Geheimakte 2: Puritas Cordis

Review
Plattform
WII
Vertrieb
Deep Silver
Entwickler
Fusionsphere Systems
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
6
Geheimakte 2: Puritas Cordis

Gesamtwertung

85 %/10

Grafik

7

Sound

9

Lanzeitspaß

8

Spieleinstieg

8

Bedienung

8

Geheimakte 2: Puritas Cordis

Niedrige Auflösung für die Wii

Schon auf dem PC war Geheimakte 2: Puritas Cordis kein Technikwunder. In Sequenzen fielen die teils sehr eckigen Charaktermodelle verstärkt auf und das findet sich auch auf der Wii-Version wieder vor. Die Charaktere kommen trotzdem sehr sympathisch herüber und sind vom Typ so unterschiedlich, dass für jeden etwas dabei ist. Schade, dass die Zwischensequenzen, welche je nach Ereignis nicht in Ingame-Grafik gehalten sind, in solch einer sonderbaren Qualität daher kommen. Die verschiedenen Personen sehen vor den Hintergründen wie aufgeklebt aus, die Texturen wie Tapeten auf den Polygonmodellen. Eigentlich sehr schade, dass der doch positive Eindruck aus der Ingame-Grafik nicht zu den Sequenzen übernommen werden konnte. Denn die Stimmung wird durch die schönen Lichteffekte immer sehr gut eingefangen und die Spannung steigt stark an, wenn man gerade in einer dunklen Ecke Gegenstände untersucht.

Chefkoch als Portier

Geheimakte 2: Puritas Cordis ist sehr vorbildlich vertont worden. Jeder Charakter hat eine Stimme bekommen, die wie die Faust aufs Auge passt. Besonders witzig fällt hier die Stimme des Portiers auf. Sie ähnelt verdächtig stark dem Synchronsprecher von Chefkoch aus South Park und nach kurzer Recherche wird auch klar, dass tatsächlich Donald Arthur hier am Werk war. Diese Stimme gibt es eben doch kein zweites Mal. Aber nicht nur jeder Dialog wurde vollständig vertont, die Musikuntermalung ist auch äußerst gelungen. Egal ob Ihr Euch gerade auf einem Kreuzdampfer oder mitten auf einer Straße in Paris befindet, klischeehaft, aber auf den Punkt genau spiegelt die Musik das Szenario wieder. Das bewirkt nicht nur, dass es so aussieht als wärt Ihr an diesem Punkt der Welt, sondern es fühlt sich tatsächlich auch so an.

Auf der Wii leicht zu realisieren

Dass die Wii eine beliebte Konsole für Adventures ist, verwundert kaum, wenn man die Steuerungseigenschaften mit der PC-Maus als Eingabegerät vergleicht. Mit der Wiimote dirigiert Ihr Eure Charaktere durch die Gänge indem Ihr mittels Mauszeiger die Gänge und Objekte anklickt. Wahlweise könnt Ihr sie auch mit dem Analogstick direkt steuern, auch wenn sie dann ab und an gerne an Objekten nicht vorbei kommt und in unsichtbare Barrieren reinläuft. Dafür sind die Buttons auf der Wii-Fernbedienung bedacht belegt worden. Funktionen, wie das Speichermenü liegen natürlich nicht direkt auf Tasten, die man häufig nutzen muss. Das Bestätigen und Ablegen von Gegenständen aus dem Itemmenü hingegen wird den schnell erreichbaren A- und B-Buttons erledigt. Einzig und allein die Aussetzer die häufig auftreten, wenn man mit der Wiimote auf den Bildschirmrand zeigt, stören beim erforschen der Szenarien. Trotz verschiedener Standorte der Sensorbar und Einstellungen bei der Empfindlichkeit, lies sich dieses Problem nicht beheben, was es zum Staatsakt machen kann Gegenstände im Menü zu kombinieren oder seine Charaktere durch das Abenteuer zu bringen.

Das war es dann mit dem Urlaub

Der Nachfolger von Geheimakte: Tunguska spielt relativ kurz nach den Ereignissen des Erstlings. Nina braucht mal wieder etwas Entspannung und Ablenkung von der gescheiterten Beziehung mit Ihrem Kollegen Max Gruber. Was eignet sich dafür besser als eine Kreuzfahrt fernab von Medienkonsum und Arbeit? Aber weit gefehlt, schon kurz bevor sie das Schiff betritt, verunglückt jemand vor Ihren Augen tödlich und dann werden auch noch ihre Koffer mit denen der toten Person vertauscht. Als wäre das alles nicht genug, kündigt eine geheimnisvolle Bruderschaft die Apokalypse an und scheinbar war es kein Zufall, dass ein gewisser Pater William Patterson vor dem Schiff in einem Unfall ums Leben gekommen ist. Geheimakte 2: Puritas Cordis geht den Geheimnissen um die rätselhafte Bruderschaft in Kapiteln unterteilt nach und Ihr übernehmt die Rolle von bis zu vier Charakteren um Rätsel zu lösen. An den verschiedenen Schauplätzen von einem Luxusliner oder Ländern wie Indonesien oder Frankreich geht Ihr, ganz klassisch an dieses Point 'n Click-Adventure heran. Die Lösung eines Problems erfordert die Kombination diverser Umstände und Gegenstände um an ein Ziel zu gelangen. So sammelt Ihr in Eurer Umgebung einige Items ein, die Ihr später im Menü nach Bedarf kombiniert um Beispielsweise aus einer Harpune und einem Handtuch einen Putzlappen am Stiel zu machen, weil Ihr versucht ein Fenster an der Decke zu putzen. Die Rätsel sind dabei grundsätzlich recht logisch ausgefallen, auch wenn häufig interessante Details übersprungen werden sobald eine Sequenz einsetzt. Manchmal fragt Ihr Euch einfach, warum Ihr nun ewig versucht habt in einen bestimmten Raum rein zu kommen, wenn Ihr letztendlich in einer kurzen Sequenz wieder hinaus schlüpft ohne bemerkt zu werden. Ab und zu sind die Rätselstränge auch so bei den Haaren herbei gezogen, dass man sich fragt, warum in Gottes Namen Ihr da nun so ewig an einer Stelle herum rätselt, wenn jeder andere Mensch mit einem Mund, diesen auch einfach mal nutzen würde. Adventure-Fans sagen nun zurecht, dass dies doch das Genre ausmacht, aber andererseits spart Geheimakte 2: Puritas Cordis an anderen Stellen auch mit logischen Erklärungen. Da merkt man, dass einige Rätsel nur zugunsten der Spielzeit eingebaut wurden, die Geschichte aber trotzdem manchmal mit der Holzhammer-Methode fortgeführt wird.

Wer kennt keine klassischen Adventures?

Genrekenner werden bei Geheimakte 2: Puritas Cordis keinerlei Überraschungen erleben, wodurch sich für diese natürlich ein Tutorial erübrigt. Neulinge werden allerdings in das kalte Wasser geschmissen, denn Erklärungen, wie das mit den kombinierbaren Items funktioniert oder wie Ihr überhaupt an das Spielprinzip herangehen müsst, sind hier Fehlanzeige. Ihr könnt die Buttonbelegung der Wiimote zwar nachlesen, ansonsten seid Ihr aber auf Euch allein gestellt. Zum Glück werden die Rätsel nur zögerlich schwieriger, die meisten Lösungen werden Euch wie auf dem Präsentierteller spendiert und darüber hinaus könnt Ihr Tipps im Spiel nachlesen, die Euch zwar eine Grobe Richtung vorgeben, aber trotzdem noch genug Rätselspaß zulassen. Profis sind aber selbst ohne in die Tipps hinein zu schauen leicht unterfordert. Die Charaktere sparen sich einen Wink mit dem Zaunpfahl nicht auf, obwohl die Rätselei später zum Glück doch etwas anspruchsvoller wird.

Fazit

Es gibt kaum ein Genre, welches witzigere oder einfallsreichere Geschichten zu erzählen vermag als die guten alten Point 'n Click-Adventures. Auch Geheimakte 2: Puritas Cordis macht da keine Ausnahme. Die Geschichte rund um Nina und die Machenschaften einer obskuren Glaubensgemeinschaft ist wieder richtig spannend ausgefallen und hält über die etwa 15 Stunden Spielzeit bei der Stange. Wer ohnehin schon immer gerne Adventures gespielt hat, wird bei Geheimakte 2: Puritas Cordis ein fast perfektes neues Werk für die Wii erhalten und höchstens den für Profis etwas zu niedrigen Schwierigkeitsgrad und teils an den Haaren herbei gezogene Rätsel bemängeln. Ein Beispiel hierfür ist zum Beispiel, dass man den Portier im Schiff nicht ohne Klingel an den Tresen holen kann. Jeder normale Mensch würde an dieser Stelle Nina gerne ans Herz legen doch einfach mal laut nach ihm zu rufen...

Aber trotzdem haben die Charaktere mit Ihrem Forscherdrang sehr viel Charme und ziehen Euch schnell in das Abenteuer hinein. Die Entwickler haben es sich sogar nicht nehmen lassen sich selbst und Ihre Arbeit immer wieder auf die Schippe zu nehmen. Einzig und allein die technische Umsetzung der Wii-Version ist sehr gewöhnungsbedürftig, da die Grafik auf dem TV deutlich schlechter aussieht als auf dem PC-Monitor, bei dem höhere Auflösungen eine Wohltat für das Auge darstellen.

Geheimakte 2: Puritas Cordis

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