Kororinpa

Review
Plattform
WII
Vertrieb
Nintendo
Entwickler
Hudson Soft
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
0
Kororinpa [WII , looki.de]

Gesamtwertung

72%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Kororinpa

Für den Nintendo Wii erscheinen keine neuen Spiele? Gar nicht wahr. Selbst im Februar 2007 sind für Nintendos neue Konsole einige Titel erschienen. Nur sind manche gar recht unscheinbar. So wie Kororinpa, ein 3D-Geschicklichkeitsspiel, dessen wir uns annahmen.

Die Aufgabe in Kororinpa ist einfach: eine Kugel durch ein Bahnen-Labyrinth bewegen, dabei ein paar Kristalle einsammeln und möglichst nicht abstürzen. Denn die Level hängen in der Schwebe, und einen Absturz übersteht selbst die härteste Murmel nicht.

Die Kugel bewegt man nur indirekt, indem das gesamte Spielfeld geschwenkt wird. In welche Richtung die Kugel dann tatsächlich rollt, bestimmen vor allem die Gesetze der Physik. Da das Spielfeld nicht nur aus glatten Ebenen besteht, manchmal sogar vereist oder mit Honig beschmiert ist und öfters kleinere Sprünge vollführt werden müssen, ist das gar nicht so einfach. Zumal den schmalen Levelbahnen oft noch die Seitenwände fehlen oder kleine Löcher im Boden in die Tiefe führen.

Wer gut ist, braucht je nach Level nur eine bis anderthalb Minuten. Um so weniger Zeit benötigt wird, desto höher ist die Chance auf einen Gold-, Silber- oder Bronzepokal.

Aber um so geringer fällt auch die Gesamtspielzeit aus. Nur 45 Level plus 15 Geheimlevel existieren. Wer Level 45 meistert, schaltet zudem gespiegelte Ausgaben aller Bahnen frei. Als weitere Level mögen diese aber nicht so richtig zählen. Gute Spieler erreichen das Ende so schon in zwei bis drei Stunden. Für einen Vollpreistitel ist das deutlich zu schnell.

Kororinpa macht deutlich, was Nintendo unter einem sehr einfachem Bedienkonzept versteht: Nur ganz wenige Tasten werden zum Spielen benötigt. Tatsächlich verwendet man Tasten praktisch nur in den Menüs; wählt dort mit dem Steuerkreuz und bestätigt mit 1- oder 2-Taste. Im Spiel selbst wird mit kleinen Ausnahmen nur die Wii Remote gebraucht. Durch Neigen und Kippen des Controllers wird die Spielfläche in die entsprechende Richtung bewegt. Steife Knochen sollte keiner haben, schließlich müssen höhere Level oft um 90° und mehr gekippt werden. Agile Verrenkungen des Handgelenks gehören also dazu. Die kleinen Ausnahmen, das sind A- und B-Taste des Controllers: Mit A setzt man die Kugel an den Ausgangsort zurück, mit B wird das Spiel pausiert.

Ziel ist nicht nur, möglichst schnell und verlustfrei vom Anfang zum Ende eines Levels zu kommen. So sind in (fast) jedem Level rote und je ein grüner Kristall platziert. Die roten werden zum Abschluss eines Levels benötigt, die grünen sind hingegen optional – sie einzusammeln, schaltet lediglich kleine Extras frei.

Obwohl die Uhr permanent und unerbittlich läuft, sollte sie keinen einschüchtern. Tatsächlich ist es egal, wie lange ein Spieler durch den Level rollt. Hauptsache, alle roten Kristalle werden gesammelt und das Ende irgendwann erreicht. Eine beschränkte Lebenszahl existiert ebenfalls nicht, so dass ein jeder beliebig oft abstürzen darf.

Mehr Kugeln

Wer alle Level hintereinander durchspielt, muss nicht nur einen steifen Arm fürchten. Viele der kleinen Boni, die zusätzlichen Kugeln, Levels und Musikstücke, sieht er nämlich nicht. Die auszuwählen oder zu verändern, ist nur im Hauptmenü möglich. Weil eine Autosave-Funktion nach jedem abgeschlossenen Level speichert, ist das Verlassen eines Levels aber nicht problematisch.

Ein besonderes Highlight sind die Kullern in den verschiedensten Formen: eine Murmel ist gewöhnlich, ein Basketball schon etwas anderes. Pinguin und Planeten sind hingegen abgefahren. Jede Kugel definiert sich auch durch unterschiedliche Eigenschaften: Reaktion, Geschwindigkeit, Haftung und Elastizität machen jede Kugelfigur einmalig.

Außerdem bei jeder Kuller anders: Form, Sounds und Gewicht. Pinguin und Panda haben beispielsweise kleine Füße, der Saturn hingegen die bekannten Ringe. Dass jede Kugel bei härterem Auftreffen Geräusche macht, ist putzig. Und dass der integrierte Lautsprecher der Wii Remote diese Geräusche wiedergibt, ist längst nicht selbstverständlich.

Zum Klangbild trägt ebenso der Soundtrack bei. Mal langsam, mal schneller, aber immer fröhlich und unauffällig dudelt es im Hintergrund. Wer gut ist, schaltet weitere Musikstücke frei, die alle ein wenig anders klingen.

Alles selbst in der Hand

Wie schwierig Kororinpa ist, hat jeder Spieler selbst in der Hand. So gibt es Kugeln die langsamer als andere Rollen, daher für Anfänger eher geeignet sind als schnelle Murmeln, mit denen Profis nach Zeitrekorden jagen.

Der Schwierigkeitsgrad steigt langsam, aber stetig. Besonders knifflig sind Sprünge, die durch schnelles Kippen des Spielfeld vollführt werden. Dabei müssen Spieler natürlich darauf achten, mit der Kugel nicht übers Ziel hinauszuschießen. Sollte eine Kuller nämlich im Nirvana verschwinden, startet man erneut am Ausgangspunkt. Nur in höheren Levels gibt es hier und da Zwischenstationen, die bei Erreichen als neuer Ausgangspunkt dienen.

Ein Controller-Set, zwei Spieler

Im Split-Screen treten zwei Spieler gegeneinander an. Ob der Bildschirm dabei horizontal oder vertikal geteilt ist, bleibt allein Frage des eigenen Geschmacks. Welche Level gegeneinander bestritten werden, entscheidet hingegen der Fortschritt im Einzelspielermodus.

Nur die vorher freigespielten Bahnen stehen zur Verfügung. Gleiches gilt für Kugel- und Musikauswahl. Fair und spaßig für beide ist das Spielen mit zwei Wii Remotes. Wer aber noch keinen zweiten Wii Controller besitzt, schließt für den Mitspieler einfach einen Nunchuk an. Die darin integrierten Bewegungssensoren reichen nämlich völlig, um die Bahnen zu bewegen. Mit Z- und C-Taste hat der Gegner sogar die Möglichkeit, seine Position zurückzusetzen oder das Spiel zu unterbrechen.

Physisch beeinflussen können sich höchstens die Spieler vorm Fernseher, nicht aber die konkurrierenden Kugeln. Stattdessen sieht jeder einen Geist des Gegners. Wie viele Kristalle der schon eingesammelt hat, wird auf der eigenen Bildschirmhälfte aber nicht angezeigt. Sobald einer von beiden gewonnen hat, dürfte aber auch der Hinterherhinkende über sein Missgeschick in Kenntnis gesetzt werden. Die Siegesanzeige ist schlicht nicht zu übersehen.

1:0 für 16:9

Ein 16:9 Modus für Breitbildfernseher wurde integriert, belegt aber einen großen Teil der Bildfläche mit unschönen schwarzen Balken. Die gibt es im 4:3 Modus praktisch nicht. Auch nicht auf 16:9 Fernsehern.

Ein entsprechendes Fernsehgerät vorausgesetzt, tönen Hintergrundmusik und Soundeffekte nicht nur in Mono und Stereo, sondern ebenfalls in Dolby Surround bzw. Dolby Pro Logic II. Richtigen Raumklang ersetzt das zwar nicht, denn für eine 5.1-Anlage fehlt schlicht der Anschluss an der Wii Konsole.

Fazit

Keine Missverständnisse: das Spielprinzip begreift jeder schnell. Zum Meistern des letzten Levels gehört aber doch ein wenig Geschick und eine ruhige Hand. Wer über beides verfügt, hat innerhalb von zwei bis drei Stunden fast alles vom Spiel gesehen, mehrere Versuche eingerechnet. Sämtliche Level noch einmal gespiegelt durchspielen zu können, lassen wir nämlich nicht als richtigen Spielinhalt zählen.

Die größte Schwäche Kororinpas ist deshalb der Preis, denn das Spiel steht als Vollpreistitel im Regal. Dabei rechtfertigen Umfang und Spieltiefe höchstens eine unverbindliche Preisempfehlung von 30 Euro. Als größerer Download-Titel würde Kororinpa sicher eine noch bessere Figur machen.

Kororinpa [WII , looki.de]

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