinüber geht. Ansonsten geht die Steuerung aber recht leicht von der Hand, auch wenn wir die komfortable Buttonsteuerung aus Gamecube-Zeiten etwas vermissen. Möbel zu verrücken geht so doch deutlich besser als mit der Wiimote.
Wollt Ihr Euren Lebensabend nicht alleine in Animal Crossing: Let's Go to the City verbringen? Dann könnt Ihr wie schon im DS-Vorgänger Wild World das Tor zu Eurer Stadt öffnen und gemeinsam durch den Wald streifen und Gegenstände bei Tom Nook kaufen, die es bei Euch gar nicht gibt. Gemeinsam ein wenig zu Angeln und nebenbei über Wii Speak zu sprechen, kann schon ziemlich gemütlich sein. Trotzdem benötigt Ihr mal wieder die nervigen Freundescodes, so dass es schon genaue Absprachen benötigt, wann Ihr Euch trefft. Das hat aber auch den Vorteil, dass nicht jeder Idiot Euer Wäldchen schändet, was leider immer noch vorkommt. Manche Spieler haben scheinbar nichts besseres zu tun als alle Eure Bäume zu fällen und die Nachbarn zu ärgern. Ab und an kommt es aber sogar vor, dass die Bewohner Eurer Stadt gerne alle Zelte abbrechen und in die Stadt Eurer Besucher umziehen. Lieb gewonnene Bekanntschaften könnt Ihr also kaum ewig bei Euch halten. Insgesamt betrachtet bietet der Onlinemodus allerdings nur wenig Anreiz ihn wirklich lange zu spielen. Es ist ähnlich wie mit den Pokemon-Spielen. Ihr könnt nicht alles in einem Spiel erreichen und müsst somit hin und her tauschen, habt Ihr aber einmal alles erreicht, was ihr wolltet, schwindet die Motivation. Letztendlich wird man Animal Crossing: Let's Go to the City wieder nur noch einlegen, wenn man gerade ein Feiertagsgimmick vom Spiel erhaschen will, denn Nintendo verschenkt an Weihnachten oder Ostern zum Beispiel nette Sammelgegenstände. Darüber hinaus bleibt das Spiel dann aber liegen.
"Ach, gibt es das nicht genauso auch für den Nintendo DS? Das habe ich doch letztens erst bei dir gesehen!" Ja, diese Aussage von meinem Freund hat mich nicht gerade überrascht, denn Animal Crossing: Lets go to the City spielt sich wie eh und je und sieht auch noch genauso aus. Seit dem der erste Teil von Animal Crossing in Japan auf dem Nintendo 64 erschienen ist, hat sich zudem grafisch nichts mehr getan, geschweige denn der Sound geändert. Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, macht Animal Crossing: Lets Go to the City immer noch sehr viel Spaß, auch wenn das Gameplay längst nicht mehr so frisch daherkommt. Ein paar mehr Neuerungen könnten der Serie aber nicht schaden. Denn mehr als ein Update des Gamecube-Spiels, welches ja immerhin auch auf der Wii läuft, ist der neuste Ableger nicht. Neue Ideen, wie die Stadt und der ganz nette Online-Modus, der aber wie immer nur mit Freundescodes funktioniert, können nur bedingt für mehr Langzeitmotivation sorgen. Wer sich schon lange an Animal Crossing satt gespielt hat, braucht Animal Crossing: Let;s go to the City auf keinen Fall. Dafür gibt es zu wenig Neues und das rechtfertigt keinen Kauf des Spiels. Vielleicht kommt Nintendo dann endlich irgendwann mal auf den Trichter, dass es nicht immer das Beste ist, ein Spiel immer nur durch leichte Modifikationen zu verändern und wieder für den Vollpreis in den Laden zu stellen.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
Animal Crossing: Let's go to the City im Test.
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