Gesamtwertung69 %/10 |
Grafik7 SoundMangelhaft |
Lanzeitspaß7 Spieleinstieg8 |
Bedienung7 |
Family Party macht Euch nichts vor. Die Grafik ist aus technischer Sicht nicht besonders aufwendig und sorgt kaum für staunende Gesichter. Trotzdem hat diese Minispielsammlung einen ganz eigenen Stil, der ohne große Fehler auftritt und für das Genre durchweg überzeugt. Die Spielcharaktere sind im Comic-Stil gehalten und direkt sympathisch, weil ihr Auftreten weder penetrant noch unscheinbar wirkt. Die Spielumgebung ist ebenso relativ detailliert, dabei achtet man doch kaum darauf, wo der Charakter gerade steht. Da selbst im Singleplayer-Modus immer im Splitscreen-Modus gespielt wird, ist der Bildausschnitt auf kleinen Fernsehern geradezu winzig und erfordert volle Konzentration auf die Geschehnisse. Immerhin könnt Ihr so aber sehen, wie sich Euer Konkurrent gerade schlägt und profitiert von dem Gefühl, nicht komplett alleine im Singleplayermodus zu spielen.
Family Party bietet etwas, was für viele Minispiel-Sammlungen gar nicht so selbstverständlich ist. So lauscht Ihr nämlich jederzeit einem Kommentator, der Eure Minispiele mit kurzen deutschen Sprachsamples unterlegt. Dass der Synchronsprecher seine Arbeit allerdings etwas zu ernst genommen hat, merkt Ihr bereits früh an der teils schwer übertriebenen Betonung einiger Wörter. Nimmt man Sprecher noch so hin, immerhin plappert er nicht unentwegt, so geht die seichte Pop-Musik doch schnell auf die Gehörgänge und der Fernseher wird leiser geschaltet. Sehr lobenswert wären die tollen Soundeffekte, wäre da nicht ein generelles Problem mit Überschneidungen vorhanden. Da jeder der vier Charaktere gleichzeitig auf dem Bildschirm angezeigt wird, tönen sowohl von Euch als auch der CPU Effekte aus der Anlage und stören bei den Minispielen.
Neuerungen bezüglich der Steuerung vermissen wir auch bei Family Party. Zum Release der Wii war die Fuchtelsteuerung sicherlich noch innovativ, heute gähnen wir da aber nur noch drüber. Zugegebenermaßen ist die Steuerung dadurch aber extrem einsteigerfreundlich, denn hier macht wahrlich niemand etwas falsch, egal wie viel Zeit seines Lebens man vor der Konsole verbracht hat. Aber selbst Anfängern wird schnell auffallen, dass die Bewegungen für die Minispiele häufig gleich sind und nur aufeinander aufbauen. Geübte Spieler sind hier schnell unterfordert.
Insgesamt gibt es in Family Party 30 verschiedene Minispiele, wobei aber noch nicht alle von Anfang an freigeschaltet sind. Nur rund die Hälfte aller Spiele stehen zur Verfügung, der Rest wird nach und nach freigeschaltet. Hohe Anforderungen erwarten Euch aber keinesfalls. Seid Ihr keine blutigen Anfänger, habt Ihr schnell alle Minispiele gesehen und wartet daraufhin nur noch auf Mitspieler für den Multiplayer-Modus, weil der Umfang des Einzelspieler-Modus nur für ein bis zwei Stunden unterhalten kann. Während der kurzen Spielchen wackelt Ihr schnell mit der Wiimote und drückt bestimmte Knöpfe um als erster Spieler zur Ziellinie zu gelangen. In einem Minispiel hingegen steht Ihr zusammen mit den weiteren CPU-Gegnern über einem Springseil und benötigt ein gutes Timing, um am Ende in der vorgegebenen Zeit besonders viele Sprünge zu schaffen. Ihr stellt also schnell fest, dass die Ideen nicht gerade neu sind, aber im Falle von Family Party wenigstens gut umgesetzt wurden und keine Probleme bereiten, was die technische Seite belangt.
Wie der Name Family Party schon sagt, ist dieses Minispiel für die gesamte Familie geeignet. Das heißt aber nicht, dass auch die erfahrenen Spieler gefordert werden, denn anstatt den Schwierigkeitsgrad individuell anpassbar zu gestalten, bleibt dieser einfach gleichmäßig niedrig. Anfänger bekommen so natürlich einen einfachen Zugang zu Family Party, aber selbst wenn unerfahrene Spieler sich eine Weile mit der Minispiel-Sammlung beschäftigt haben, ist für sie jede Herausforderung im Handumdrehen gewonnen. Die Steuerungserklärungen vor dem Spiel sind hilfreich und gut gelungen, so dass kaum Verwirrung aufkommt und jeder direkt loslegen kann. Da Ihr ohnehin im Singleplayer-Modus erst einmal die Hälfte aller Minispiele freischalten müsst, wäre es gut gewesen, wenn zumindest bei den späteren Spielen der Schwierigkeitsgrad höher gewesen wäre. Immerhin beweist Ihr durch das Freischalten der Minispiele, dass Ihr Euch schon mit Family Party beschäftigt habt. Den Entwicklern war das aber scheinbar egal, denn auch später hat die CPU in den meisten Fällen keine Chance gegen Euch.
Wie jede andere Minispielsammlung mit Multiplayer kann Family Party natürlich vor allem hier überzeugen. Besonders der Splitscreen-Modus hat hier endlich einmal einen Sinn, denn im Einzelspieler-Modus versperrte dieser eher die Sicht. Nun hat natürlich jeder Spieler einen Viertel vom TV für sich zur Verfügung und seinen vorher ausgewählten Charakter im Blick. Selbst wenn Ihr spontan vier Spieler vor dem Fernseher zusammentrommelt, müsst Ihr keine Befürchtungen haben, dass jemand nicht mit einem anderem Mitspieler mithalten kann. Die Lernkurve bezüglich der Steuerung und Minispiele steigt dermaßen schnell, dass nach kürzester Zeit alle ungefähr auf dem gleichen Stand sind und so dem Spielspaß nichts im Wege steht. Lediglich die nur wenigen wirklich unterschiedlichen Minispiele trüben den guten Gesamteindruck, so dass Ihr insgesamt nicht all zu lange mit Family Party beschäftigt sein werdet und die lustigen Momente im Spiel eindeutig fehlen.
Family Party hat natürlich schon allein durch den Namen deutlich genug gemacht, welche Zielgruppe dieses Spiel ansprechen soll. Bedenkt man dies, so macht EA seine Sache hier eigentlich perfekt. Relativ anspruchslose und eingängige Minispiele treffen auf eine gelungene Grafik und können sich somit zumindest aus dem Einheitsbrei anderer Minispiele hervorheben. Viele Minispiele-Sammlungen sehen zwar spektakulärer aus als Family Party, bieten am Ende aber eine witzlose Präsentation mit katastrophaler Steuerung. Da sollte es niemanden wundern, wenn Einsteiger das Hobby direkt wieder aufgeben. Family Party besinnt sich da auf seine Stärken und bietet 30 grundsolide Spiele, die jedem Spieler zusagen. Wer also mit einem etwas nervigen Sprecher und dem niedrigen Schwierigkeitsgrad leben kann, bekommt ein astreines Spiel für verregnete Nachmittage mit Familie und Freunden.
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Family Party: 30 Great Games im Test.
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