Gesamtwertung87%/10 |
GrafikBefriedigend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Beim Bowling nehmt Ihr es sogar mit dem großen Lebowski auf? Selbst die Veteranen bei Opas Kegelstammtisch können Euch nicht schrecken? Und schon als Säugling wolltet Ihr von Beruf Sprengmeister werden? Dann hat Steven Spielberg genau das richtige Videospiel für Euch!
Zusammenbruch erwünscht
Ja ganz recht, Steven Spielberg. Der erfolgreiche Regisseur hat nämlich einen kleinen Vertrag mit EA abgeschlossen und in diesem Rahmen an einem Projekt namens Boom Blox mitgewirkt. Darum soll auf dem entstandenen Spiel nicht nur Spielberg draufstehen, sondern auch ein wenig Steven drinstecken. Der gute Herr hat bei der Produktion aber weder Spezialeffekte noch dramatische Schnitttechniken im Hinterkopf gehabt, sondern vielmehr an sich und seine Kinder gedacht. Es selbst sagte dazu, dass er ein Spiel schaffen wolle, an dem die ganze Familie Spaß haben kann. Doch das heißt noch lange nicht, dass nur Casual-Gamer ein Auge auf das Spielbergsche Puzzlespiel werfen sollten.
Werfen ist übrigens ein gutes Stichwort, schmeißt man bei Boom Blox doch immer wieder gezielt große Stapel von Quadern um, damit begehrte Edelsteine zu Boden fallen.
Dazu nimmt man per Pointer mögliche Schwachstellen der Gebilde ins Visier, fixiert das Fadenkreuz per Knopfdruck und schleudert mit einem kräftigen Schwung der Wiimote einen virtuellen Ball gegen die Klötzchen. Läuft alles nach Plan, kracht der ganze Haufen schon beim ersten Wurf effektvoll und physikalisch korrekt zusammen.
Klingt einfach, spielt sich einfach und ist anfangs auch noch ziemlich einfach. Im Laufe des Spiels steigt der Schwierigkeitsgrad allerdings langsam an, die zu stürzenden Gebilde werden komplexer und die besten Angriffspunkte sind nicht mehr so schnell ausfindig zu machen.
Außerdem ist erhöhte Präzision gefragt, will man einen Stein oder gleich mehrere Blöcke auf die gewünschte Weise beeinflussen. Diese Kombination aus Denken, Anwenden und Zerstören macht in der Praxis, auch wenn man es sich vielleicht nicht so recht vorstellen kann, unglaublich viel Spaß.
Wo ist der Schwachpunkt?
Damit diese Freude keinen jähen Abbruch findet, hat sich das Team um Boom Blox eine Menge einfallen lassen. Da wären zum Beispiel unterschiedliche Arten von Steinen, wie explodierende und verschwindende Blöcke oder quaderförmige Chemikalien, die beim Kontakt mit ihresgleichen in die Luft fliegen. Außerdem werden Euch ab und an neue Werkzeuge vor die Nase gesetzt. Auf diese Weise darf man den Ball nicht nur gegen Bowlingkugeln oder Bomben eintauschen und diese durch die Gegend schmeißen, sondern interagiert teilweise auch direkt mit den Spielsteinen.
Ein Greifen-Tool lässt euch bei manchen Rätseln nämlich ganz frei an den Blöcken ziehen, ruckeln und zupeln, wodurch beispielsweise Level im Jenga-Stil möglich gemacht werden. Bei diesen Missionen gilt es, eine möglichst hohe Punktzahl zu ergattern, indem man Steine mit lukrativen Punktzahlen aus den Stapeln zieht.
Natürlich muss man dabei große Vorsicht walten lassen, da ein Großteil der Blöcke mit negativen Werten Werten versehen ist. Tatsächlich haben sich die Entwickler mit den beiden Kontrollmechanismen Greifen und Werfen richtig ausgetobt und bombardieren Euch im Abenteuer-Modus, eine Zusammenstellung von vier kleinen Geschichten, immer wieder mit überraschenden Ideen.
Da verteidigt man für das Königreich der Schafe wertvolle Schätze mit akkuraten Bombenwürfen vor diebischen Bären oder hilft eine Gorilla-Mama durch geschicktes Verschieben von sich gegenseitig blockierenden Klötzen ihre Babys zu erreichen.
Na gut, die Erzählungen zu den eckigen Tierchen sind nicht gerade tiefschürfend, lockern die Stimmung aber ein wenig auf. Schade nur, dass das Rätseln in den Abenteuern an manchen Stellen zu sehr in den Hintergrund gerückt und durch mehr oder minder belanglose Actionspielereien ersetzt wird.
Schaffe, schaffe, Türmchen baue
So oder so ist der Spaß nicht von langer Dauer. Selbst, wenn man sich darum bemüht stets nur mit Goldmedaillen ausgezeichnet zu werden, sind die zahlreichen aber kurzweiligen Levels in wenigen Stunden geknackt. Für reichlich Nachschub ist jedoch gesorgt, da Boom Blox einen umfangreichen Editor beinhaltet, der nicht nur leicht zu bedienen ist, sondern zudem die Wi-Fi Connection unterstützt.
Wer die Missionen des Hauptspiels bereits erschöpft hat, kann sich also bei Bedarf über das Internet schnell mit frischen Aufgaben versorgen. Besonders sozial veranlagte Spieler sollten sich im Übrigen über den umfangreichen Multiplayer-Modus freuen, bei dem sowohl kompetitive Streithähne, als auch kooperative Ringelrein-Tänzer zum Zuge kommen. Die Palette an verschiedenen Spielmodi ist dementsprechend reichhaltig und reicht von diversen Schießständen über das Zerstören der Burgen der Mitspieler bis zu zahlreichen Varianten von Punktzahl-Spielen. Auch hier hat man sich bei EA glücklicherweise ein paar Gedanken zum Thema Abwechslung gemacht und ein paar frische Ideen untergebracht. Zum Beispiel werfen zwei Kontrahenten in einem der Modi gleichzeitig und von verschiedenen Seiten auf eine Wand voller Punktzahl-Blöcke und kassieren jeweils Punkte für die Steine, die auf der gegnerischen Seite zu Boden fallen. Ein wilder Kampf um die wertvollsten Blöcke ist dabei vorprogrammiert.
Boom Blox im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von EA Los Angeles?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.