Gesamtwertung87%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungSehr gut |
Der Kickstart ist geglückt und Yoshi rast in seinem Kart schon wenige Millisekunden nach dem Beginn des Rennens mit Karacho über die Piste, schmeißt sich in die erste Kurve und holt sich durch geschicktes Driften den nächsten Geschwindigkeitsschub ab. Kurz darauf berühren die Räder des Flitzers einen Boost-Streifen, der die Bolide mitsamt Dino geradeaus katapultiert. Yoshi ist nun direkt hinter Mario, fährt in dessen Windschatten und zieht dadurch locker an ihm vorbei. Es folgt eine Bodenwelle, ein Sprung und ein dramatischer Stunt. Das Kunststück wird natürlich belohnt. Womit habt Ihr sicherlich schon erraten: Mit einem kräftigen Boost! Sieht man von dem knuddeligen Look einmal ab, könnte man bei den ersten Betrachtungen einer Partie Mario Kart Wii fast meinen, man habe dem Titel ein imaginäres -Zero angehangen und in eine Hommage an die Hochgeschwindigkeitsrennen der Zukunft verwandelt. Doch keine Sorge, noch immer haben die Piloten ein paar Bananen im Gepäck und auch im neuesten Ableger der Serie wird gerempelt und mit Panzern geschossen. Mario Kart Wii ist also immer noch Mario Kart, nur eben turbulenter.
Turbo, Turbo und... TURBO!
Besser kann man Mario Kart Wii auch kaum zusammenfassen, denn nahezu alle neuen oder veränderten Gameplay- und Designelemente scheinen auf die Verstärkung des Chaos-Faktors abzuzielen. So schmeißen nun ganze zwölf Fahrer munter ihre Items durch die Gegend, um eine Spitzenpsition zu ergattern. Dabei wurde das Arsenal gleichzeitig beschnitten und erweitert. Die fahrerspezifischen Items aus Double Dash wurden nämlich abgeschafft, das Grundsortiment hingegen erweitert. Mit den neuen Extras bekommt vor allem der hintere Teil des Fahrerfeldes mehr Feuerkraft. Spitzenreiter und ihr Gefolge werden somit ein ums andere Mal von POW-Blöcken durchgeschüttelt oder bekommen, wie in Mario Kart DS, eine Ladung Tinte vor das Visier geklatscht. Zudem dürfen sich Schlusslichter unter anderem über den Kugelwili freuen, der sie in kürzester Zeit über weite Teile der Strecke trägt.
Erstaunlich ist dabei, dass selbst mit zwölf Spielern keine vollkommene Apokalypse eintritt. Das Getümmel ist im Vergleich zu den Vorgängern dennoch groß. Das mag einigen Fans der Serie sauer aufstoßen, da man sich in einem knappen Rennen und mit etwas Pech schnell auf den hinteren Plätzen wiederfindet. Dann ist man wiederum froh, dass Nintendo die neuen Extras integriert hat und nimmt schleunigst die Verfolgung der Kontrahenten auf. Zudem besteht für Hardcorezocker eigentlich kein Grund zur Sorge. Wer sein Fahrzeug wirklich beherrscht kann die gelegentlichen Rückschläge gut wegstecken.
Karts? Ich schnapp mir lieber eine Harley!
Um Attacken ordentlich kompensieren zu können, solltet Ihr Euch allerdings eine ganz bestimmte Technik aneignen. Dabei ist nicht die Rede vom oft verfluchten Snaking, sondern von den neuen Stunts.
Das Snaking wurde nämlich abgeschafft beziehungsweise stark entschärft, indem der Boost beim Driften nun vor allem von der Dauer des Rutsch-Manövers abhängt.
Stunts sind hingegen eine neue Art, um sich kleine Temposchübe zu sichern. Die Kunststücke lassen sich bei Sprüngen auslösen, gelingen - sofern man sich nicht gerade in einen Abgrund katapultiert - immer und werden beim Landen mit viel Schwung belohnt. Zum vollführen dieser Tricks ist glücklicherweise keine Fingerakrobatik erforderlich, man muss lediglich in der Lage sein einen Knopf zu drücken oder die Wiimote zu schütteln, je nachdem, zu welchem Controller man greift. Die Auswahl an Eingabegeräten ist jedenfalls verhältnismäßig groß, da man neben der Wiimote auch auf die Wiimote-Nunchuk-Kombination, den Classic Controller und den Gamecube Controller zurückgreifen darf. Nintendo machte allerdings schon im Vorfeld deutlich, dass man die Spieler am liebsten mit der Wiimote spielen sehen würde und stellte das so genannte WiiWheel vor: Ein Plastikrad, in das der Controller eingebettet wird.
Und da Mario Kart Wii nur im Bundle mit dem WiiWheel verkauft wird, können sich selbst Skeptiker nur schwerlich dem kleinen Lenkrad entziehen. Tatsächlich liegt es sehr angenehm in den Händen und, man mag es kaum glauben, vermittelt ein wirklich gutes Fahrgefühl.
Vor allem aber macht diese Art der Lenkung massig Spaß. Nur wenige, die sich etwas an das lockere Lenken mit dem Rad gewöhnt haben, legen ihre Daumen zum Steuern wieder auf einen Analogstick. Eine Geschmacksfrage ist die Controllerwahl natürlich dennoch.
Ich nehme es mit euch allen auf!
Doch nicht nur hinsichtlich der Bedienungsarten scheiden sich bei dem Funracer die Geister, auch die Suche nach dem persönlichen Lieblingsfahrzeug gestaltet sich diesmal schwer.
Neuerdings dürft Ihr nämlich auch auf zwei Rädern über die bunten Kurse flitzen und Euren Konkurrenten das Leben schwer machen. Die Motorräder sind äußerst leicht und haben in der Regel eine gute Beschleunigung sowie eine hervorragende Kurvenlage. Das Driften will mit den Bikes jedoch gelernt sein, da der Wendekreis vieler Motorräder sehr eng ist. Die größte Besonderheit der Zweiräder ist der Wheelie, durch den sich das Tempo auf geraden Strecken ein wenig erhöhen lässt und der Coolness-Faktor des Fahrers enorm in die Höhe schnellt (Diese Technik ist vor allem für eine lässige Zieleinfahrt zu empfehlen).
Glücklicherweise sind die Vorzüge der beiden Fahrzeugtypen gut ausbalanciert, so dass man in gemischten Rennen sowohl mit Bikes als auch mit Karts auf Sieg fahren kann. Vorausgesetzt natürlich, dass man sich auf den Strecken zurechtfindet.
Das sollte zumindest bei einem Großteil der verfügbaren Kurse jedoch kein Problem sein, da man hier einen ganzen Haufen an Remakes von Klassikern findet. Die wurden teilweise modifiziert, damit auch genug Möglichkeiten zum Boosten gegeben sind. So findet man in der Waluigi Arena aus Double Dash beispielsweise eine schicke Half-Pipe. Doch selbstverständlich darf man auch einige taufrische Rennstrecken erkunden. Und die sind in puncto Design wirklich klasse. Breite Straßen und zahlreiche Abzweigungen laden zum Experimentieren ein und an einigen Stellen kann man clevere Abkürzungen entdecken. Egal, ob man durch einen Laubwald brettert, über eine Skipiste heizt oder im neuesten Schloss des Koopa-Königs verzweifelt, der Fahrspaß ist garantiert und das Flair stimmt.
Da kommt der umfangreiche Online-Modus des Spiels gerade recht. Ob man nun ein paar Runden drehen oder auf die Ballon-Jagd gehen möchte, die Wi-Fi Connection verrichtet ihren Dienst schnell und zuverlässig.
So macht es richtig Laune sich immer wieder neuen Herausforderern zu stellen und an der eigenen Position in der Weltrangliste zu arbeiten.
Perfektionisten sollte es zudem freuen, dass man die Geistdaten anderer Spieler für den Time Trial herunterladen kann, um sich an diesen zu messen. Damit Ihr immer auf dem laufenden bleibt, gelegentlich werden zum Beispiel besondere Wettbewerbe ausgetragen, ist ein spezieller Mario Kart-Kanal installierbar. Besonders erfreulich ist außerdem, dass Online-Spiele auch zu zweit an einer Konsole spielbar sind. Das klingt schon fast zu gut, um wahr zu sein. Und tatsächlich existiert ein Wermutstropfen, den es zu verkraften gilt. So lassen sich die Wettbewerbe, also der Ballonkampf und die Münzjagd, nur in Teams bestreiten. Die furiosen Jeder-gegen-jeden-Matches sucht man folglich vergebens. Ansonsten gibt es am begnadeten Multiplayer aber nichts auszusetzen, zumal man die Offline-Rennen wunderbar den eigenen Vorlieben anpassen kann.
Mario Kart Wii im Test.
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