Gesamtwertung54 %/10 |
Grafik7 SoundAusreichend |
LanzeitspaßMangelhaft Spieleinstieg7 |
BedienungAusreichend |
Man kann Big Family Games nicht absprechen, dass die Grafik durchaus seine Reize hat. Die selbst erstellten Charaktere kommen im Comicstil daher und wissen durch sympathische Gesichtszüge zu überzeugen. Hier kann sich jeder seine Figur so erstellen, wie er sie gerne haben möchte. Zudem werden im Laufe der Spielzeit auch noch weitere Gegenstände freigeschaltet um die Spielfiguren einzukleiden. Aber trotzdem vermissen wir wie so häufig eine detailliertere Umgebung und eine Optik, wo wir staunen würden. Bei welcher Minispiel-Sammlung haben wir bisher gesagt, dass sie uns grafisch aus den Socken haut? Richtig, bei keiner.
Und nicht nur optisch vermissen wir etwas bei Big Family Games. Der Soundtrack dieses Party-Spiels ist grenzwertig schlecht. Geht der Griff unter Vorbehalt erst einmal nicht zur Fernbedienung, "überzeugt" Euch die Musikuntermalung alsbald doch dazu, sie stumm zu schalten. Die Soundeffekte sind für einige der Minispiele gelungen und unterstützen auch die Atmosphäre bei Tennis und Co. Aber die Ohrenfolter durch den Soundtrack nimmt man nicht gerade wohlwollend auf sich.
Die Steuerung von Big Family Games ist nicht sonderlich komplex ausgefallen, immerhin hat man die Bewegungssteuerung schnell und intuitiv begriffen. Störend wirkt sich aber die Tatsache aus, dass die Bewegungserkennung ziemlich viel so interpretiert, wie es ihr gerade passt. Wirklich genau könnt Ihr aber nicht in die Minispiele eingreifen. Die Bewegungsrichtung könnt Ihr zwar noch sehr gut beeinflussen, Stöße und Würfe gehen dann aber häufig daneben. Zusätzlich macht Ihr in fast jedem Partyspiel das gleiche, da die Spiele an sich vom Gameplay jederzeit sehr ähnlich sind.
Big Family Games ist eine typische Minispiel-Ansammlung für die Wii. Ihr erstellt Euch einen Charakter nach Euren Vorstellungen und begebt Euch im Anschluss daran in die seligen Gärten und Höfe einer idyllischen Kleinstadt. Hier dürft Ihr bis zu 24 Minispiele ausprobieren, wobei am Anfang noch nicht alle zur Verfügung stehen, sondern diese erst mit Erfolgen in anderen Spielen freigeschaltet werden. Wir müssen allerdings betonen, dass die meisten neuen Spiele einfach nur kleine Abwandlungen der zuvor gespielten Games sind. Disziplinen, denen Ihr Euch stellen dürft, wären zum Beispiel Hufeisenwerfen oder Rasendart, wobei letzteres eigentlich völlig normales Dart ist, nur, dass die Zielscheiben niedriger auf dem Rasen stehen - ähnlich wie beim Bogenschießen. Ständig werft Ihr irgendwelche Gegenstände in bestimmte Ziele, was der Abwechslung nicht gerade zugute kommt. Wenn Ihr Spielchen wie Boccia oder auch Golf erfolgreich abschließt, bekommt Ihr aber sogar ein paar neue Kleidungsstücke für Euren Charakter und dürft diesen neu einkleiden. Darüber hinaus gibt es aber so gut wie keinen Anreiz.
An sich ist die Steuerung von Big Family Games schnell verstanden, die Umsetzung hapert aber im Detail. Das kann am Anfang leicht frustrierend sein, aber man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben. Die K.I. der Gegner kann letztendlich nicht wirklich mit Euch konkurrieren, was gerade für Anfänger leichtes Spiel bedeutet. Erfahrene Spieler plagen sich aber dagegen nur mit der frustrierenden Steuerung und einem ansonsten viel zu niedrigen Schwierigkeitsgrad herum.
Im Multiplayer-Modus kann Big Family Games wenigstens kurz unterhalten. Die Bewegung vor dem TV tut zu mehreren gut und ist sehr lustig. Aber auch hier werden nach wenig Zeit schon die Mängel bei der Spielvielfalt deutlich, so dass Ihr Euch gelangweilt abwendet. Die Macken der Steuerung könnt Ihr beim kurzweiligen Spiel zwischendurch auch nicht gut verinnerlichen, sodass nicht mehr als kurzer Jux bei Big Family Games herumkommt.
Ich kann es mir nicht erklären, aber ständig hatte ich das Gefühl Big Family Games schon einmal in der Wii rotieren gehabt zu haben. Vielleicht war es auch nur einer der vielen vorausgegangenen schlechten Wii Sports- und Wii Play-Klone? Was auch immer mir im Kopf herum schwirrt, es beweist, dass ich ziemlich gut im Verdrängen unterdurchschnittlicher Minispiele bin. Und so wird mich auch nach Big Family Games eine schwere Amnesie befallen. Die 24 enthaltenen Spiele sind in sich überhaupt nicht abwechslungsreich, sondern wiederholen die Spielmuster ständig. Man erwischt sich dann bei jedem einzelnen Mini-Game dabei immer und immer wieder die gleichen Zappelbewegungen auszuführen und das geht im Laufe der Zeit stark auf den Spielspaß. Da tröstet auch ein Vierspieler-Modus nicht über Probleme im Gameplay und der Steuerung hinweg.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
Big Family Games im Test.
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