Gesamtwertung66 %/10 |
Grafik7 Sound8 |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegUngenügend |
Bedienung7 |
Auf den ersten Blick sieht Harry Potter und der Halbblutprinz auf der Wii gar nicht mal so übel aus. Die Umgebungen rund um das Schloss Hogwart sowie die Gänge der alten Gemäuer wirken auf den Spieler atmosphärisch. Die verwinkelten Wege lassen das Setting größer erscheinen als es ist. Auch unser Lieblingszauberer Harry Potter kommt seinem realen Abbild Daniel Radcliff sehr nah im Aussehen. In Hogwarts tobt aber nicht gerade das pure Leben und dennoch: Ruckler sind Eure ständigen Begleiter. Gleichzeitig machen die Charaktere den Eindruck, vom Tod auferstanden und noch etwas steif in den Gliedern zu sein. Eine glaubhafte Gesichtsmimik bleibt Euch beim Kinofilm vorbehalten.
Mit den Vorgängern hat EA schon Erfahrungen gesammelt, was die Harry Potter-Lizenz anbelangt. Wo die Entwickler nie nachsitzen müssten, wäre der Soundtrack. Dieser ist in Harry Potter und der Halbblutprinz wieder außergewöhnlich gut gelungen. Die Hintergrundmusik stammt direkt aus den Filmen und lässt keinen Grund zur Klage aufkommen. Einen besseren Soundtrack können wir uns für diese Franchise nicht vorstellen. Auch die Tatsache, dass man dem Spieler die Wahl lässt, welche Sprache man bevorzugt, ist lobenswert. Im Englischen haben sich auch einige der Schauspieler dazu herabgelassen sich selbst im Videospiel zu vertonen. Aber selbst die deutsche Sprachausgabe muss sich nicht verstecken. Hier hat EA ganze Arbeit geleistet.
Durch die Steuerung genießt die Wii-Version natürlich mal wieder die größten Unterschiede gegenüber den anderen Konsolenfassungen. So bewegt Ihr den Zauberstab synchron zur Wiimote und missbraucht die Fernbedienung als Rührstab für Eure Zaubertränke. Die Steuerungsserkennung funktioniert anstandslos, da sie in Harry Potter und der Halbblutprinz sensibel genug ist, jegliche Bewegung richtig zu interpretieren. So gehen Zaubersprüche locker von der Hand. In den Gemäuern von Hogwarts müsst Ihr oftmals lange Wegstrecken zurücklegen, der Kopflose Nick führt Euch aber gerne durch die dunklen Gänge. Auch Portale, in Form von Portraits, zu anderen Fluren des Schlosses gibt es im neusten Werk von EA. Schade, dass das Quidditsch-Minispiel jederzeit zu indirekt ist, als dass es wirklich Spaß machen könnte. So deutet Ihr mit der Wiimote lediglich auf Ringe um durch sie zu fliegen. Jegliche andere Handlungen, wie das Einfangen des Schnatzes, mussten wir dem Spiel überlassen.
Beim Gameplay wirkt Harry Potter und der Halbblutprinz allerdings sehr schnell zusammengeschustert. Ihr habt nur sehr wenige Möglichkeiten, Euch im Spiel zu beschäftigen. Um die Geschichte des sechsten Films voranzutreiben, spielt Ihr meistens abwechselnd entweder in einem Quidditschturnier mit, übt Zaubersprüche in Duellen oder braut einen Zaubertrank. Und das über etwa fünf bis sechs Spielstunden immer wieder. Die Geschichte von Harry Potter und der Halbblutprinz wird für Neulinge schlecht wiedergegeben, ohne Kenntnisse des Buchs versteht Ihr nur Bahnhof. Die Story ist also leider auch keine treibende Kraft, die Euch zu motivieren vermag, immer wieder die gleichen langen Minispiele durchzugehen. Es ist schleierhaft, warum die Entwickler nur so wenig Abwechslung in das Spielprinzip integriert haben. Zeitmangel? Keine Ideen? Bis auf das Mischen der Tränke habt Ihr jedenfalls wenig Spaß. Die Zauberduelle könnten ein Highlight dieser Filmumsetzung darstellen, wenn Ihr nicht jederzeit mit willkürlichem Gefuchtel der Wiimote genauso an Euer Ziel kommen würdet, wie mit gut geplantem Einsatz bestimmter Zauber.
Habt Ihr keinen der Vorgänger von Harry Potter und der Halbblutprinz gespielt, keines der Bücher gelesen und selbst die Filme sind an Euch vorbeigegangen, braucht Ihr mit diesem Titel gar nicht erst anfangen. Zaubersprüche werden zwar noch einmal erklärt und gezeigt, die Vorgeschichte wird aber nicht erläutert. Fans der Filme bekommen, was das Gameplay anbelangt, einen angenehmen Einstieg präsentiert. Der Schwierigkeitsgrad stellt keine hohen Anforderungen an den Spieler und ab und zu erlernt Ihr natürlich auch neue Zaubersprüche, die im Kampf gegen Voldemort hilfreich sein könnten. Eure Gegner zeigen jedoch wenig Gegenwehr. Das macht Harry Potter und der Halbblutprinz für kampferprobte Zocker zum Spaziergang.
Es ist mir ein Rätsel, wie man ein Harry Potter-Spiel entwickeln kann, welches dermaßen weitläufige Umgebungen in Hogwarts bietet, aber im Gameplay so eingeschränkt bleibt, dass die große Zauberschule ein lebloser Ort für Euch ist. Die Geschichte des Buchs wird nur sporadisch angeschnitten und somit hat man seine liebe Mühe, dem Geschehen zu folgen. Zwischen den Storyfetzen macht Ihr aber auch ständig nur das Gleiche: Quidditsch spielen, Zaubertränke anmischen und Duelle gegen andere Charaktere führen. Das ist leider einfach zu wenig für ein Vollpreisspiel, welches zudem unter einer kurzen Spielzeit leidet. Keines der Minispiele macht auf Dauer Spaß und abseits dieser bleibt Harry Potter und der Halbblutprinz nicht viel. Geht lieber in den Kinofilm oder lest noch einmal das Buch, davon habt Ihr definitiv mehr.
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Harry Potter und der Halbblutprinz im Test.
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