Gesamtwertung80%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Zusammengekauert saßen wir auf dem kalten Boden, gaben kein noch so leises Geräusch von uns und hielten die uns anvertrauten Lampen fest in den Händen. Vor uns ging ein mieser Darth Vader-Verschnitt auf und ab, säte Unheil. Wir hielten mit unseren Lichtquellen voll drauf, schließlich sollte jeder sehen, welches Unheil der Halunke dort anrichtete. Der Erfolg stellte sich schnell ein und eine Horde von jungen Menschen vertrieb den Missetäter laut rufend. Frieden ist bunt!, lautete ihre Parole. Frieden ist bunt!, war gleichzeitig auch der Titel des kleinen Theaterstücks. Das Schauspiel haben wir in den ersten Jahren an der weiterführenden Schule gemeinsam im Klassenverband erarbeiteten und auf diese Weise Frieden und Freiheit mühevoll thematisiert. Dabei hätten wir es doch viel einfacher haben können, wäre das farbenfrohe Wii-Spiel de Blob doch nur knapp ein Jahrzehnt früher erschienen. Denn irgendwie ist die Devise von damals wie für dieses eigentümliche Stück Unterhaltungssoftware gemacht. Schwarz ist doof, bunte Farben bringen Freude. Oder eben: Frieden ist bunt!
Bei de Blob ist es aber nicht bloß ein kleiner Junge mit einer Sith Lord-Maske, der das Verderben bringt, sondern gleich eine große Militärmacht. Dabei handelt es sich um die so genannte INKT-Coporation. Sie wird angeführt von Genosse Schwarz, einem Kerl, der den autoritären Charakter der Combine und die Durchtriebenheit des legendären Purpur-Tentakel in sich vereint- sogar in optischer Hinsicht.
Er schickt ganze Heerscharen von Tinti-Soldaten aus, bringt die farbenfrohe und friedliche Stadt Chroma City in seine Gewalt und entfernt jegliche Farbe aus dem hübschen Ort. Sogar den freundlichen Bürgern der Metropole weicht sämtliche Färbung aus den klecksigen Gesichtern. Nur eine Hand voll Revolutionäre kann sich mit viel Geschick der Unterdrückung entziehen und holt mit ihrem neuen Helden de Blob zum Gegenschlag aus. Der ist nicht nur der mächtigste Kämpfer des Farb-Untergrundes, sondern auch ein verdammt coole... äh, Farbblase... oder so. Egal. Was auch immer de Blob nun genau ist, er verkörpert die letzte Hoffnung für Chroma City.
Raus aus dem Grau!
Zugegeben, die kleine Geschichte hinter de Blob und seinem Abenteuer ist nicht besonders originell. Das eigentliche Spielkonzept ist allerdings wesentlich -und das darf man wörtich nehmen- spritziger. Hier dürft Ihr nämlich ganz anarchistisch die unterschiedlichen Stadtbezirke einfärben und auf diese Weise Energie für die Untergrund-Organisation sammeln. Was de Blob mit seinem wabbelig-massigen Körper berührt, wird prompt bunt und hübsch anzuschauen.
Seine Farbe erhält er aus Farbbots, kleinen Robotern, die der Stadt ihre Tönung entzogen haben. Mit einem beherzten Sprung, ausgelöst durch einen ebenso beherzten Wackler der Wiimote, macht de Blob die besagten Maschinen platt und saugt die in ihnen enthaltene Farbe in sich auf. Dadurch wird er nicht nur voluminöser, sondern nimmt bei einer Mischung der Töne auch eine neue Kolorierung an. Bis zu sieben Farben lassen sich auf diese Weise erzeugen und dürfen dann wild auf die Gebäude geschleudert werden. Je bunter die Stadt wird, desto besser.
Denn ein besonders farbenfrohes Vorgehen wird mit vielen Punkten belohnt und ebnet somit den Weg zum jeweiligen Levelausgang, den es vor Ablauf eines Zeitlimits zu errreichen gilt. Zwischen diesen Zielen und de Blobs Startpunkten liegen jedoch nicht nur graue Hochhausschluchten, sondern auch dunkle Widersacher, unangenehme Fallen und etliche Spezialaufträge, deren Erfüllung jeweils mit einem Zeitbonus belohnt wird. So kommt es, dass das Absolvieren eines Levels locker ein bis zwei Stunden dauern kann.
Dummerweise wird der Spielstand immer nur nach dem Abschluss eines solchen Abschnittes gespeichert. Kurze Abstecher nach Chroma City lohnen sich folglich nicht.
Revolution wider der Farb- und Ideenlosigkeit
Dabei fängt die Revolution noch recht gediegen an. Das Zeitlimit ist anfangs großzügig ausgelegt und die Truppen von INKT sind ohnehin noch nicht so recht auf Zack. So kann der wabbelige Protagonist der Stadt relativ entspannt einen neuen Anstrich verpassen und in Ruhe seine Fähigkeiten erproben. Immer wieder schalten sich diesbezüglich die Mitstreiter des Farb-Untergrundes ein. Sie erklären Grundlagen oder geben im späteren Spielverlauf Hinweise zu neuen Gegnertypen und Hindernissen. Der Lernprozess schreitet also in den ersten Stunden konstant voran und beugt somit jeglicher Langeweile vor. Eine neue Sprungtechnik will verinnerlicht und die Bildung von Combos durch das Springen von Fassade zu Fassade perfektioniert werden.
Doch schon bald können auch die neuen Gegner mit Tintenkanonen und schwerem Gerät nicht mehr verhindern, dass sich langsam Monotonie einschleicht. Die Spezialaufträge vom Prinzip Färbe alle markierten Gebäude mit der Farbe X oder Zerstampfe alle Tinti-Soldaten in der Umgebung begegnen Euch quasi im Minutentakt und lassen irgendwann einfach die nötige Abwechslung vermissen. Wirklich loslassen will Euch de Blob allerdings nicht. Der sanft aber stetig ansteigende Schwierigkeitsgrad stellt Euch schließlich immer wieder vor neue Herausforderungen. Nur sind diese vom Prinzip her stets sehr ähnlich.
Wer zuerst kommt, malt zuerst!
Hinsichtlich der musikalischen Untermalung wird da wesentlich mehr Veränderung geboten. Vor jedem Level darf man sich nämlich für einen Song aus dem Soundtrack entscheiden, der während der wilden Malerei gespielt werden soll.
Stehen anfangs nur zwei verschiedene Stücke zur Verfügung, wird nach jedem bewältigten Level ein neues Lied freigeschaltet. Das Repertoire wächst auf diese Weise kontinuierlich. Außerdem wirken sich de Blobs Aktionen auf den Klangteppich aus. Jede Farbe ist einem Instrument zugeordnet, das erklingt, wenn der Held effektiv mit der entsprechenden Kolorierung um sich wirft. Das lässt das Spielgeschehen äußerst dynamisch wirken und umschmeichelt zudem galant die Ohren. Massig Dynamik bietet aber auch der turbulente Mehrspieler-Modus. Bis zu vier Blobs dürfen hier die grauen Straßen von Chroma City beschmieren und dabei selbstverständlich den effizientesten Maler unter sich ausmachen.
Mit nur drei verschiedenen Spielmodi, die zudem alle lediglich um das wüste Einfärben kreisen, ist der Spaß aber schnell wieder vorbei. Nach einigen wenigen Matches unter Freunden gerät der Multiplayer deswegen schnell in Vergessenheit. Ein Schicksal, dass de Blob als Bezwinger der INKT-Coporation und origineller Retter der Ehre der Dritthersteller im Wii-Sektor definitiv nicht teilen muss.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
De Blob im Test.
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