Cursed Mountain

Review
Plattform
WII
Vertrieb
Deep Silver
Entwickler
Sproing Interactive Media
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
16
Cursed Mountain

Gesamtwertung

70 %/10

Grafik

Mangelhaft

Sound

9

Lanzeitspaß

7

Spieleinstieg

7

Bedienung

Mangelhaft

Cursed Mountain

Es war relativ still um Deep Silvers Projekt Cursed Mountain. Wenn man etwas von dem Spiel zu Gesicht bekommen hat, hatte es zudem eine fragwürdige Qualität. Eine hakelige Steuerung und eher maue technische Umsetzung machten keinen guten Eindruck. Kann das Horror-Adventure die kritischen Wii-Spieler überzeugen?

Horror-Adventures sind auf der Wii neuerdings im Kommen. Neben der Silent Hill- und Alone in the Dark-Serie ist auch Cursed Mountain ein Beispiel für ein Abenteuer, welches mit unseren Sinnen spielt. In den luftigen Höhen des Himalaya ist Frank, der Bruder des Hauptcharakters Eric Simmons, verschwunden. Auch wenn die beiden Brüder sich nicht ganz grün sind, macht sich Eric wohl oder übel auf die Suche nach dem Bergsteiger und kraxelt auf die exotischen Berge. Hier erwartet den blonden Hünen das Grauen in Form von verschütteten Menschen in leblosen Dörfern. Wie ausgestorben liegen auf den Hängen vereinzelte Gebäude und verwinkelte Gänge. Wie soll man hier Hinweise auf den vermissten Bruder finden?

Traut Euren Augen

Ihr bewegt Eric nun aus der Third Person-Perspektive durch extrem statische Schlauchgänge, die sich immer wieder zu Gabelungen aufteilen. Schade, dass Ihr keine Karte für den erfahrenen Bergsteiger dabei habt, denn schnell verlauft Ihr Euch auf dem Weg in eine der mysteriösen Bauten. Die Gebäude sehen sich zudem sowohl von Außen als auch von Innen sehr ähnlich, was die Orientierung erheblich erschwert. Ab und zu müsst Ihr Backtracking in Kauf nehmen, was besonders deswegen ärgerlich ist, da Ihr nur wenige Hinweise erhaltet, wo Ihr hin müsst. Zufällig begibt man sich dann auf einen alten Pfad und triggert neue Ereignisse. Dabei wäre es gar nicht schwierig gewesen, die großen Areale etwas individueller zu gestalten. Etwas mehr Farbe würde gut tun und dafür sorgen, dass der Spieler sich freiwillig abseits offensichtlicher Wege umschaut.

Wenn Cursed Mountain etwas von Anfang bis Ende ist, dann braun und grau. Häufig legen sich Nebelfilter über das Bild, die sehr atmosphärisch wirken. Trotzdem sehnten wir uns schnell nach Sonne, Farben und Wärme - gerade wo doch die letzten Tage des Hochsommers draußen vor der Haustür toben.

Die tristen Umgebungen und Farben gehen Euch einfach zu schnell auf die Nerven, dabei wäre alles andere sicherlich schädlich für die Atmosphäre. Diese ist immerhin das Highlight von Deep Silvers Horrorspiel. Ihr schleicht durch das Bergdorfszenario und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn Eric hat die Ruhe weg und läuft auch, wenn man den Sprint-Button drückt, wie eine Oma am Krückstock. Vielleicht soll das für Nervenkitzel sorgen? Eines sei Gewiss, gelegentlich dürft Ihr Euch über plötzlich auftauchende Geister erschrecken, die dank eines Fluchs Eure Umgebung unsicher machen.

Typische Adventure-Beilagen

Spielerisch hält sich Cursed Mountain an bekannte Vertreter des Horrorgenres. Bei Euren Untersuchungen wird unter Einsatz unheimlicher Soundeffekte das Grauen von Himalaya auf Euch losgelassen. Neuerungen dürfen aber natürlich auch nicht fehlen. Neben typischen Rätseln, wo Ihr von Punkt A zu Punkt B trampt um Schlüssel in Vasen zu finden, gilt es auch immer wieder Barrieren aufzulösen. Ihr könnt die spirituelle Energie des Hauptcharakters konzentrieren und anschließend magische Symbole an Wänden oder Türen sehen. Besitzt Eric schon die Fähigkeit dazu, erscheint jetzt auf dem Bildschirm eine Geste, die Ihr mit Wiimote oder Nunchuck ausführt. Ganz ohne Gefuchtel geht es also auch in Cursed Mountain nicht. Geister schießt Ihr wie in einem Lightgun-Shooter ab, der Schwierigkeitsgrad bleibt aber niedrig solange nicht mindestens drei oder mehr Tote auf Euch zuschweben.

Die ersten zwei bis drei Stunden macht Cursed Mountain auch richtig Spaß, aber die Fehler nehmen zum Ende hin leider auch nicht ab. Viele Mängel stören in der Einzelheit nicht. Sobald eine Verkettung dieser auftritt, beißt Ihr bei diesem Spiel aber auf Granit. Kameraprobleme ärgern den Spieler in den Kämpfen, wenn viele Geister auf einmal angreifen. Dummerweise kann Eric seine Beine nicht in die Hände nehmen und schleicht weiter herum, obwohl Ihr gerade auf der Flucht vor Toten seid. In solchen Momenten, und dieser gibt es all zu viele, merken wir, dass Cursed Mountain der Feinschliff fehlt. Nicht nur das - Wir fühlen uns auch als Beta-Tester missbraucht. Solche Gameplayfehler können und dürfen von Entwicklern gar nicht übersehen werden.

Sprachtalent

Und auch wenn die technische Seite stark an ein eher verkorkstes Alone in the Dark erinnert, stimmt die Atmosphäre von Anfang an.

Stylische Sequenzen passen zur Aufmachung der gesamten Story und wecken das Interesse an den Charakteren. So arbeiteten wir uns auch ca. acht Stunden durch die Bergdörfer des Himalaya und nahmen dabei alle Strapazen auf uns.

Im Gegensatz zur Kollisionsabfrage und grafischen Aufmachung ist die deutsche Lokalisation einen Blick wert. Interessant, dass ausgerechnet Cursed Mountain, wo es doch von einem relativ kleinen Entwickler stammt, komplett auf Deutsch vertont ist und auch deutsche Texte aufweist. Die Synchronsprecher passen hervorragend in das Spiel und wenn Eric wieder einmal an seinem Verstand zweifelt, nimmt man ihm das auch wirklich ab.

Alle anderen europäischen Lokalisationen haben auf der DVD auch einen Platz gefunden. Ob das daran liegt, dass Speicherplatz durch die immer wieder gleichen Texturen gespart wurde? Sprachbegabte haben jedenfalls keinen Grund über Mangel an Vielfalt zu meckern.

Fazit

Der Herbst steht vor der Haustür und bringt Cursed Mountain für die Wii-Spieler mit. Die kalte Stimmung und triste Umgebungen erinnern zwar eher an den eisigen Winter, aber der kommt ja auch sicher nicht zu kurz dieses Jahr. Ich kann mir gut vorstellen, wie man in der kalten Jahreszeit vor seinem TV im Dunkeln hockt, die Soundanlage laut aufgedreht und einfach die packende Atmosphäre genießt. Mehr als diese bietet das Horror-Action-Spiel leider aber auch nicht. Technisch krankt Cursed Mountain an wirklich schlechten Texturen, geringer Weitsicht und Bugs. Häufig rotiert die Kamera wild um Euch herum und Eric verkeilt sich zwischen Mobiliar. Wen das nicht stört, könnte trotzdem genervt auf die häufigen Action-Einlagen reagieren. Sie zerstören die unheimliche Stimmung und tauchen das Bild viel zu häufig in farblosen Matsch. Ich frage mich immer noch, was die Entwickler auf den Augen hatten, dass ausnahmslos drei Farben im Spiel genutzt wurden: Schwarz, braun und grau. Farbenblinde Spieler sind sicher dankbar, aber wir wünschen uns dann doch lieber etwas mehr Abwechslung.

Cursed Mountain

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