Gesamtwertung65%/10 |
GrafikAusreichend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Spiele aus deutschen Landen, die sich qualitativ von der Masse abheben und selbst gegen Top Titel aus den Vereinigten Staaten mithalten können, sind eher selten. Eine der wohl bekanntesten Perlen ist Far Cry. Zunächst für den PC entwickelt, erschien der Inselparadies-Shooter auch in abgeänderter Version für die Xbox und die Xbox 360. Nun steht seit einigen Tagen die Wii-Fassung in den Regalen. Eine von den Vorgängern leicht abgewandelte Story, neue Levels und vor allem ein auf die Wii-Steuerung zurechtgeschnittenes Gameplay sollen auch Besitzer der neuen Nintendo Konsole auf den virtuellen Karibik-Urlaub einstimmen. Ob dies gelungen ist, oder ob krampfhaft versucht wurde, Far Cry auf eine neue Steuerungsebene zu hieven, erfahrt ihr in unserem Test.
Unterwegs mit Jack Carver
Bislang stand Far Cry vor allem für kompromisslose Daueraction unter Tropensonne. Das Ganze garniert mit Edeloptik, einem Schuss Übersinnlichen und einer spritzigen Story.
Fertig war der wohl neben den Siedlern bislang erfolgreichste Titel aus Deutschland aus dem Hause Crytek. Wer die Far Cry Titel oder zumindest einen davon bereits gespielt hat, der kennt den Helden. Jack Carver, Ex-Militär und Kopfgeldjäger, über den wir leider kaum etwas erfahren, ist unfreiwillig Protagonist einer abwechslungsreichen Story, von der wir an dieser Stelle allerdings nichts verraten wollen, um potentiellen Spielern nicht die Unterhaltung zu nehmen. Dabei ist Far Cry Vengeance, so der Titel der Wii-Ausgabe, eine Mischung aus Far Cry Instincts und Evolution mit neuen Beigaben. So kann Jack dank Mutationen, wie schon im Originalspiel, nicht nur seine übernatürlichen Fähigkeiten wie besseres Sehen, schnelleres Rennen und stärkere Kampffähigkeit einsetzen. Auch wurden ihm von den Entwicklern neue Waffen an die Hand gegeben.
Doch während bereits das Intro der anderen Titel überzeugen kann, wundert sich der Wii-Besitzer über die Qualität des Eingangsfilms. Eine schlechte Auflösung und eine eigenartige Kompressionsstufe, wären da als Beispiele zu nennen.
Doch es kommt noch schlimmer. Auch wenn nun jedem bekannt sein dürfte, dass die Wii nicht für opulente Grafikfeuerwerke bekannt ist, muss man einen ehemals so vorbildlichen Shooter dermaßen optisch verunstalten. Was uns grafisch geboten wird, ist schon mehr als peinlich. Das hätte der Cube auch mindestens ebenbürtig geboten. Manche Texturen wirken nicht nur lieblos dahingeschmiert. Sie hätten sogar seinerzeit auf dem legendären N64 zu finden sein können. Das mag auch unter anderem daran liegen, dass die Wii nicht über Pixel Shading verfügt. Auch das permanente Aufploppen von Bäumen und Häusern ist extrem störend. Wer möchte schon durch eine Landschaft laufen, in der wie aus heiterem Himmel Gegenstände und vor allem Gegner auftauchen? Wenigstens unterstützt das Spiel den 16:9 Modus und 480p.
Sensibel geht vor!
Doch kommen wir zum für Wii-Besitzer eigentlich ausschlaggebenden Aspekt: Der Steuerung. Während die Grafik also abgehakt werden kann, sollten einige Worte zur Steuerung gesagt werden. Die Standard Konfiguration ist meiner Meinung nach zu träge. Mit den sensibleren Einstellungen hingegen, kann man sich einigermaßen anfreunden. Denn dann ist auch ein recht ordentliches Zielen und sich bewegen möglich.
Ein wenig nervig, aber bereits aus anderen Launch Titeln bekannt, ist das Hochreißen des Nunchuck, um zu springen. Ebenfalls ein wenig ungewöhnlich ist das Snipern.
Indem ihr den Wii Mote nach vorne bewegt, könnt ihr an euren Gegner heran zoomen. Leichter fällt dann doch das Schlagen mit der Machete. Hierzu benutzt ihr die Wii Mote mit Schlagbewegungen. Dummerweise ist die KI der Gegner nicht ansatzweise so gut, wie die der anderen Far Cry Ableger. Dadurch wird das Spiel nach einer gewissen Spielzeit recht monoton. Auch die Möglichkeit, sich mit einigen Fahrzeugen fortzubewegen, macht kaum Spaß, da die Fahrphysik unrealistisch ist und die Steuerung der Vehikel mehr als kompliziert ausfällt. So landet ihr nicht selten vor einem Baum oder stürzt auch schon mal die eine oder andere Klippe herab.
Da fehlt aber eine Menge
Doch nicht nur die Grafik und die Steuerung, können wirklich kaum überzeugen. Auch die beiden großen Stärken, der Online-Multiplayer und der gnadenlos gute Editor, wurden für die Wii-Version ersatzlos gestrichen. Gerade dieser hätte sich bei dem WiiConnect 24 doch nahezu aufgedrängt. Doch ganz ohne Multiplayer kommt Far Cry Vengeance auch nicht daher. So unterstützt der Titel einen Zwei-Spieler Splitscreen-Part, der allerdings ebenso schlecht wie schlicht geraten ist so wie der Rest des gesamten Spieles. Leider wurde auch am Sound gespart. Zwar ist Vengeance nicht komplett stumm, doch fehlt es an einem glaubwürdigen Klangteppich, an orchestraler Musik und an überzeugenden Synchronsprechern. Wenigstens kommt Far Cry Vengeance komplett in Deutsch daher.