Gesamtwertung67%/10 |
GrafikBefriedigend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Nach zwei durchaus erfolgreichen Teilen kehrt der humorige Alien-Shooter Destroy All Humans zurück. Diesmal jedoch weder auf der PlayStation 2, noch auf der Xbox, sondern auf Nintendos Wii. Verantwortlich für die ersten beiden Teile zeichnete das Entwicklerstudio von Pandemic, bekannt durch Titel wie Star Wars Battlefront oder auch Mercenaries. Nun hat sich Publisher THQ für seine neuste Umsetzung der Alien-Reihe das junge Entwicklerteam von Locomotive Games ins Boot geholt. Ob die es auch so gut können, verrät euch unser Test.
Crypto is back!
Wodurch sich die Destroy All Humans-Reihe immer schon auszeichnete, ist die offene Welt, die ihr frei erkunden könnt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass auch der dritte Teil sich das beliebte Prinzip zu Nutze macht und euch in eine offene Spielwelt schickt. Doch nicht nur das Grundkonzept wurde auf die Nintendo-Konsole übertragen und angepasst. Auch der Hauptcharakter, Alien Crypto, ist wieder mit von der Partie. Diesmal verschlägt es das zeitreisende, außerirdische Wesen in die wilden Siebziger.
Wie auch schon in den beiden Vorgängern ist es sein erklärtes Ziel, die Menschheit zu unterjochen und die Weltherrschaft anzustreben. Als durchschlagendes Argument unterstützen ihn sein Blaster-Gewehr, sein UFO mit eingebautem Zerstörerstrahl und die schmerzhaften Analsonden. Eingeteilt ist das ganze in rund 23 unterschiedliche Missionen. Diese sind allesamt recht abwechslungsreich gestaltet. Hier mal einige Störenfriede eliminieren, dort mal die halbe Stadt in Brand setzen; in den 70ern gibt es viel zu tun, wenn auch die Herausforderungen weit weniger spektakulär sind, als sie es noch im ersten Teil waren.
Ich lach später
Neben den Wii-typischen Finessen, mit denen sich das Entwicklerteam auseinandersetzen musste, war vor allem ein Punkt wichtig, der die beiden Vorgänger so einzigartig machte: Der schräge Humor. Und gerade an diesem Punkt, mit dem die ganze Serie eigentlich steht und fällt, straucheln die neuen Entwickler.
Denn leider zünden die Gags nicht mehr so spritzig, wie noch in den anderen beiden Teilen. Das kommt vielleicht davon, wenn man sich als Publisher ein neues Team samt neuen Textschreibern an Land zieht. So zielen die peinlich platten Gags einfach nur noch unter die Gürtellinie und spätestens nach der dritten Mission kann man die dummen Witze rund um den großen Willy einfach nicht mehr hören, auch wenn sich die deutschen Synchronsprecher seltsamerweise mehr Mühe geben, als die Originalsprecher. Dort gibt es nicht mehr den alten Crypto aus den Vorgängern.
Früher war alles besser
Doch nicht nur der Humor ist irgendwie nicht mehr der Alte. Auch die Grafik enttäuscht. Sämtliche Figuren wirken lieblos animiert, die Texturen sind grob aufgelöst, wenig abwechslungsreich und wirken alles in allem recht langweilig. Hinzu gesellen sich diverse Clippingfehler und auffällig störende Texturen, die unmittelbar vor dem Spieler aufploppen. Getoppt wird die durchschnittliche Grafik dann noch von einer Framerate, die kaum über 30 Bilder pro Sekunde hinaus kommt.
Geht doch!
Besser gefallen hat uns hingegen die Einbindung der Wii-Steuerung. Hier haben die Entwickler weitgehend ordentliche Arbeit geleistet. Ein Beispiel dafür ist die Steuerung eurer Fliegenden Untertasse. Diese wird mit einer Mischung aus Analogstick und Wii-Remote realisiert. Dadurch kann euer Raumschiff sowohl rotieren, als auch hoch und runter fliegen und irgendwie hat man das Gefühl, als säße man selbst direkt hinter dem Steuerknüppel eines UFOs.
Auch wenn ihr euch zunächst ein wenig mit der Steuerung vertraut machen müsst, geht diese doch verhältnismäßig schnell in Fleisch und Blut über und funktioniert ausgesprochen präzise. Ebenfalls gelungen ist die Möglichkeit, Menschen zu hypnotisieren und ihre Geister sozusagen einzufangen.
Last but not least gilt die gelungene Umsetzung des Gameplays natürlich auch für Big Willy selbst, die riesige Killermaschine, die dem extraterrestrischen Crypto zur Seite steht. Die Erdlinge aufzusammeln und durch die Gegend zu werfen oder ihnen Gewalt an zu tun, ist einfach nur spaßig. Im Gegensatz zum Bodenpersonal sind die Animationen des unbeholfen grobmotorischen Kolosses sogar recht ansehnlich ausgefallen. Eine Möglichkeit mit Crypto und Big Willy simultan auf die Jagd zu gehen, gibt es leider nicht. Der Multiplayer bietet euch lediglich ein paar Missionen, die ihr in gerade einmal einer halben Stunde absolviert haben dürftet.
Destroy All Humans! Big Willy: Entfesselt im Test.
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