Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen

Review
Plattform
WII
Vertrieb
Sega
Entwickler
Sega
Erscheinungsdatum
-
USK
0
Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen

Gesamtwertung

76 %/10

Grafik

7

Sound

Ungenügend

Lanzeitspaß

Ungenügend

Spieleinstieg

8

Bedienung

7

Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen

Wenn sich Mario und Sonic in ein und demselben Videospiel gegenüberstehen, hat sich entweder ein Entwickler vertan oder es ist wieder Olympia angesagt! Knapp zwei Jahre nach den sommerlichen Minispielausflügen steht nun die Winterolympiade 2010 in Vancouver an. Das lassen sich Mario und Sonic samt all ihren Freunden natürlich nicht zwei Mal sagen und blasen zum Kampf um die Medaillen.

Olympia-Workaround

Mit Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen schlägt das Entwicklerteam rund um Sega in dieselbe Kerbe wie 2007 mit den olympischen Sommerspielen in Beijing. Geboten wird mit 16 olympischen Wettkämpfen in neun Disziplinen und elf Traumvarianten eine recht stattliche Auswahl an potentiellen Herausforderungen. Zu finden sind Ski Alpin (Abfahrt, Riesenslalom), Skispringen (Großschanze Einzel- und Teamspringen), Ski Freestyle (Buckelpiste, Ski Cross), Snowboard (Halfpipe, Snowboard Cross), Eisschnelllauf (Eisschnelllauf 500m sowie Short Track 1000m und Staffel), Eiskunstlauf, Bobsport (Skeleton, Bob), Eishockey und Curling. Das Aufgebot an Charakteren gleicht dem der Sommerspiele. 20 Charaktere unterteilt nach Geschwindigkeit, Alleskönner, Krafttypen und Fertigkeit.

Neben den üblichen Verdächtigen Mario, Peach, Donkey Kong, Sonic und Tails sind auch unbekanntere Veteranen dabei wie Vector, Blaze und Metal Sonic. Zurückgegriffen werden darf natürlich auch auf eure Mii-Sammlung. Schwanken die Originalcharaktere in den Bereichen Tempo, Beschleunigung, Kraft und Fertigkeit, sind eure Miis hier von Hause aus recht ausgeglichen mit hohen Werten. Änderungen lassen sich durch An- und Ausziehen erworbener Klamotten erreichen.

Der Anzug des Roboters E-123 Omega beispielsweise erhöht Tempo und Fertigkeit und verringert gleichzeitig Beschleunigung und Kraft, sieht dafür aber verdammt lässig aus.

Gespielt wird je nach Bedarf nur mit der Wii-Fernbedienung, mit der Wii-Fernbedienung plus Nunchuck oder in Einzeldisziplinen auch in Kombinationen mit dem Wii Balance Board - dazu zählen unter anderem Bob und Skeleton, Snowboard oder auch Skispringen. Die Unterschiede zwischen mit und ohne Nunchuck halten sich stark in Grenzen. Ob ihr nun beide Controller gleichzeitig neigt oder nur die Fernbedienung, ist spielerisch nicht relevant. Einzig beim Eishockey macht der Nunchuck Sinn, dazu aber später mehr.

Große Unterschiede gibt es bei der Steuerung der Disziplinen nicht. Gestartet wird mit einem Schüttler oder einem kurzen Schlag nach unten, sobald das Kommando ertönt. Richtungsänderungen, egal ob auf Skiern, Snowboard oder im Eiskanal, werden durch drehen der Wii-Fernbedienung in die entsprechende Richtung bewirkt. Beschleunigt wird durch Kippen nach vorne, gebremst durch Kippen nach hinten.

Auf Rhythmus, Gefühl und vor allem Timing kommt es beim Eiskunstlauf und dem Eisschnelllauf an. Ersteres lässt euch automatisch auf dem Eis umherfahren, während ihr die angegebenen Befehle an markierten Punkten erledigt - mehr als Schwenken, drehen für Pirouetten und dem Nachzeichnen vorgegebener Linien ist nicht zu tun. Beim Eisschnelllauf startet ihr durch schnelles Schütteln der Wii-Fernbedienung und müsst anschließend durch taktvolles hin und her wischen mit der Wii-Fernbedienung vor eurem Gesicht Schwung aufbauen.

Ausnahme von der Schüttel- und Schwingsteuerung sind Eishockey, Curling und Snowboard. Eishockey wird vier gegen vier gespielt inklusive einem Torwart. Zum Einsatz kommt entweder die Fernbedienung im Querformat oder ein angeschlossenes Nunchuck, wobei letzteres das Tackeln und Schießen etwas einfacher macht. Beim Angriff wird der Ball mit A und der entsprechenden Richtungsanweisung gepasst. Je mehr erfolgreiche Pässe ihr spielt, desto kraftvoller wird der anschließende Schuss, der durch ein kurzes Schütteln der Wii Remote ausgelöst wird. Seid ihr in der Abwehr, tackelt ihr mit einem Schütteln den Gegner. Die taktischen Möglichkeiten halten sich stark in Grenzen. Das Spiel ist schnell, endet oft im Gewusel und ist (wie der Rest eben auch) vielmehr als kleines Minispiel zu verstehen als "echtes" Eishockey.

Überraschungssieger bei den Disziplinen ist Curling - besonders was den Realismus angeht. Ziel ist es, seine Steine möglichst nah an die Mitte des sogenannten House zu bringen und sie bis zum Abschluss des Ends dort zu halten.

Gespielt wird auf einer langen Eisfläche und jeweils abwechselnd ein Stein geschoben. Nach dem Loslassen des Steines nach circa einem Fünftel der Wegstrecke könnt ihr nur noch Einfluss durch Wischen des Eises nehmen, wodurch leichter Einfluss auf die Länge genommen werden kann.

Snowboard zeigt ein kleines bisschen die Tiefe, die der Titel haben könnte. Gefahren wird wie gewohnt, nur kommen hier Sprünge und Tricks hinzu, die euch kurzzeitig Geschwindigkeitsboosts geben. An der Rampe wird die Wii-Fernbedienung schnell nach oben geschwungen, in der Luft anschließend durch leichte Bewegungen Tricks ausgeführt. Steht ihr die Landung anschließend noch, gibt es den versprochenen Boost.

Einerseits ist es schade, dass viele andere Disziplinen ohne diese Feinheiten auskommen. Andererseits muss festgehalten werden, dass sich Anfänger gerade beim Snowboard wesentlich schneller abhängen lassen, als beispielsweise beim Skisprung - und gerade das ist nicht gewollt.

Träumen vom Sieg

Richtig Spaß über längere Zeit bereiten die Traumdisziplinen. Auf imaginären Strecken des Mario-/Sonic-Universums dürft ihr elf Disziplinen (darunter Ski Aplin, Ski Cross, Snowboard Cross, Eiskunstlaufen, Schneeballschlacht) auf die etwas andere Art und Weise erleben. Die Kurse sind verwinkelter, es gibt haufenweise Hindernisse und Gegner sowie Power-Ups und Gegenstände, die in obligatorischen Fragezeichenkisten warten. Grüne Panzer, rote Panzer, Blitze, Bomben, Warpportale, Sprintschuhe, Münzen und Ringe für zusätzlichen Speed... Hier zählen ganz andere Dinge als die beste Zeit und die genaueste Abfahrt!

Für den einzelnen Spieler gibt es allerhand zum Freispielen. 80 Abzeichen für bestandene Leistungen im Stile eines "erfolgreicher Startsprint" oder "10 durchfahrende Tore + Sieg", Nintendo WFC-Ranglisten für die gesamte Welt und für praktisch alle absolvierten Aufgaben Sternmarken, die im olympischen Dorf investiert werden können.

Hier warten Musikstücke für die Jukebox, neue Klamotten für eure Mii-Fahrer, Aufkleber für Snowboard und Skier sowie historische Informationen zur Olympiade. Neben den Einzeldisziplinen dürft ihr die zwei Wochen der Olympiade als Ministory am Stück spielen.

Jeden Tag gibt es eine neue Disziplin zum Trainieren, den ein oder anderen Wettkampf oder Spezialwettbewerbe unter anderem gegen König Buu Huu, Dr. Eggmans Roboter E-123 Omega oder Jet aus dem Sonicuniversum.

Gedacht ist Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen natürlich hauptsächlich für mehrere Spieler.

Gerade hier schlägt das ziemlich einfache Gameplay noch einmal richtig ein. Einfach jeder kann hier direkt einsteigen und nach den kurzen Steuerungserklärungen loslegen. Neben den Disziplinen die entweder nacheinander oder, bei mehreren Personen auf der Strecke, miteinander absolviert werden, gibt es mit Eishockey oder Skispringen Teamwettbewerbe.

Für den richtigen Ausgleich sorgen drei Partyspiele. Egal ob Ballonangriff, Spielrad oder Felderflippen. Es gilt immer in einer bestimmten Sportart möglichst gut abzuschneiden, um entweder alle Punkte einzuheimsen oder Munition für das folgende Minispiel zu sammeln. Nette Dreingabe, aber sicherlich nicht das abendliche Highlight.

Fazit

Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen ist genau das, was es sein möchte. Eine leichte und eingängige Sammlung von knapp 30 Minispielen angelehnt an die Winterspiele. Natürlich könnten Skiabfahrt, Eiskunstlauf oder Skeleton mehr Realismus und Tiefgang vertragen, nur müssten dann auch die Erklärungen ausgeweitet werden. Vor dem Start kann die Steuerung anhand kurzer Bildsequenzen schnell überschaut werden - viel falsch zu machen gibt es dabei nicht. Für fleißige Sammler gibt es viel zu entdecken, richtig glücklich wird man mit dem Titel aber erst mit vier Spielern. Hier kommt das Pick up and play-Gameplay voll zum Tragen. Wer eine realistische Olympiasimulation mit tiefgründigen Sportarten sucht, ist bei Mario & Sonic definitiv falsch. Wer auf knappe Minispiele steht und mit unbeholfenen Freunden Spaß haben möchte, darf seine Winterklamotten schon mal auspacken!

Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen

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