Gesamtwertung60%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Kennt ihr dieses Gefühl? Ihr befindet euch auf einem Jahrmarkt oder einer Kirmes, wollt an einem Stand einen Basketball in einen Korb werfen und wundert euch, warum ihr so schlecht trefft, obwohl ihr eigentlich gut im Basketball seid? Oder ihr steht an einem Stand mit Milchkannen, in die ihr einen Ball hinein werfen sollt, doch trotz mehrfacher Anläufe klappt es beim besten Willen nicht? Auf diese Weise machen die Budenbesitzer natürlich ihren Umsatz. Und trotz aller Enttäuschung und des Schwurs, nie wieder so etwas auf dem Rummel zu probieren, sind wir beim nächsten Mal doch wieder dabei. Wer bis dahin nicht warten kann, sollte vielleicht ein Auge auf das jetzt erschienene Carnival Games Die Jahrmarkt-Party für die Wii werfen. Vorausgesetzt er oder sie steht auf Minispiele und besitzt Nerven aus Stahl. Warum erfahrt ihr hier.
Zu Beginn des Spiels erstellt ihr euch einen Charakter, der in seinem Aussehen stark an die Miis erinnert. Zur individuellen Gestaltung eures Alter Egos bietet euch das Programm einige Shirts, Hüte und Schuhe an, mit denen ihr euren Charakter ausstattet. Später schaltet ihr weitere Kleidungsstücke frei. Habt ihr eure Figur erst einmal ausgestattet, geht es auf ins Getümmel. An der Kreuzung wählt ihr dann aus den insgesamt 25 Minispielen eines eurer Wahl aus. Im Repertoire sind Klassiker wie 'Ziele auf Enten', 'Wirf mit Ringen auf Flaschen' und versuche dabei die Ringe über die Flaschenhälse zu bugsieren' oder 'Wirf Bälle in Löcher und kassiere dabei möglichst viele Punkte'. Vor jedem Minispiel wird euch natürlich dabei in einer kurzen Einführungssequenz erklärt, wie ihr mit eurer Wii-Steuerung hantieren müsst.
Und hier kommen wir auch schon zum Hauptkritikpunkt von Carnival Games. Denn die Steuerung ist teilweise recht unpräzise, sodass die gewünschten Erfolge sich nicht richtig realisieren lassen.
Da nützt es auch herzlich wenig, wenn das Ringe-Werfen vom Bewegungsablauf her einem tatsächlichen Ringwurf ähnelt, indem ihr die Wii Remote seitwärts zieht, als ob ihr eine Frisbee-Scheibe werfen wolltet. Oder eure Wii Remote schüttelt, um den Wasserdruck und somit die Stärke eures Wasserstrahls zu erhöhen. Da benötigt ihr nicht nur einen gut trainierten Arm, sondern eben auch Nerven, bis ihr endlich euer Minispiel erfolgreich absolviert habt. Der Vorteil: Ihr seid nicht an die Reihenfolge gebunden, in der ihr eure Aufgaben bestreitet, sodass ihr mal hier, mal dort ein wenig experimentieren könnt, um vielleicht doch noch euer persönliches Lieblingsspiel zu finden. Bei 25 Spielchen natürlich nicht sonderlich aufregend. Zu schnell habt ihr euch am Spiel satt gesehen, als dass es Langzeitmotivation gäbe.
Auch die Atmosphäre ist nicht wirklich gelungen. Zu keiner Zeit kommt das Gefühl auf, wirklich mitten in einem Rummel zu sein. Statt durch Straßen zu flanieren und an den Buden eurer Wahl Halt zu machen, zwischendurch die Menschenmengen zu bestaunen, die sich auf dem Jahrmarkt tummeln und einfach mal zuzuschauen, geht es nach jedem Minispiel sofort zurück zur besagten Kreuzung und zur nächsten Auswahl. Ebenso fehlen Ziele und Motivationen. So spielt ihr einmal, vielleicht auch zweimal durch die Sammlung, um dann enttäuscht den Controller aus der Hand zu legen. Ähnlich sieht es bei der Spielgrafik aus. Auch hier dürft ihr nicht allzu viel erwarten.
Die Langzeit-Motivation ist kaum vorhanden und dank einer ungenauen Steuerung kommt des Öfteren Frust auf. Dann spielen wir doch lieber noch eine Runde Wii Sports, statt ein Vollpreis-Spiel mit dem Inhalt eines Low-Budget Spiels Vorlieb zu nehmen.