Gesamtwertung73%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Das Jahr 2007 steht ganz im Zeichen der Animationsfilme. Kaum ein Monat vergeht, an dem nicht ein neuer spektakulärer Film, komplett am Computer erschaffen, in die Lichtspielhäuser kommt. Einer der wohl aufwendigsten Filme ist der gerade angelaufene Film Könige der Wellen, in dem es um jede Menge surfende Pinguine, einen irren Hahn, wahre Freundschaft und einen großen Traum geht. Natürlich gibt es für die verschiedenen Plattformen das Spiel zum Film. Wir haben uns mit der Xbox 360-, der PS3-, und der Wii-Version beschäftigt und die größten Wellen gefunden. Eines können wir vorweg dem Spiel attestieren: Wer den Film mag, wird auch das Spiel mögen.
Tony Hawk im Frack
Die Story des Spiels orientiert sich am Film. Das Setting des Spiels ist der alljährlich stattfindende Big Z Memorial Surf-Wettbewerb, bei dem Surfer aus der ganzen Welt zusammen kommen und den Besten aus ihren Reihen küren. Vor der Küste von Pen Gu könnt ihr als einer von zehn Charakteren des Films, z.B. dem eigentlichen Hauptcharakter Cody aus Shiverpool, dem aktuellen Champion Tank oder der Surf-Legende Big Z an den Start gehen. Bereits zu Beginn des Spiel dürft ihr aus vier Figuren wählen. Die anderen stehen nach und nach zur Verfügung.
Das Spiel selbst teilt sich in unterschiedliche Spielmodi auf. Neben dem eigentlichen Wettbewerb, gibt es einen Multiplayer und das aus dem Kinofilm bekannte Tube-Sliding. Vor allem die Wettbewerbe wissen durch ihre abwechslungsreiche Gestaltung und die unterschiedlichen zu bestehenden Herausforderungen zu gefallen.
Pen Gu besticht durch Eisküsten, Strände und Vulkanen. Die Landschaften sind jedoch nicht nur eine optische Abwechslung, sondern werden vielmehr unmittelbar in die Aufgaben mit eingebunden. Während ihr in den Eisregionen beispielweise darauf achten müsst, nicht ins Schleudern zu geraten, heizt euch die Vulkanlandschaft so richtig ein.
Neben zahlreichen Tricks, die es zu absolvieren gilt, müssen nebenbei auch noch allerhand Gegenstände aufgesammelt oder Tore durchsurft werden. Da jedes Szenario und auch die einzelnen Wellen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade besitzen, bleibt das Spiel abwechslungsreich. Um eine neue Welle nebst neuen Songs oder auch Surfbretter freizuschalten, muss eine Mindestpunktzahl ergattert werden.
Stylische Tricks und gute Steuerung
Von den drei uns vorliegenden Testversionen, hat uns die der Xbox 360 in Sachen Steuerung am meisten überzeugt. Dank des Pads könnt ihr präzise euer Alter Ego steuern. Die Wii-Fassung versucht, mit der Wii-eigenen Steueroption zu punkten, was leider nicht immer gelingt, da außer einer Abwärtsbewegung mit der Wii-Remote zur Beschleunigung die typische Gestensteuerung nicht zu Einsatz kommt.
Das reichhaltige Trick-Repertoire der anderen beiden Fassungen, wurde bei der Wii-Umsetzung auf ein Minimum reduziert. Die PS3-Fassung profitiert natürlich vom Sixaxxis-Controller. Je nach Neigung des Pads surft euer Charakter nach links und rechts, gibt Gas oder bremst ab. Stunts werden mit den diversen Knöpfen vollführt. Ab und an reagierte bei unseren Testsessions der Wireless-Controller jedoch ein wenig zu träge.
Prinzipiell folgen alle drei Versionen einer einheitlichen Steuerung des Surfers. Mittels verschiedener Tasten werden wie bei Tony Hawk oder SSX unterschiedliche Tricks ausgeführt. Je spektakulärer diese ausfallen, desto mehr Punkte werden auf dem virtuellen Konto gut geschrieben. Combos sind besonders geeignet, das Punktekonto in die Höhe schnellen zu lassen. Achten solltet ihr dabei darauf, genügend Schwung durch Slalomsurfen auf der Welle zu bekommen und vor der eigentlichen Landung eure Tricks ausgeführt zu haben, um den Stunt perfekt zu timen. Hindernissen müsst ihr ebenso ausweichen, da eine Berührung mit ihnen zum Sturz und damit zum Verlust von Zeit und Style-Punkten führt. Extrem spaßig ist das Surfen in den Wellenröhren, den so genannten Tubes. Hier könnt ihr sogar Supermoves ausführen, die besonders viele Punkte bringen.
Im Tube-Sliding Modus flitzt ihr mit atemberaubender Geschwindigkeit die Lavaröhre im Innern eines Vulkans auf einem Blatt sitzend hinab. Wie im Film geht es dabei spektakulär zu.Im Multiplayer dürft ihr mit maximal vier Teilnehmern im Splitscreen den besten Surfer ermitteln. Das macht eine Menge Spaß, zumal menschliche Spieler unberechenbarer sind, als jede noch so gute KI. Leider wurde auf einen Online-Modus verzichtet. Der Xbox Live-Service kann lediglich dazu benutzt werden, Highscores mit Spielern überall auf der Welt zu vergleichen.
Ich brauche Urlaub!
Im Vergleich zu manch anderer Filmumsetzung, ist die Grafik von Könige der Wellen durchaus gelungen. Vor allem die Charaktere sehen fast so schön aus, wie die Filmvorlagen. Gleiches gilt auch für die diversen Settings, die richtige Urlaubsfeeling im Spieler aufkommen lassen.
Der heimliche Star dürften allerdings die Wellen sein. Kleine Wassertropfen, die aufbrausende Gischt und zahlreiche Wassereffekte lassen den Wunsch in uns aufkommen, durch den Fernseher direkt in die Wellen und die Brandung zu springen. Auch in Punkto Soundkulisse kann Ubisoft punkten. Die aus dem Film bekannte fetzige Musik ist ebenso stimmig, wie die lockeren Sprüche der Protagonisten. Gelungen ist auch die szenische Zusammenführung der einzelnen Stages, die das Geschehen voranträgt.
Und auch die Steuerung, die gerade bei der Wii-Fassung zu viel mehr Möglichkeiten geradezu einlädt, wurde nicht konsequent sauber umgesetzt. Wer jedoch einen amüsanten Surf-Titel sucht, auf karibisches Flair steht und mit einem komplexen und komplizierten Skate nicht allzu viel anfangen kann, wird bei Könige der Wellen seine Freude finden.