Gesamtwertung84%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Vor einigen Monaten erschien Gottlieb Pinball Classics für PlayStation 2 und PSP. Nun ist das Spiel auch für den Nintendo Wii erhältlich. Unser Test verrät, was an dieser Version so anders ist.
Flipper-Fans ist der Name Gottlieb ein Begriff. Dahinter verbirgt sich einer der führenden Pinball-Automatenhersteller, der jedoch wegen des sinkenden Interesses an Flippern schon vor vielen Jahren in Konkurs ging.Damit die berühmtesten Tische der Firma Gottlieb Pinball nicht in Vergessenheit geraten, setzt ihnen Gottlieb Pinball Classics ein digitales Denkmal. So sind insgesamt elf berühmte Gottlieb-Flipper im Spiel enthalten. Die Palette reicht von den ersten Geräten aus den vierziger Jahren bis zu Prototypen, die es nie in die Serienproduktion schafften. Dabei sind die Automaten oft Meilensteine der Pinball-Geschichte: Beispielsweise der erste Flipper mit zweitem Spielfeld oder einer der ersten mit Rampen und Überführungen.
Credits statt Kleingeld
Zusätzlich enthalten sind ein Wahrsager- und Liebesautomat als kleiner Gag, mit dem man mehr Credits verlieren als gewinnen kann. Dabei ist ein gut gefülltes Credit-Konto wichtig: Während zunächst nur zwei Flipper kostenlos gespielt werden dürfen, muss man für andere zahlen. Zusätzlich kann man mit je 100 Credits Codes erwerben, um z. B. an einem Flipper künftig gratis zu spielen oder den sogenannten Tilt auszuschalten. Tilt, das ist ein Mechanismus, welcher verhindert, dass der Tisch angehoben oder getreten wird, um die Kugel länger auf dem Spielfeld zu belassen.
Wie am richtigen Automaten: Drücken, nicht bewegen
Anheben und treten geht in einem Spiel ohnehin schlecht. Aber es gibt die Möglichkeit, dem Flipper einen leichten Stoß zu versetzen. Das Schütteln des Nunchuks simuliert dabei einen Schlag gegen die linke Seite des Gehäuses, das Rütteln der Wii Remote einen gegen die rechte. Mehr Fuchteln ist nicht nötig.
So zählt Gottlieb Pinball Classics zu den Wii-Spielen, die die Bewegungssensoren etc. am wenigsten nutzen. Das sollte aber niemanden stören, denn ein echter Flipper funktioniert ebenfalls vorrangig mit Tasten und nicht durch wildes Gestikulieren. So wird der linke Flipper mit der Z-Taste des Nunchuks ausgelöst, der rechte hingegen mit dem B-Trigger der Wii Remote. Viel mehr Tasten werden nicht benötigt.
Es sei denn, die Kameraperspektive soll gewechselt werden: Das geschieht mit den Buttons 1 und 2, wobei es allüberblickende Perspektiven sowie Verfolgerkameras gibt, die der Kugel über den Tisch hinterherjagen.
Vor allem für Einzelgänger geeignet
Pinball war noch nie ein überaus geselliges Spiel. So richtet sich auch Gottlieb Pinball Classics vor allem an Selbstunterhalter. Als Einzelner darf man schließlich jedem Modus des Spiels probieren. Für Mehrspielerpartien bleibt hingegen nur das Training an einem Tisch oder der Turniermodus, der mit bis zu drei Kontrahenten aber ausreichend Spaß macht.
Im Trainingsmodus besteht freie Wahl: Jeder Tisch kann mit bis zu drei Mitspielern bearbeitet werden. Einen Highscore gibt es hier ebenfalls, sowie die Möglichkeit, zusätzliche Credits zu verdienen.
Eine Besonderheit ist die dreidimensionale Spielhalle, in der sämtliche Tische stehen. Mit den Pfeiltasten des Wii Controllers wandelt man deshalb im Trainingsmodus nicht nur von Automat zu Automat, sondern bewegt sich ebenfalls in dem kleinen Raum.
Die Gottlieb Challenge ist ein steiniger Weg. Hierbei werden fast alle Flipper nacheinander gespielt. Doch bevor es von einem Tisch zum nächsten geht, muss eine Mindestpunktzahl erreicht werden. Pro Flipper hat man drei Spiele, um diese Punktzahl zu knacken. Gelingt das nicht, bricht die Challenge ab und beginnt von Neuem.
Ein Turnier eine Herausforderung für mehrere
Der Turniermodus ist da bequemer. Auch hier wandelt man von Tisch zu Tisch, hat jedoch nur einen Versuch und spielt ohne jeglichen Druck durch einen Highscore. Natürlich zählt im Turnier ebenso der Erfolg: Je nach Spielausgang gibt es Punkte, die am Ende des Turniers zu einer Gesamtpunktzahl addiert werden. Im Mehrspielermodus bedeutet das: Derjenige von bis zu vier Spielern mit der höchsten Gesamtpunktzahl gewinnt. Logisch.
Da mehrere Turnierteilnehmer nur nacheinander am Zuge sind, genügt ein Wii Controller und ein Nunchuk-Addon. Wer zu viele Batterien hat, kann aber auch bis zu vier Wii Remotes mitsamt Addon anschließen. Damit es für die wartenden Mitspieler nicht zu langweilig wird, wechseln die Spieler nach jeder Kugel. So kommen alle schnell einmal an den virtuellen Pinball-Automaten, ohne minutenlang zu warten.
Investitionen, die sich unter Umständen auszahlen
Richtige Zocker suchen nicht nur nach einem neuen Highscore, sondern setzen ebenfalls Credits aufs Spiel. Das geht im Auszahlmodus wunderbar. Dort darf nämlich am Play-Boy-Flipper Blackjack und Poker gespielt werden. Die Spielziele sind leicht verständlich und den Einsatz legt jeder selbst fest.
Zwischen einem und zehn Credits kann man anlegen, bei Gewinn entsprechend vervielfachen oder mit einem schlechten Spiel verlieren.
Bling Bling
Bei der Abbildung der Original-Flipper zu einem digitalen Ebenbild hat sich Entwickler System 3 viel Mühe gegeben: Die Sounds der Originale wurden aufgezeichnet, die Spielfelder detailiert nachgebaut. Damit die Atmosphäre stimmt, tönen während eines Spiels im Hintergrund noch all die anderen Automaten, die in der virtuellen Spielhalle aufgestellt wurden. Über die zu Grunde liegende Spielphysik lässt sich ebenfalls kein schlechtes Wort verlieren. Alles kugelt so, wie es kugeln sollte behaupte ich mit meinen rudimentären Physikkenntnissen.
Kleine Extras erhalten die Freundschaft
Niemand wird sich das Spiel wegen der paar Zusatzinformationen kaufen, die über das Hauptmenü erreichbar sind. Es gibt sie aber trotzdem: Zum Beispiel eine Foto-Tour durch die ehemalig Gottlieb Pinball-Fabrik sowie einen kurzen Text zum Las Vegas Pinball Collectors Club, der in der Stadt der Sünde ein Pinball Museum errichtet. Interessanter sind da die Informationen, die das Spiel zu jedem der einzelnen Flipper bereit hält. So erfährt selbst der Otto-Normal-Spieler, dass es von dem gerade bespielten Flippertisch gerade mal zehn Exemplare gibt. Oder 10.000 je nachdem.
Zu jedem Automaten gibt es außerdem eine umfangreiche Einführung mit englischer Sprachausgabe und deutschem Bildschirmtext. Darin wird geklärt, welche Ziele auf dem Tisch vorhanden und zu erreichen sind, um möglichst viele Punkte zu erzielen.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
Gottlieb Pinball Classics im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von System 3?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.