Gesamtwertung71%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Kaum ist Nintendos Wii einige Monate auf dem Markt, gibt es auch schon diverse Umsetzungen von WWII-Titeln für die kleine Konsole. Neben Call of Duty und Medal of Honor, steht nun auch Ubisofts Blazing Angels: Squadrons of WWII in den Händlerregalen. Wir haben es für euch einmal unter die Lupe genommen und sagen euch, ob der Titel auch auf der Wii abhebt oder lieber im Hangar stehen bleiben sollte.
Wir sind Freunde und teilen
Im Gegensatz zu den gängigen Standard-Titeln, die sich mit dem Thema Zweiter Weltkrieg befassen, bleibt Blazing Angels nicht auf dem Boden, sondern bringt euch in schwindelerregende Höhen, wo ihr hinter dem Steuerknüppel der unterschiedlichsten Flieger des Zweiten Weltkriegs Platz nehmt und euch durch die verschiedenen Aufgaben kämpfen müsst. Doch wer nun denkt, dass er sich im Kampf gegen die Fluggeschwader alleine beweisen muss, kann sich entspannt zurücklehnen. Denn ihr fliegt stets im Team mit mehreren Flügelmännern. Diese haben insgesamt drei Aufgaben, die sie wahlweise selbstständig ausführen, oder von euch vorgeschrieben bekommen. Als Staffel-Führer ordert ihr euren Kollegen die jeweiligen Aufgaben an. Dabei ist jeder aus eurer Gruppe mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet. Der erste Flügelmann ist Tom. Er ist für die Verteidigung eurer Maschine und die der anderen Piloten zuständig. Daneben könnt ihr auf die Kenntnisse von Frank verlassen. Der Haudegen hat bereits zahlreiche Einsätze und Flugstunden auf dem Buckel und überzeugt nicht nur durch seine Kapriolen, Kunststücke und waghalsigen Aktionen, sondern auch durch gnadenlose Verfolgungsjagden.
Im Dogfight zieht er meist die Aufmerksamkeit eurer Gegner als erstes auf sich, was die eine oder andere schwierige Situation für einen Moment entschärfen kann. Vor allem dann, wenn eure Taktik vielleicht nicht unmittelbar zum Erfolg führt, wirkt ein solches Ablenkungsmanöver wahre Wunder, da ihr so ein wenig Luft bekommt und euch eine alternative Vorgehensweise austüfteln könnt. Da die KI auch recht ordentlich programmiert wurde, ist ein schnelles Mit- und Umdenken sinnvoll. Ein stupides frontales Angreifen führt meist zum Misserfolg. Gerade gegen größere Ziele macht sich eine geschickte Taktik oder ein Angriff über die Flanken beziehungsweise ein Überraschungsangriff besser, als ein direkter Durchbruch von vorne.
Mitstreiter Nummer Drei der Himmelsstürmer ist Joe, der als mobile Reparaturstation bezeichnet werden könnte. Wenn ihr einmal in die Verlegenheit kommen solltet, einen rauchenden oder im schlimmsten Fall brennenden Schweif hinter euch her zu ziehen, weist ihr einfach euren Kameraden an, während des Fluges eure Maschine wieder in Schuss zu bringen. Während Simulationsfans jetzt mit Sicherheit die Augen verdrehen werden, dürften Freunde der Arcade-Unterhaltung jauchzen. Denn diese Option ist manches Mal wirklich Schlacht entscheidend. Allerdings ist die Reparatur-Funktion nicht zu jeder Zeit und in jedem Einsatz verfügbar. Das wäre dann doch ein wenig zu arcadelastig und würde Blazing Angels: Squadrons of WWII zu einem langweiligen Einerlei verkommen lassen.
London is calling
Natürlich basiert Blazing Angels: Squadrons of WWII auf einer klischeehaften Story. Als Teil der Alliierten-Streitmächte kämpft ihr gegen die deutschen Truppen. Später geht es gegen die Japaner bei der Schlacht um Pearl Harbor und viele andere mehr. Insgesamt bietet euch das Spiel achtzehn unterschiedliche Missionen, die voller Wendungen stecken. Mal sollt ihr eine feindliche Stellung aus der Luft infiltrieren. Ein anderes Mal müsst ihr zunächst die Flak ausschalten, bevor ihr euch an einen Konvoi wagt.
Auch Wüstenmissionen gegen den legendären Feldmarschall Rommel und eine große Luftschlacht um England, stehen auf dem Programm. Vor allem die Großstädte London und Paris mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten, wurden recht ordentlich in Szene gesetzt. Leider schwankt die Grafik zwischen durchaus sehenswert und Gamecube-Niveau. Blasse und sich oft wiederholende Texturen sind bei Blazing Angels häufig an der Tagesordnung und auch von gelegentlichen Ruckel-Einlagen wird der Titel heimgesucht. Immerhin gibt es eine 16:9 und 480p-Unterstützung.
Meine Wii-Mote mein Steuerknüppel
Trotzdem macht es durchaus Spaß, mit den virtuellen Piloten diverse Scharmützel auszutragen. Schuld daran ist die recht ordentlich umgesetzte Wii-Steuerung. Die rund 38 verschiedenen Flugzeuge steuert ihr mittels des Wii-Mote in klassischer NES-Haltung oder gekoppelt mit dem Nunchuck. Anfänger dürften allerdings aufgrund des Einsatzes sämtlicher Controller Buttons, zunächst ein wenig überfordert sein. Auffällig ist die Tatsache, dass sich die Maschine alle unterschiedlich fliegen.
Während die Bomber recht gutmütig in der Luft liegen, gehen die kleinen Maschinen schwerer gegen den Wind und weniger fein justierte Bewegungen mit dem Controller, können die Maschinen von ihrem ursprünglich anvisierten Kurs abbringen. Konzentration ist hier das A und O. Wer bereits Erfahrungen mit Titeln wie Splinter Cell oder Call of Duty gesammelt hat, weiß, wie sensibel die Wii-Steuerung sein kann. Was eindeutig fehlt, ist ein Feedback der Steuerung. Weder Rumble noch irgendwelche Geräusche aus dem Minilautsprecher sind zu entlocken.
Von der Einsamkeit eines Piloten
Auch wenn die Kampagne mit ihren achtzehn Einsätzen recht umfangreich ausgefallen ist, vermissten wir doch ganz klar einen richtigen Multiplayermodus online gegen andere Freunde. Leider wurde der Onlinemodus für die Wii-Adaption komplett gestrichen, was wirklich zu bedauern ist. Stattdessen müsst ihr euch mit einem nicht wirklich beeindruckenden und relativ unübersichtlichen Splitscreen-Modus begnügen.
Besser gefallen als die eher bescheidene Grafik hat uns dann doch der packende Soundtrack. Die situationsabhängigen Tracks wurden ebenso gut in Szene gesetzt, wie die einzelnen Soundsamples wie Maschinenfeuer, Explosionen oder Funkverkehr. Auch in Punkto Synchronisation macht Blazing Angels eine recht ordentliche Figur.
Leider müssen auch hier kleinere Punktabzüge vorgenommen werden. Denn während in anderen nicht synchronisierten Spielen die Deutschen Deutsch und die Engländer Englisch sprechen, gibt es bei Blazing Angels ausschließlich englische Sprecher. Wünschenswert wären deutsche Luftwaffenpiloten mit deutscher Sprache gewesen. So aber wurden nur die Menüs eingedeutscht und die Sprachausgabe untertitelt.