Harry Potter und der Orden des Phönix

Review
Plattform
WII
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
12
Harry Potter und der Orden des Phönix [WII , looki.de]

Gesamtwertung

78%/10

Grafik

Gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Harry Potter und der Orden des Phönix

Der Juli wird für Harry Potter Fans in aller Welt ein Monat voller Höhen und Tiefen. Zum einen gibt es endlich den fünften Teil Harry Potter und der Orden des Phönix im Kino zu bestaunen und das Spiel zum Film für PC und diverse Konsolen. Zum anderen wird der letzte Band der Potter-Saga auf den Markt kommen und die Pottermania endgültig auf ihren Höchststand treiben. Dass das Buch und der Film ein voller Erfolg werden wird, steht außer Frage. Ob jedoch das Spiel auch überzeugen kann, haben wir für euch heraus gefunden.

Zauberer in Nöten

Nach mittlerweile vier mehr oder minder recht erfolgreichen Titeln, bringt Electronic Arts auch zum fünften Film Harry Potter und der Orden des Phönix wieder ein Spiel auf den Markt. Im Gegensatz zu den Vorgängern, ist das Spiel für sämtliche Plattformen identisch und unterscheidet sich lediglich in der Steuerung. Auffällig ist, dass ihr in Harrys fünftem Jahr in Hogwarts ausschließlich den Zauber-Helden steuert und nicht mehr, wie noch im vierten Teil, in die Rolle von Hermine und Ron schlüpft. Auch ein kooperatives Spiel ist nicht möglich. Ebenfalls geändert hat sich die Atmosphäre des Titels, ganz nach dem Vorbild des düsteren Kinofilms, was bereits im recht ansprechend gestalteten Intro deutlich wird. Während die Vorgänger noch auf bunte und kindgerechte Grafik setzten, kommt Potter Nummer 5 wesentlich düsterer und erwachsener daher, was auch an der teilweise beklemmenden Story des Buches liegt.

Obwohl Harry die Auferstehung seines Gegenspielers Lord Voldemort mit eigenen Augen gesehen hat, streitet das Zaubereiministerium dies vehement ab und erklärt ihn zum Lügner. Doch nicht nur diese Tatsache belastet Harry. Immer mehr zieht ihn der böse Lord in seinen Bann.

Hinzu kommt die sadistische Professorin Umbridge, die neuerdings das Fach Verteidigung gegen die dunklen Künste unterrichtet. Natürlich gibt es gleich zu Beginn Ärger zwischen der Lehrerin und Harry, da sie ihm nicht glaubt, dass Voldemort wieder auferstanden sei, und dem jungen Schüler sämtliche Unterstützung in Form neuer Zauber verweigert. Damit Harry und seine Freunde sich dennoch gegen Lord Voldemorts Attacken zur Wehr setzen können, gründen Harry, Ron und Hermine Dumbledores Armee und rekrutieren allerhand Mitschüler.

Viel- Zauberer

Doch bevor es soweit ist, müsst ihr mit Harry einige Zaubersprüche einstudieren. Hier helfen euch sowohl Sirius Black, als auch diverse Charaktere, auf die ihr im späteren Spielverlauf trefft. Mit dem rechten Analogstick, PC-Mausgesten, der Wiimote oder optional via PlayStation 3-Sixaxis führt ihr die unterschiedliche Bewegungen des Zauberstabes aus, die dann den jeweiligen Zauber bewirken. Im gesamten Spiel lernt ihr sechs Bewegungen, die jeweils für zwei Zauber stehen. Dabei kommt es darauf an, ob ihr euch gerade in einem Kampf befindet oder nicht. Je nach Situation spricht Harry also einen Alltags- oder Duellzauber.

Nach und nach lernt ihr Zaubersprüche wie Accio, um Gegenstände heran zu ziehen, Wingardium Leviosa, um Sachen schweben zu lassen, oder Depulso zum wegstoßen. Im Kampf stehen euch unter anderem Protego, zum Schutz vor Flüchen, oder Stupor, der euren Gegner betäubt, zur Verfügung. Das wirken der verschiedenen Sprüche geschieht intuitiv und ist schnell erlernt. Spätestens in den Prüfungen der verschiedenen Schulfächer müsst ihr die Alltags-Zauber aus dem Effeff kennen um eine gute Note abzustauben.

Aber keine Angst, im fünften Teil nehmt ihr nur wenig an Unterrichtsfächern teil. Viel mehr bewegt ihr euch relativ frei durch Hogwarts sowie die zusätzlichen Szenarien des Films und erledigt aufeinander aufbauende Story-Aufgaben, die euch die Geschichte des fünften Teils näher bringen. Alternativ könnt ihr auch massig Bonus-Missionen und Minispiele erledigen. Allein mit den Nebenmissionen sowie den drei Minispielen Zauberschach, Koboldstein - das in seinen drei Varianten an eine Art Billard und Boggia erinnert - und dem Memory-Verschnitt Knallpoker könnt ihr Stunden verbringen. Schließlich gilt es im riesigen Schulkomplex allerhand Geheimnisse zu finden, die euch kostbare Entdeckerpunkte bringen. Ebenfalls könnt ihr in den drei genannten Spielen zum Champion aufsteigen und so weitere Punkte und Trophäen sammeln. Je mehr Entdeckerpunkte ihr sammelt, desto höher wird euer Entdeckerlevel und desto mächtiger werden eure Zauber. So steht es zumindest im Spiel. Da ihr nur wenige Duelle mit eurem Zauberstab bestreiten müsst, bekommt ihr einen Unterschied nicht mit.

Die Nebenmissionen innerhalb der Story sind allerdings recht eintönig und mehr mit Fleiß denn Geschick verbunden. So müsst ihr mal ein Buch mit einem gewissen Zauberspruch finden, dafür in der Bibliothek Gegenstände schweben lassen, um es von einem hohen Regal zu fischen. In einem anderen Fall sollt ihr sprechende Wasserspeier finden oder verloren gegangene Gegenstände sammeln oder Neville im Kampf gegen einen fehlgeschlagenen Pflanzenzauber zur Seite stehen. Die storyrelevanten Aufgaben sind, bis auf einige wirklich gut inszenierte Kämpfe im späteren Spielverlauf, allesamt auch nicht sonderlich fordernd. Wer möchte, kann allerdings den Schwierigkeitsgrad hoch schrauben, was das Ganze ein wenig interessanter gestaltet.

Bereits nach einem kurzen Prolog steht euch für euer Vorhaben die ganze Schule zur Erkundung offen. Damit ihr euch in dieser nicht verlauft, nehmt ihr die 'Karte des Rumtreibers' zur Hilfe. Hier findet ihr eine Übersicht des kompletten Gebäudes samt Außenanlagen und könnt alle Räume sowie Aufgaben einsehen. Ein Knopfdruck genügt und die Karte lotst euch sicher zum Ziel. Dank eines magischen GPS-Systems zeichnet das Spiel Fußspuren auf den Boden, die euch die richtige Richtung weisen. Wer diese Hilfe als unterfordernd empfindet, benutzt sie ganz einfach nicht und zieht die der Anleitung beliegende Karte vor.

Leider lässt sich durch die Belegung der Zaubersprüche die Kamera nicht frei steuern, was in manchen Situationen die Übersicht ein wenig erschwert. Dennoch ist die Kameraführung größtenteils sehr gut gelungen. Eure Freunde sind, wie bereits erwähnt, nur passiv spielbar. Jedesmal wenn ihr einen Zauber einsetzt, und sie sich in der Nähe befinden, eilen sie zur Hilfe. Leider kann die KI keinen Blumentopf gewinnen. Viel zu oft stehen sich Harrys Freunde im Weg, statt sinnvoll zu helfen, wodurch die meiste Arbeit im Endeffekt an euch allein hängen bleibt.

Leider wird die Handlung des Buches wieder einmal deutlich gerafft, sodass vor allem Potter-Unkundige oftmals mit einem Fragezeichen auf der Stirn vor dem Bildschirm sitzen dürften. So rekrutiert ihr bereits Dumbledores Armee, ohne zu wissen wofür diese nun eigentlich bestimmt ist. Die Zwischensequenzen allerdings, sind sowohl in der Erzählweise, als auch in ihrer Umsetzung, allesamt durchweg gelungen. Die Charaktere sehen ihren realen Vorbildern ähnlicher, als je zuvor. Leider wurde bei ihnen weitestgehend auf Mimik verzichtet, was sie vor allem zu Beginn des Spiels recht hölzern wirken lässt. Auch die Animationen wirken nicht besonders lebendig.

Mehr Schein als Sein?

Vergleicht man Harry Potter und der Orden des Phönix mit den Vorgängern, stellt man fest, dass sich der Titel grafisch nur minimal weiterentwickelt hat. Das ist soweit nicht schlimm, denn die ehrwürdigen Hallen von Hogwarts sehen 'ansprechend' bis teilweise 'sehr gut' aus. Insgesamt bekommen Spieler also ein stimmiges Potter-Universum geboten. Auch der Sound ist über alles erhaben. Gewohnte orchestrale Klänge und das typische Harry-Potter Thema schweben durch die Hallen. Situationsbezogene Musik verdichtet die Atmosphäre. Schade nur, dass sämtliche NPCs außer Beleidigungen und kurzen Phrasen sowie ein gelegentliches 'Hi!' nichts zu sagen haben. Hier hätte man mehr bieten können und müssen. Die deutsche Sprachausgabe ist indes ordentlich und vollkommen synchron.

Fazit

Harry Potter hat mich durchaus positiv überrascht. Eigentlich wollte ich den Orden des Phoenix nur mal eben als Lückenfüller spielen. Tja, falsch gedacht. Stundenlang bin ich mit Harry und seinen Freunden durch Hogwarts gereist, weil es einfach soviel zu entdecken gibt. Kaum hat man die eine Sache abgeschlossen, warten schon wieder drei neue Aufgaben auf den freudigen Punktesammler. Die Minispiele sind unterhaltsam, die zahlreichen Geheimnisse in Hogwarts allerdings nicht sonderlich abwechslungsreich. Sei es drum. Das frische Free Roaming Spielerlebnis macht Spaß, auch wenn die Story dabei auf der Strecke bleibt. Die Technik tut ihr übriges und weiß zu gefallen. Summa Summarum also eine auf allen Plattformen gleiche und ordentliche Filmversoftung mit ein paar Ecken und Kanten.

Harry Potter und der Orden des Phönix [WII , looki.de]

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